Sonntag, 27. Dezember 2015

Atempausen ...

Und schon sind sie wieder fast vorbei, die Weihnachtsfeiertage! Die meisten von uns haben es sich gutgehen lassen – davon sprechen z.B. auch die zahlreichen witzigen Beiträge heute auf Facebook bezüglich der Kilos, die man wieder über Weihnachten zugenommen hat ... wink emoticon 
Natürlich gab es auch bei uns ein schönes, gemütliches Essen - aber beim genauen Nachdenken sollte uns genau deswegen klar sein, WIE gut es uns geht! Nicht allen von uns natürlich, aber doch vielen. Die Tage vor dem Fest mit all dem Trubel, dem Gehetze, dem Konsumrausch, wie mir all das jedes Jahr immer mehr zuwider wird! Muss denn wirklich jedes Jahr erst Weihnachten kommen, damit ich mich „besinne“? Weihnachten – das „Fest der Liebe“ inmitten eines Ozeans von innerer Verhärtung und Egoismus. Und ab morgen? Business as usual ... die Welt wird nicht einen Deut besser geworden sein - wir haben uns nur eine kleine Atempause gegönnt ...



Freitag, 18. Dezember 2015

Menscheln ...

Gestern las ich in einem Beitrag auf Facebook den Wunsch, im kommenden Jahr mehr zu "menscheln".... Ein wahrhaft schönes Wort! 
Sieht man im Duden nach, bedeutet es "menschliche Schwächen deutlich werden zu lassen". 
Im gelesenen Beitrag war der Wunsch wohl eher, wir sollten uns auf unsere Menschlichkeit besinnen. Nun, auch wenn der Duden dies nicht vorgibt als Bedeutung, wohnt diesem "menschliche Schwächen deutlich werden lassen" doch auch der Gedanke inne, daß wir uns gerade aufgrund unserer eigenen Schwächen nicht über Andere erheben sollten. Sprache kann sehr ausdrucksvoll sein, und in diesen aufrührenden Zeiten wünsche auch ich mir nichts mehr als die Besinnung auf uns als Menschen. Wenn man all die schlimmen Kommentare in den sozialen Netzwerken liest in Bezug auf die Flüchtlinge, wird mir die Verrohung genau dieser unserer Menschlichkeit jeden Tag schmerzlich bewußt. Sie hat bei so Vielen einem unglaublichen Zynismus und abgrundtiefer Menschenverachtung Platz gemacht. Ein Freund kommentierte, daß diese Verrohung wohl erst durch die sozialen Netzwerke mehr ans Licht kommt. Auch das mag sein  ...
"Menscheln" - das sollte man eigentlich als Wort des Jahres vorschlagen, und für uns selbst könnte dieses Wort nicht der schlechteste Vorsatz fürs Neue Jahr sein!


Donnerstag, 10. Dezember 2015

Libertas ....

Europa zäunt sich ein. Die Grenzen werden dicht gemacht. Lauter und lauter werden die Stimmen nach Zäunen – am besten gleich noch mit Stacheldraht verzierte! Mit Befremden liest man diese Berichte, aber mit schierem Entsetzen die Kommentare mancher Leser in den sozialen Medien. Der Psychologe Stephan Grünewald sagte in einem Interview, daß sich viele Menschen offenbar von einer liberalen Gesellschaft überfordert fühlen und deshalb nach einer starken „führenden Hand“ lechzen. Ein deutscher Hersteller von Pfefferspray spricht von „diffusen Ängsten“ der Menschen und kann sich vor Bestellungen kaum mehr retten. Haben wir also ein Freiheitsproblem? Und wollen wir die Freiheit nur für uns selbst und nicht für den Anderen?
Was haben wir die letzten Jahrzehnte dafür gekämpft nach dem Ende des Kalten Krieges oder vor dem Mauerfall in Deutschland! Jetzt, nur wenige Jahrzehnte danach, erscheint diese errungene Freiheit vielen Menschen als Verunsicherung oder gar als Bedrohung. Man müßte jetzt beim existenzialistischen Freiheitsbegriff beginnen, aber das würde zu weit führen ... 
Tatsache ist, daß Freiheit auch gedankliche Freiheit voraussetzt. Wo sich aber Gedanken zwischen Zäunen, wilkommener totaler Überwachung und Schlagbäumen bewegen, kann Freiheit nicht als eines der positivsten Güter des Menschseins wahrgenommen werden. 
Beim Anblick der Zäune, die gerade z. B. in Österreich hochgezogen werden, kam mir unwillkürlich ein Gedanke: Haben die Befürworter eigentlich darüber nachgedacht, daß hochgezogene Zäune vor dem Eindringling von Außen wohl schützen mögen, aber dem, der sich innerhalb dieser Eingrenzungen befindet, unter Umständen den Weg nach draußen abschneiden könnten ? 

MAN MUSS FREIHEIT AUSHALTEN KÖNNEN – etwas, was die Menschheit noch nie für längere Zeit geschafft hat!


Mittwoch, 2. Dezember 2015

Bücher müssen schwer sein, weil sie eine ganze Welt in sich tragen. - Cornelia Funke


Wie jedes Jahr war natürlich der erste Stand, den ich während des Weihnachtsbasar besucht habe, der Bücherstand! Jetzt ist mein Stapel ungelesener Bücher wieder um 25+ Bücher angewachsen ... Wie die wieder alle an ihren richtigen Platz in den Regalen kommen sollen, weiß ich zwar noch nicht, aber ich konnte einfach nicht umhin - die Versuchung war zu groß!
Viel Interessantes und schon länger Gewünschtes ist darunter: Philip Roth, Alberto Manguel oder Ingrid Jens zum Beispiel. Auch so manch "altes", irgendwann vor vielen Jahren schon einmal gelesenes Buch fand sich: Sartre, Allende, Maupassant, Seghers ...
Und für die etwas unbeschwertere Lektüre landete auch so mancher Krimi noch in der Tüte...

Was das Lesen anbelangt, können der Winter und die Weihnachtsfeiertage nun gern kommen!!!