Montag, 27. April 2015

Dienstag, 21. April 2015

Nachrufe....

Wie ich neulich mit meiner Freundin feststellte, sterben langsam aber sicher all die Persönlichkeiten, die unser Leben nachhaltig beeinflußt haben.
Vor wenigen Tagen zum Beispiel erst verstarb Günter Grass, kürzlich erst Siegfried Lenz, Richard von Weizäcker und Fritz J. Raddatz, ...
Mit all ihnen bin ich irgendwie aufgewachsen. Bücher von Lenz oder Grass standen auf der unbedingten Leseliste meiner Generation - vor allem "Die Blechtrommel" oder "Deutschstunde". Alle, Weizäcker, Raddatz, Grass und Lenz, gehörten der Generation meiner Eltern an, und wie meinen Eltern ward ihnen ein langes, efülltes Leben beschert. Trotzdem - oder gerade deshalb?- macht ihr Tod mich so melancholisch...
Um bei der Literatur zu bleiben, stand mir persönlich "Deutschstunde" immer näher als "Die Blechtrommel". Trotz dieser rein subjektiven Präferenz faszinierte mich dennoch die Komplexität der "Blechtrommel", unterstützt noch durch die meisterhafte filmische Adaption von Schlöndorff aus dem Jahre 1979...(Der spätere Grass konnte mich nicht mehr so überzeugen, auch den Nobelpreis fand ich nicht gerechtfertigt - vor allem im Vergleich mit anderen, internationalen Autoren).
Aber für mich waren es jene Jahre, die mich als Studentin in den Sog der Literatur zogen. Entscheidende Jahre, unvergessene Jahre.
Deshalb machen mich derartige Todesnachrichten dann auch irgendwie traurig. Eine persönliche Epoche endet. Ich werde mir unwillkürlich meines eigenes Alters bewußt....wie beklemmend!




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Samstag, 18. April 2015

Lesezeiten...

Gerade lese ich wieder extrem viel. Nach T.C.Boyle, Irving und Paul Auster steht ein mir bisher unbekannter Autor gerade hoch im Kurs: Armistead Maupin.
Zwischen 1974 und 1989 veröffentlichte er eine Serie von Romanen mit dem Titel "Tales of the City - Stadtgeschichten". Anfänglich angelegt als Zeitschriftenserie, wurden später Bücher daraus. Auf deutsch sind - soviel ich weiß - insgesamt 6 dieser Stadtgeschichten erschienen*, den ersten Band davon habe ich gelesen, 2 weitere folgen sogleich!  Diese Bücher handeln von Menschen aus allen Ecken Amerikas, die in den 70er und 80er Jahren versuchen, ihr Glück  in einer ganz besonderen Stadt zu finden: in San Francisco...
Beim Lesen dachte ich unwillkürlich an Fernsehserien wie "Die Straßen von San Francisco" oder den vor einigen Jahren erschienenen Film "Milk", der von jenen Jahren erzählt. Sie alle spiegeln das San Francisco jener Zeit wider, und so kann man sich ein wenig in die Atmosphäre von Maupins Büchern einfinden. Ich werde Euch irgendwann noch ausführlicher darüber berichten - wenn ich alle Bücher der Reihe gelesen haben werde!

(* Mittlerweile sind auch weitere "Stadtgeschichten" aus späteren Jahren erschienen)

Aber eigentlich wollte ich mit Euch ein schönes Zitat teilen, das ich gestern fand:
Besser kann man es nicht sagen!!!








Montag, 13. April 2015

Stellen Sie sich einen Mann auf dem Weg zu einem knapp dreißigsekündigen Ereignis vor... - John Irving

Wieder mal ein "Irving"! Nicht schon wieder, werden Viele von Euch jetzt sagen, ...
Tja, da steht so ein Buch seit Längerem im Regal, und dann denke ich, ach nein, du kannst doch nicht schon wieder einen Irving lesen, wo doch so viele andere, mir noch unbekannte Autoren auf ihre "Entdeckung" warten....Aber so geht es mir dann halt mit meinen Lieblingsautoren.Und deshalb hat mich die letzten Abende mal wieder John Irving in den Schlaf "gelesen"....
Die vierte Hand, erschienen im Jahre 2001, ist der zehnte Roman von Irving. Es ist für mich fast eines der kuriosesten Bücher von Irving. Die Geschichte. wie immer bei Irving, höchst skurill: ein Fernsehreporter verliert auf einem seiner Einsätze seine linke Hand - sie wird ihm vor laufender Kamera von einem Zirkuslöwen abgebissen! Ein ambitionierter Chirurg in Cambridge bietet sich daraufhin an, ihm eine neue Hand zu transplantieren. Eine Spenderhand ist bald gefunden, und damit nimmt das Leben des Fernsehreporters (und nicht nur seines) eine ungeahnte, äußerst seltsame Wendung....
Soviel zum groben inhaltlichen Gerüst des Romans. Wie Ihr schon seht, Irving bleibt sich treu. Er begreift die Natur des Menschen auch in den abstrusesten Situationen immer als zutiefst menschlich. Kein noch so vordergründig absurdes Verhalten wird von ihm in irgendeiner Weise moralisch "verurteilt", in den seltsamsten Lebenssituationen bleiben seine Protagonisten dennoch einfach Menschen. Heftigst verurteilt er in diesem Buch nur das Gebaren des sogenannten Katastrophen-Journalismus - was dem Leser dann auf diesen Seiten doch etwas Gänsehaut beschert, gerade jetzt nach dem Absturz der German Wings-Maschine vor einigen Tagen und dem Umgang damit in den Medien....
Irving gehört für mich zu den "menschlichsten" Autoren der Gegenwart. Der Leser begegnet in seinen Romanen einem Panoptikum menschlichen Daseins, und keines dieser Leben bleibt uns am Ende doch fremd. Das gibt jedem Leser das beruhigende Gefühl, daß jeder von uns so seine Macken und Verrücktheiten hat.
Sicherlich ist dies nicht gerade das beste Buch von Irving, aber eine allemal wundersame Lektüre!




Sonntag, 12. April 2015

Frühlingshafter Nachtrag...

Dieser kurze Nachtrag zum griechischen Ostersonntag muß dann doch noch sein!
Ein herrlicher Sonnentag, erstmal in aller Ruhe aufgestanden, dann ging es los Richtung Peloponnes zum Sommerhaus lieber Freunde, nicht weit entfernt vom antiken Theater von Epidaurus...
Nach gerade mal eineinhalb Stunden gemütlicher Fahrt....das Paradies:

Blick von der Terrasse auf die Inseln im Saronischen Golf
Frühling allüberall....
Altes, verwittertes Gartentor....
Die Gegend dort ist voller Zitrusbäume...
Farbenpracht....
Das traditionelle griechische Osterlamm durfte nicht fehlen...
Und zum Abschied am Abend gab es noch eine große Tüte voller frischgepflückter Grapefruits aus dem Garten unserer Freunde....von diesem Baum hier:

Lecker.....

Einfach ein PERFEKTER Tag war das!

Samstag, 11. April 2015

Καλό Πάσχα oder Frohe Ostern, zum Zweiten...

Letztes Jahr an Ostern hatte ich Euch ja Dürers berühmten Feldhasen etwas näher vorgestellt.
Dieses Jahr nun komme ich auf Umwegen noch einmal darauf zurück.
Wie wir ja alle wissen, war Dürer ein waschechter Nürnberger, und so ist es nicht verwunderlich, daß ebenfalls ein Nürnberger, geboren kurz nach Dürers Tod, zeit seines Lebens versuchte, in Dürers künstlerische Fußstapfen zu treten: Als begabter Maler wird Hans Hoffmann (ca. 1530-1592) vor allem bekannt durch seine Dürerkopien, die so gut waren, daß die Kunstwelt lange damit beschäftigt war, das eine oder andere Bild dem richtigen Künstler zuzuordnen. 1585 holte ihn Rudolf II an den kaiserlichen Hof nach Prag, wo Hoffmann nunmehr als Hofmaler eine regelrechte Dürer-Renaissance einleitete, indem für seinen Brotherrn zahlreiche Werke aus dem Nachlaß von Dürer erwarb...

Und hier ist er also, noch so ein berühmter "Nürnberger" Feldhase, diesmal aber gemalt von Hans Hoffmann. Als Hommage an Dürer befindet sich auf der Zeichnung Dürers Monogramm mit der Jahreszahl 1528, dem Todesjahr von Dürer...
Hoffmann schuf ein großes Werk in der direkten künstlerischen Nachfolge von Dürer, viele Natur- und Pflanzenstudien gehören dazu. Indem er Tiere dann nicht mehr nur isoliert quasi als Studienobjekt zeichnete, sondern zum Beispiel in ihre natürliche Umgebung einbettete, begründete Hoffmann die Gattung der sogenannten "Tierstücke"-  Stilleben mit Tieren, die dann im 17. Jahrhundert so richtig "en vogue" wurden:


Und so sieht man mal wieder: auch in der bildenden Kunst ist nicht alles Gold, was glänzt, oder besser gesagt, nicht alles ist ein "Dürer", was auf den ersten Blick danach aussieht...
Aber Dürer-Nachahmer hin oder her, natürlich war auch dieser Hans Hoffmann ein exzellenter Maler, der dann im Laufe seines Lebens sich nicht nur auf die Ideen seines großen Idols verließ....

Und so begegnet uns der Hase hie und da in der Kunst....

Dies war mein zweiter Ostergruß in diesem Jahr an all Jene, die an diesem Wochenende das orthodoxe Osterfest feiern!  ΚΑΛΟ ΠΑΣΧΑ!

Freitag, 10. April 2015

Das Schweigen der Lämmer....

Jedes Jahr an Ostern (in Griechenland) muß ich an meinen Vater denken:
Als er vor vielen Jahren zum ersten Mal an Ostern in Athen bei uns zu Besuch war und seine üblichen ausgedehnten Spaziergänge durch die Innenstadt machte, war er erstaunt über all die geschlachteten Lämmer, die er überall kurz vor Ostern sah...
Er prägte dann den schönen Spruch: "Griechische Ostern - das Schweigen der Lämmer"!



Donnerstag, 9. April 2015

Auf der Suche nach dem eigenen Gedanken.......

Was werden wir nicht überschüttet mit festgefaßten Meinungen, vagen Hypothesen, voreiligen Schlüssen !
Überall und immer geschieht das in unserem Leben.
Manchmal denke ich dann, was soll ich davon glauben, welcher Meinung soll ich mich anschließen, wie das Wahre vom Unwahren unterscheiden?
Nun bin ich inzwischen alt genug, daß ich mich nicht mehr auf meine Unerfahrenheit berufen kann. Also stehe ich notgedrungenermaßen Vielem von dem, was auf mich täglich so einprasselt, erstmal zurückhaltend gegenüber. Und dann versuche ich zu denken. Für mich allein, ohne auf die Meinung Anderer zu hören. Erstmal nur ich....
Je älter ich werde, desto mehr sind mir vorgefaßte, vorschnelle Meinungen und Lösungen erstmal suspekt.
Oft fallen mir dann Bücher und Geschichten ein, die ich im Laufe der Jahre gelesen habe. Und manchmal findet man in ihnen etwas, das uns hilft, einen vordergründig plausiblen Gedanken auch mal ganz anders zu denken....
Bücher bereichern uns mit dem Gedankengut von Menschen vergangener Zeiten. Sie sind unerschöpflich in dem, was sie uns an Anregungen geben können. So erweitern sie unseren eigenen Horizont, und wir lernen ab und an, unsere Gedanken von dem frei zu machen, was uns vorgesetzt wird...Und genau deshalb brauchen wir all die Bücher und ihre Geschichten !

Sonntag, 5. April 2015

Frohe Ostern, zum Ersten....

All meinen Freunden und Mitlesern, die an diesem Wochenende "dran " sind, ein Frohes Osterfest!

Für uns hier in Griechenland dauert es noch ein paar Tage, bis es dann heißt "Ostern, zum Zweiten..."
Und so müssen wir ja wenigstens einen Vorteil davon haben, daß wir in Griechenland leben: wir dürfen gleich zweimal Ostern feiern!

Donnerstag, 2. April 2015

Carpe Diem...

Nächtliche Stille. Die beste "Tageszeit" schon seit ich denken kann. Das vielfältige Rumoren der Tagesstunden, angefüllt mit unserem alltäglichen Leben, das bewältigt werden will, hat ein Ende gefunden. Spät abends erst kehrt die so notwendige Ruhe ein. Endlich, endlich Zeit zum Lesen, zum Nachdenken, zum Sein...

Unser Leben braust unter Tags so unerbärmlich. Die vergangenen Tage waren angefüllt mit Schreckensmeldungen in den Nachrichten, "blood on the rooftops" der Weltengebäude, wie es in einem Lied heißt. Alles wie gehabt. Die eigenen Existenzängste und Probleme. Alles wie gehabt.
Nur in den stillen Nachtstunden verblassen diese Dinge wundersamerweise, so als würde sich endlich ein erbarmender, das Brausen verschluckender Nebel über die Wirren des Tages legen. Und dann geschieht manchmal, daß ich diese Stunden nicht loslassen will, trotz aller Müdigkeit, weil sie so heilsam sind, so einlullend.
In den Zimmern nebenan schlafen friedlich meine beiden liebsten Menschen (ja, seit heute ist auch meine Tochter wieder bei mir). Und dieses Wissen beruhigt mich so und läßt mich dankbar sein.
Weil alle Probleme, alle Ängste, alle Widrigkeiten denn doch irgendwie nichtig werden.
"Carpe Diem"! Ein Lebensmotto, das uns Allen so erstrebenswert und unserem Dasein zu zuträglich erscheint. Und doch sind es gerade diese zwei so einfach dahingesagten Wörter, die schwerer als alles Andere in die Tat umzusetzen sind...
Aber jetzt liegen zehn wundervolle "Tochtertage" vor mir. Ich hoffe, ich kann sie "einfangen" - vor allem die Tagesstunden und nicht nicht nur die Nachtstunden!