Freitag, 29. Januar 2016

Heute morgen ist kein Wasser mehr aus dem Hahn gekommen .. - Umberto Eco

In all diesen Wirren finde ich dann doch noch meine kleinen, persönlichen Freuden, kam doch heute
endlich mal wieder "Buch-Post" aus Deutschland:
Nach langem Überlegen und mit klammen Blick auf meinen Geldbeutel konnte ich nach Weihnachten doch nicht widerstehen und bestellte mir eine bereits gebrauchte Ausgabe des neuen Romans von Umberto Eco. Ich sparte 10 Euro am Ende ein - ein Betrag, der in diesen Zeiten hier in Griechenland das Warten und Suchen doch wert war.

Eine ganz besondere Freude war die Ausgabe des Hanser-Verlags: 

Ein farbig bedruckter und mit Heißsiegeldruck versehener Canvas! 


Das freut mich natürlich ganz persönlich, so einen schönen Buchdeckel zu sehen und so ein exquisit gestaltetes Buch in den Händen zu halten ...

Ob der Inhalt des Buches auch der edlen Aufmachung entspricht, werde ich beizeiten berichten! 

Donnerstag, 28. Januar 2016

Zeitläufte........

Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, daß die Zeitläufte ihren eigenen Weg gehen. Die vergangenen Tage waren wieder ein Schlag ins Gesicht derer, die dem Untergangsgeheul ihre unbeirrbare Zuversicht auf eine humanitäre Gesellschaft entgegenstellen. So manch einer ruft nach der finalen Revolution – gegen das „System“, gegen dessen Politiker, gegen die kapitalistische Ausbeutung, der wir alle unterworfen wurden in den letzten Jahren. So manch einer sieht die Krux in den überbordenden Exzessen der rechtslastigen und gewaltbereiten Mitbürger, die ihren persönlichen Frust genau gegen jene richten, die am wenigsten damit zu tun haben und ihnen im Grunde nur als Sündenbock dienen. Vor einiger Zeit habe ich schon vom „Untergang des Abendlandes“ geschrieben – nicht im Sinne derer, die darin den Untergang des geliebten westlichen status quo diagnostizieren, sondern eher im Sinne des Spenglerschen Begriffes der zyklischen Veränderung dieses status quo. Gesellschaften und Kulturen verändern sich permanent, so sehr man sich dieser Tatsache auch in nahezu kleinkindlichem Eigensinn entgegenstellen mag.
Gestern jährte sich der 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Aus diesem Anlaß erinnerte man sich auch an Primo Levi, den herausragenden italienisch-jüdischen Schriftsteller, der uns in seinen Schriften die Greuel des Holocaust hinterlassen hat. Das folgende Zitat beschreibt genau das Gefühl, das ich in den letzten Monaten hatte: Die bittere Erkenntnis, daß nicht die wenigen Schreier das wirkliche Problem unserer gegenwärtigen Gesellschaft sind, sondern die Stillen, die Unbemerkten, die Kriecher, die erst im Schutze einer größeren Masse ihre ganz eigene, perfide Art von „Zivilcourage“ entfalten – all jene, wie sie uns ja auch hier im Internet tagtäglich begegnen. SIE sind im Grunde das Zünglein an der Waage unserer kommenden Gesellschaften  ...
Wenn wir uns ihrer ureigenen Feigheit, ihrem maulwurfartigen, Zweifel streuenden Genöle ergeben, ergeben wir am Ende uns selbst und unsere Überzeugungen.




Sonntag, 3. Januar 2016

Aus schlecht mach neu ...

Die Weihnachtsfeiertage habe ich viel gelesen - allerdings kommt jetzt hier ausnahmsweise mal keine Lektüreempfehlung. Unter den Büchern, die ich beim diesjährigen Weihnachtsbasar erstanden habe, waren auch zwei Krimis, die ich mir bewußt für jene Lesestunden mitnahm, die aufgrund meiner Müdigkeit und Erschöpfung keine anspruchsvolle Lektüre zulassen würden.


Ich nahm also über Weihnachten zwei Krimis von Nicola Förg zur Hand - einzureihen in die Kategorie der bayerischen Regionalkrimis ...

 "Eisenherz" habe ich mit viel Ausdauer und zeitweisen Gähnattacken durchgelesen - einfach, weil ich zu faul war, mir etwas anderes auszusuchen. Das zweite Buch, "Markttreiben", öffnete ich in der Überzeugung, daß man einem Autor manchmal auch eine zweite Chance geben sollte, legte es aber nach den ersten 10 Seiten endgültig zur Seite. Mich auch da noch durchzuquälen, war dann doch zuviel verlangt!

Es gibt viele, wirklich gut geschriebene Regionalkrimis, wie z.B. die griechischen Krimis von Petros Markaris; es gibt gar Meisterliches wie aus der Feder von Camilleri oder Izzo; es gibt herrlichen Humor bei Jörg Maurer oder Klüpfel/Kobr; es gibt wunderbares venezianisches Lokalkolorit in den Büchern von Donna Leon ...
Aber diese beiden Bücher hier waren in ihrem Aufbau, ihrer Personenzeichnung und ihrer Handlung so schlecht, seicht und absolut dröge, daß ich mir das Elend dann doch nicht noch ein zweites Mal antun konnte.

Wenn man solche Bücher herumstehen hat, stellt sich ja immer die Frage, was mache ich nun damit? Erste Option: für den nächsten Bücherbasar aufheben. 
Zweite Option: ab damit in die Recyclingtonne
Dritte Option: etwas Sinnvolleres daraus gestalten

Ich entschied mich für die dritte. Und so faltete ich gestern abend vor mich hin und konnte zwei neue Buchstützen herstellen, die mittlerweile schon zum Standardrepertoire meines Shops gehören und immer gern gekauft werden ... 



Also, nichts für ungut, Frau Förg, selbst das schlechteste Buch ist noch zu irgendetwas nütze - wie es Plinius der Jüngere einmal so oder ähnlich ausgedrückt hat  ...

Meine Lust auf Krimis hat sich nun wieder etwas gelegt, und so freue ich mich auf das Weihnachtsgeschenk einer lieben Freundin, auf den letzten, unvollendeten Roman von Wolfgang Herrndorf - der Kontrast zu Nicola Förg könnte größer wohl nicht sein ! 

Freitag, 1. Januar 2016

365 Weisheiten ...

DARAUF habe ich mich nun schon seit Wochen gefreut: Das Öffnen einer ganz besonderen Dose, die mir eine Freundin Anfang Dezember geschenkt hat.
Sorgfältig verschlossen, ja sogar verplombt war sie, um auch noch die Neugierigsten (respektive mich) vom vorzeitigen Öffnen abzuhalten. Diese Dose beherbergt 365 Sprüche und Weisheiten, die mich ab heute übers Jahr begleiten werden.
Das war schon fast ein Gefühl wie in Kindertagen, als wir ungeduldig die 24 Türchen des Adventskalenders Tag für Tag öffnen durften! Ein wunderschönes Geschenk einfach!

Und hier ist er nun.. MEIN erster Spruch des Jahres (und ich verspreche hiermit hoch und heilig, daß ich jeden Tag nur ein Kärtchen ziehen werde!) :









Ein neues Jahr erträumen ...

GEDANKEN ZUM NEUEN JAHR:  Das vergangene Jahr war aufreibend für so Manche im „Kleinen“, für so Manche im „Großen“. Sieht und liest man in den letzten Tagen die Jahresrückblicke, wird mir bewußt, wie vergänglich alles ist, wie schnell wir vergessen. Dennoch sind einige Themen geblieben, die uns mehr als alles andere beschäftigt haben und weiter beschäftigen werden: Terror hat sich breit gemacht und viele Menschen weltweit getötet. Viele Menschen in einem kleinen Land am östlichsten Zipfel Europas beugten sich einem widersinnig-kurzsichtigen politischen Spardiktat. Viele Menschen haben sich auf eine gefährliche und manchmal tödliche Reise ins Ungewisse gemacht, auf der Suche nach Frieden und Geborgenheit. So Manche beäugten und berurteilten all dies von der verstaubten, kleingeistigen Sicherheit ihres kleinkarierten inneren Sofas aus. So Manche trugen ihre Frustration und tiefste  Menschenverachtung hinaus auf die Plätze ...
Laute Dunkelheit hat sich vielerorts über uns gesenkt und die leise Hilfsbereitschaft all Jener übertönt, die ihre Menschlichkeit noch nicht begraben haben.
Und so habe ich kein gutes Gefühl für das Kommende. Morgen schon tauchen wir alle wieder ab in unsere Alltäglichkeit. Morgen schon werden all die guten Vorsätze vergessen sein. Morgen schon wird die Realität – die politische, die gesellschaftliche, die persönliche – an unsere Tür klopfen, auch mit all dem Unschönen, das wir uns eigentlich gerade in diesen Augenblicken so sehr hinwegwünschen.
Was bleibt uns dann an einem solchen Neujahrstag? Ich weiß es wirklich nicht.
Aber wir sollten uns dennoch unsere Träume nicht nehmen lassen, denn ohne sie wäre die Wirklichkeit nicht auszuhalten ...