Sonntag, 30. November 2014

Basar - und Büchergeschichten....

Jetzt ist der diesjährige deutsche Weihnachtsbasar hier in Athen wieder vorbei....tja, so schnell geht das: da arbeitet man wochenlang in seiner Freizeit darauf hin, und dann, kaum hat man sich mental richtig darauf eingelassen, ist der Spaß schon wieder vorbei...
Es ist schon beeindruckend, wie hier die unzähligen Helfer zusammenarbeiten, um die Organisation dieses großen Basars jedes Jahr zu bewältigen: Da binden Frauen Aberhunderte von Schleifen oder drahten Tannenzapfen, Kerzen und Dekomaterial an für die Adventskränze; da sortieren Frauen unermüdlich Berge von Second-Hand-Kleidung, gebrauchtem Spielzeug oder Haushaltswaren; da stricken, nähen, häkeln und basteln Frauengruppen das ganze Jahr über Weihnachtswaren; da werden unvorstellbare Mengen von Marmelade eingekocht und hübsch abgefüllt; da werden Berge von Kuchen und Torten gebacken; da werden Wurst- Bier- Brezel- Kartoffelsalat- Wein- Stollen- Süßwaren- und Getränkebestellungen organisiert; da werden unzählige Briefe verschickt, Schildchen gedruckt, Plakate und Einladungen entworfen, Spendenaufrufe getätigt, Kinderbetreuung organisiert, unzählige Brötchen geschmiert, literweise Kaffee, Tee und Glühwein gekocht....und da wird mit diversen Imponderabilien gekämpft, die bei so einer umfassenden Organisation einfach unumgänglich sind. Die Liste ist enorm, und Vieles habe ich hier sicher vergessen!
Insgesamt also ein Mammutunternehmen, das ausschließlich von Freiwilligen auf die Beine gestellt wird, was man nicht oft genug betonen kann! Der Reinerlös wird wieder der ökumenischen Sozialarbeit hier zugute kommen. Ein Grund für alle Helfer, ihr Bestes zu geben, denn die Krise hier betrifft nicht nur uns, die wir auf der Sonnenseite stehen oder uns gerade noch so durchwurschteln können, sondern auch Andere, die aufgrund von Krankheit oder Alter auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Neben dem Kunsthandwerkerstand, der auch dieses Jahr wieder liebevoll Handgemachtes anbieten und einen guten finanziellen Beitrag zum Gesamterlös leisten konnte (und der mir natürlich besonders am Herzen liegt), ist mein absoluter Lieblingsstand natürlich der...
Bücherstand! Das ganze Jahr über wird hier bis zum Umfallen gesammelt, sortiert, bewertet...Berge von gebrauchten Büchern werden dabei bewältigt. Dabei haben die netten Damen des Bücherstands sich im Laufe der Jahre zu wahren Experten entwickelt, wenn es um die Beurteilung alter Bücher geht!
Da wir im Ausland leben, ist dieses Riesenangebot an gebrauchten Büchern natürlich ein Eldorado für jeden deutschen Bücherfreund hier! Ich bin finanziell leider nicht mehr in der Lage, mir jedes Buch neu zu kaufen (was allerdings auch ohne Krise angesichts meiner nie enden wollenden Wunschliste absolut indiskutabel wäre)... Also warte ich ungeduldig jedes Jahr auf den wunderbaren Bücherstand des Basars. Ganz besonders freuen mich einige Bücher, die kurioserweise schon länger auf meiner Wunschliste stehen und wie bestellt vor mir lagen: Wolfgang Herrndorf, Daniel Kehlmann, Roger Willemsen, Javier Marias, Zeruha Shalev, Jean-Michel Guenassia...
Jedenfalls ist mein SUB wieder mal ganz gefährlich angewachsen, die nächsten Monate wird es mir nicht langweilig werden, Berichte über nennenswerte Lektüren werdet Ihr also weiterhin über Euch ergehen lassen müssen!

28 "neue" alte Bücher, wohin nun damit? Die Regale sind voll....

Und so bleibt nur noch der Wunsch, daß wir uns am Basar im nächsten Jahr alle gesund und munter wiedersehen...






Sonntag, 23. November 2014

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland...

Ein regnerischer Sonntagmorgen in Athen. Irgendwie zum düsteren Wetter paßt mein heutiger Sonntagsgruß.
Heute jährt sich zum 94. Mal der Geburtstag des Lyrikers Paul Celan. 
Da meine Schulzeit Mitte der 60er bis Ende der 70er Jahre in die beginnende und politisch endlich sanktionierte "Aufarbeitungsphase" des 2. Weltkrieges fiel, war sein wohl bekanntestes Gedicht "Todesfuge" ein Muß im Deutschunterricht. Irgendwie ist mir das Gedicht seither nicht mehr aus dem Kopf gegangen, vielleicht auch, weil ich damals einen tollen Deutschlehrer hatte, der das Gedicht mit uns bis zum Umfallen sezierte. Am beeindruckendsten ist noch immer Celans eigene Lesung, die heute dank youtube jedem zugänglich ist:
http://www.youtube.com/watch?v=mBpPioBKDJM

Auch wenn das ein nachdenklicher Beitrag ist, wünsche ich Euch allen einen schönen Sonntag und der "Sonntagsgrüßerin" Papyrus von http://alles-nicht-so-wichtig.blogspot.com gute Besserung!





Donnerstag, 20. November 2014

Weihnachtsbasar Athen

Hier ist sie, die offizielle Einladung für den traditionellen deutschen Weihnachtsbasar, der mit viel Hingabe und Zeitaufwand von den deutschsprachigen Frauen hier jedes Jahr organisiert wird und dessen Erlös ausschließlich sozialen Zwecken zugute kommt....

Seit so vielen Jahren bin ich nun dabei, und doch freue ich mich jedes Mal wieder wie ein Kind...
Angefangen habe ich anno dunnemal als freiwillige Helferin beim Glühweinstand (jedes Jahr ein äußerst weinseliges Unternehmen, denn allein schon vom wiederholten Abschmecken der unzähligen Liter bekam man einen Dusel!). Jahre später bekam ich dann die Möglichkeit für einen Stand bei den Kunsthandwerkern. Und da bin ich nun auch schon einige Jahre, bald ein Urgestein sozusagen....
Im Laufe der Jahre hat sich eine kleine Fangemeinde bei meinem Stand angesammelt, treue Kunden, die jedes Jahr immer wieder kommen...hoffentlich auch dieses Jahr, wo die Krise nach wie vor anhält!

Ich hoffe, ich werde all meine Freunde hier in Athen auf dem Basar sehen....!!! Hier schon mal ein klitzekleiner Vorgeschmack auf meinen Stand:


ΜΗΝ ΤΟ ΧΑΣΕΤΕ ! 
DON'T MISS IT !

Geil.......

Ein Post "der anderen Art" wird das heute, aber irgendwie beschäftigt mich das Thema schon länger....
An Tagen, an denen ich allein in meiner Werkstatt arbeite, habe ich mir angewöhnt, nebenbei diverse Sendungen-Filme-Dokumentationen auf meinem Laptop "mitlaufen" zu lassen (youtube und die Mediatheken sind eine wahre Fundgrube ....).
Dabei fällt mir auf, daß ein Adjektiv im deutschen Fernsehen immer häufiger auftaucht:
"GEIL!"
Ich kann gar nicht beschreiben, wie mich das nervt! Wenn man das Wort vor einigen Jahren noch unter der Rubrik "Jugendsprache" einordnete, stellt man nun fest, daß auch (nicht nur ungebildete) Erwachsene immer mehr saloppen Gebrauch davon machen....Alles ist auf einmal "geil": Das Essen, die Wohnung, die Fernsehsendung,das Buch, der Film, der Freund, etc. p.p.

Und da wären wir dann bei der Feststellung, daß wir unsere Sprache immer mehr verarmen lassen, bzw. uns oft gar keine weiteren Gedanken über ein Wort machen....

 Der Duden erklärt das Wort so: 

  1. (oft abwertend) gierig nach geschlechtlicher Befriedigung, vom Sexualtrieb beherrscht, sexuell erregt
    1. (Landwirtschaft) (von Pflanzen) [allzu] üppig, aber nicht sehr kräftig wachsend; wuchernd
    2. (Landwirtschaft) (vom Boden) fett, [zu] stark gedüngt
  2. (salopp, besonders Jugendsprache) in begeisternder Weise schön, gut; großartig, toll

 Tja, und das erstaunt dann doch: wußtet Ihr zum Beispiel, welche Bedeutung das Wort im Bereich der Landwirtschaft hat? Ich nicht.... 
Auf den saloppen Gebrauch des Wortes kann ich allerdings nach wie vor verzichten!!!!

Montag, 17. November 2014

Inventur...

Nachdem ich gestern vormittag mal wieder an meinem Dasein gezweifelt habe, bin ich ein wenig an die frische Luft gegangen, um kleine Pinienzapfen für meine Bastelarbeiten zu sammeln -  und um meinen Kopf wieder frei zu bekommen.
Ergebnis dieses Spaziergangs: Die Absurdität meines Daseins liegt darin, daß ich handwerklich tätig bin, was mir eben meine existenziellen Probleme beschert; gleichzeitig aber hilft mir genau diese Tätigkeit, stundenweise mal nicht über diese Probleme nachzudenken. Ein absurder Teufelskreis also! Aber wie sagte schon der argentinische Schriftsteller Julio Cortazar:
  
Only by living absurdly is it possible to break out of this infinite absurdity.
Am Nachmittag dann eine kleine "Inventur", was ich bisher aus verschiedendsten Materialien so alles vorbereitet habe für die kommenden Weihnachtsmärkte:
ca. 20 Weihnachtsbäume
ca. 60 Engel
ca. 30 stoffbezogene Häuschen
ca. 30 Papierkugeln
ca. 20 Girlanden
ca. 60 Baumhänger
und noch einige Einzelstücke....
Nach diesem beruhigendem Inventurergebnis verwirklichte ich dann endlich eine Idee, die nicht neu ist, die ich aber schon lange mal auf meine eigene Weise und mit meinen Materialien umsetzen wollte: Die weihnachtliche Krippenszene mal aus gefalteten Büchern...


Und das hat mich dann wieder gefreut und mir einige "Glücksmomente" beschert...

Sonntag, 16. November 2014

Katzengeschichten...

Schon länger habe ich mich nicht mehr bei kallebloggt.de/2014/11/15/alles-fuer-die-katz-22 gemeldet....
An diesem ruhigen Sonntag, nach einem kleinen Spaziergang, muss es aber mal wieder sein, und siehe da, WIR SIND GROSS GEWORDEN:


Übersättigung....

An diesem bewölkten Sonntagmorgen, bei meiner ersten Tasse Kaffee und beim obligatorischen Nachlesen, was es so Neues gibt auf Facebook, stolperte ich über einen Post, der für eine Verkaufsmesse an diesem Wochendende in Athen warb...
In diesen Wochen vor Weihnachten jagt nun ein Basar den anderen, unter dem Label "Handmade" werden die Menschen so bombardiert, daß ich mich fragen muß, was tue ICH da eigentlich?
Da wird genäht, gestrickt, gehäkelt, geklebt, decoupiert, gelötet, angerührt, bemalt, geknotet, was das Zeug hält...Es gibt Nichts, was es nicht gibt. Vor allem auf dem Schmuck- und Dekosektor ist das Angebot mittlerweile unüberschaubar geworden. Beim Ansehen der Photos dieser unzähligen Verkaufsstände überkommt mich dann schon fast Überdruß: Als Besucher wäre ich total überfordert. Ich würde wahrscheinlich irgendwann einfach gehen, ohne etwas gekauft zu haben...
Vor 10 oder 20 Jahren noch war etwas Handgemachtes hier etwas Besonderes. Mittlerweile muß ich feststellen, daß das Wort niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholt. Wie ich neulich schon in meinem Post über Kreativität schrieb, hat dieses Überangebot auch mit der Krise zu tun, denn jeder, der nicht gerade zwei linke Hände hat, versucht, sich auf diese Art finanziell über Wasser zu halten. Der Negativeffekt folgt natürlich auf dem Fuße: Eine Torte hat naturgemäß nur eine begrenzte Anzahl an Stücken, und diese Stücke sind kleiner, fast minimal geworden, denn auch die Torten per se werden kleiner und die Kunsthandwerkler immer zahlreicher...
Und so sitze ich an diesem Sonntag hier und stelle zuallererst auch meine Existenz in Frage. Ich bin nichts Besonderes mehr in der Menge der kleinen Hersteller. Aber, wie vielen Anderen, bleibt auch mir nichts anderes übrig als weiter zu falten, weiter zu kleben, eben weiter zu wurtschteln (was ich heute Nachmittag auch werde tun müssen)...
Welch ein Dilemma, in das uns diese Krise hier katapultiert hat! Ich habe es so satt!



Donnerstag, 13. November 2014

Als ich dir zeigte, wie die Welt klingt

Gestern Abend habe ich mir nach längerer Zeit mal wieder einen kleinen Kulturgenuß "außer Haus" gegönnt. Und da ich momentan meinem "Biographie-Tick" fröne, wie meine letzten Lektüren belegen, interessierte mich der gestrige Abend besonders.
Eine griechische Autorin, seit vielen Jahren beim Münchner Bayerischen Rundfunk tätig, hielt eine Lesung hier in Athen:
Eleni Torossi sollte mir zwar bekannt sein, sprach sie doch viele Jahre lang die vorabendliche Sendung "Betthupferl" im Hörfunk. An die Sendung kann ich mich durchaus erinnern, aber natürlich nicht mehr an die Sprecher. Genausowenig kannte ich ihre bisher erschienenen Bücher, meist Kinderliteratur. Jedenfalls stellte Frau Torossi gestern ein Buch vor, das, inspiriert von ihrer eigenen Lebensgeschichte, das Leben als Tochter einer tauben, alleinerziehenden Mutter in Athen beschreibt. Kaum vorstellbar, wie ein Kind seinen Lebensweg finden konnte unter diesen Umständen, aber umso mehr beeindruckend. Stellenweise berührte mich dieses Geschichte ähnlich wie die Kindheitserinnerungen von Hanns-Josef Ortheil, auch wenn es da um eine nicht-sprechende (keine stumme) Mutter und ihr nicht-sprechendes Kind geht (Die Erfindung des Lebens). Beiden Geschichten gemein ist das Eintauchen des Kindes in die Welt der Mutter, das Verstehenwollen, das Begreifenwollen.
Eleni Torossi hat mich vor allem in den Momenten angerührt, als sie frei von ihrem Leben und ihrer Motivation, dieses Buch zu schreiben, erzählte.
Im BR lief im Frühjahr in der Reihe "Lebenslinien" ein wunderschönes Porträt der Autorin, das ich mir gestern Abend gleich noch ansehen mußte...sehenwert! Der kleine Film ist zur Zeit noch abrufbar in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks  http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/lebenslinien/lebenslinien-der-lange-schatten-meiner-mutter-102.html .

Es war ein schöner, anregender Abend, leider mit viel zu wenigen Besuchern, was aber wohl der verhaltenen Ankündigung des Veranstalters anzulasten ist. Ich bin sicher, daß sich viel mehr Deutsche hier in Athen für die Autorin interessiert hätten, wenn sie es denn gewußt hätten!
Eine beeindruckende, warmherzige Autorin, eine interessante Geschichte dahinter (in diesem Fall kam natürlich auch ein wenig Melancholie bei mir hoch ob der besonderen Konstellation München-Athen)!!!

Dienstag, 11. November 2014

Leben, um davon zu erzählen

Es gibt wohl kaum einen passenderen Titel für diese ganz besondere Autobiographie: Leben, um davon zu erzählen. Damit ist im Grunde schon alles gesagt über dieses wundervolle Buch von Marquez, erschienen im Jahre 2002.
Das Buch beginnt mit der Bitte der Mutter des jungen, noch sich selbst suchenden Schriftstellers, sie auf ihrer Reise in das Dorf seiner Kindheit zu begleiten, um das familieneigene Haus dort zu verkaufen...
So begibt sich der nun gealterte Schriftsteller auf seine Erinnerungsreise in die eigene Vergangenheit, angefüllt mit unzähligen Menschen und erlebten Geschichten, mit unzähligen Schauplätzen und Landschaften - so Vieles davon findet man in seinen Romanen wieder.
Bei der kurzweiligen Lektüre hat der Leser das Gefühl, eigentlich wieder einen Roman und keine Autobiographie von Marquez zu lesen. Was das Lesen dieses Buches auch so besonders macht, ist der ständige Wiedererkennungseffekt: Da schreibt er z.B. über die Liebesgeschichte seiner Eltern, und noch bevor er es selbst sagt, weiß man schon, ach ja, das ist doch genau so in "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" beschrieben...
Da fährt er als junger Schriftsteller und Journalist an einer kleinen Bahnstation namens Macondo vorbei, die dann zum imaginären Topos der Weltliteratur in "Hundert Jahre Einsamkeit" wird. Da beschreibt er so viele Personen aus seiner weitverzweigten Familie, die irgendwo und irgendwie in seinen Schriften dann weiterlebten...
So hat man denn auch immer wieder das Gefühl, den alten "Freunden" seiner Romanwelt zu begegnen. Man spürt, daß nicht nur die Phantasie des Schriftstellers, sondern vor allem die Wirklichkeit dieses reiche schriftstellerische Werk erst ermöglicht hatten - genau so, wie es der programmatische Titel auch schon verheißt.
Gut, es mag sein, daß dieses Buch vor allem für Marquez-Liebhaber von Interesse ist, aber die sollten es dann auch auf jeden Fall lesen ! Und wer sich bisher noch nicht auf diesen Schriftsteller eingelassen hat, bekommt nach diesem Buch sicher Lust darauf...
Marquez ist dieses Jahr ja verstorben, und zuallererst nahm ich daraufhin wieder "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" in die Hand, ich habe darüber berichtet. Nun habe ich seine Autobiographie gelesen, unweigerlich folgen werden  "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Chronik eines angekündigten Todes". All diese Bücher haben mich schon als junge Studentin begeistert und ich weiß, sie werden es auch heute wieder...


Sonntag, 9. November 2014

Zeitliches....

Die Zeit rennt davon - so ergeht es mir jedes Jahr im November, denn der große deutsche Weihnachtsbasar hier in Athen steht an.
Und immer habe ich das Gefühl, nicht mehr genug Zeit zu haben...
Wie auch immer, ich bin neben der eigentlichen Arbeit jeden Nachmittag und Abend am "Werkeln" und heute gebe ich mal eine Frage an Euch weiter:

Diese Kalender habe ich letztes Jahr gebunden, sie waren bedruckt mit passenden Zitaten über die Zeit.  Nur ganze drei Stück  hatte ich davon gemacht, ein groooooßer Fehler, wie sich herausstellte, denn gerade diese drei waren die Kalender, die ich als erste von vielen verkaufte...

Und so werde ich dieses Jahr sicher mehr als nur drei davon herstellen...
Und hier nun meine Frage an meine Bücherfreunde: Kennt Ihr schöne (kurze) Zitate, die sich thematisch gut auf einem Kalender machen würden?
Über die eine oder andere Antwort würde ich mich freuen und bin schon gespannt, was Ihr so kennt oder findet !
Meinen heutigen Abend werde ich jedenfalls mit der entsprechenden "Recherche" verbringen, was für mich aber keine Arbeit ist, sondern im Gegenteil mir immer viel Freude bringt : endlich darf ich mal wieder in meinen Bücherregalen wühlen, bzw. auch das Internet durchforsten...

Donnerstag, 6. November 2014

Die Montagsfrage am Donnerstag..........

Wie immer, bin ich auch diesmal wieder mit einigen Tagen Verspätung auf  Ninas letzte "Montagsfrage" gestoßen...(entgegen der Meinung mancher Freunde, ich sei "unentwegt" im Internet unterwegs!!!).

Nina fragte diese Woche ihre geneigten Blogleser: Habt Ihr Euch schon mal vor einem Buch gedrückt, obwohl Ihr es eigentlich lesen wolltet?
Nun, diese Frage kann ich nur mit JA beantworten....und nicht nur EIN Buch "verfolgt" mich schon seit vielen Jahren.... 
Ich drücke mich vor so einigen Büchern, die ich zwar seit Jahren gerne lesen würde, wobei ich aber irgendwie spüre, daß deren Zeit noch nicht gekommen ist. Ob ich diese Bücher nun im Laufe meines verbleibenden Lebens lesen werde, weiß ich nicht. Vielleicht verpasse ich am Ende auch einfach den richtigen Moment. Oder reiße ich mich gar einfach nicht am sprichwörtlichen Riemen - literarisch gesehen? 
Ulysses war so ein Fall: Vorletzten Sommer habe ich mich mit geradezu todesmutiger Verachtung auf die Lektüre eingelassen, unbeeindruckt vom tobenden Leben um mich herum - und ich wurde am Ende so reich belohnt!!!  Und dennoch stehen (zu meiner Schande?) weitere "Große" der Weltliteratur auf meiner "Drückebergerliste":  Dostojewski,  Doderer, Proust, Dickens, Twain etc. pp......
All ihre Bücher stehen seit Jahren in meinem RUB (Regal ungelesener Bücher), und wie oft ich sie auch in die Hand nehme, immer wieder zieht es mich genauso oft auch weg von ihnen. Woran liegt das? Keine Ahnung...ich schiebe es immer auf den "unpassenden Moment", aber das mag es wohl auch nicht immer sein!
Manchmal glaube ich schlichtweg, daß es auch in der Bücherwelt eine Art von Reizüberflutung gibt: Zu viele Bücher stürmen auf uns ein; je nach persönlicher Präferenz findet ein jeder von uns unzählige Neuerscheinungen. Ein Leben allein reicht nicht aus, um all das zu lesen, wofür man sich eigentlich interessieren würde, es sein denn, man kann sich den Luxus leisten, NICHTS zu tun außer zu lesen. Oftmals beneide ich diese Menschen, die sich ausschließlich mit dem Lesen beschäftigen können bzw. dürfen: ein Mönch in einer mittelalterlichen Bibliothek zum Beispiel (Umberto Eco läßt grüßen!). Aber diese Weltabgewandtheit wäre im Grunde auch kein Leben für mich !!!
Also, um die Frage von Nina abzuschließen: Alles ist wahrscheinlich gut so, wie es ist. Ich lese seit ich denken kann mit ungetrübter Leidenschaft, und so manches Buch "auf der Warteliste" mag im Laufe der kommenden Jahre doch noch zu seinen Ehren kommen, so Gott -oder wer auch immer- will.......





Montag, 3. November 2014

Kriminelles Wochenende...

Das Wochenende habe ich nach langer Zeit mal wieder fast ausschließlich in der Horizontalen mit Lesen verbracht.
Eine Freundin brachte mir neulich drei Krimis vorbei, und irgendwie passten die jetzt zu meinem "wochenendlichen" Wunsch, einfach nur mal abzuschalten und nicht mehr denken zu müssen...

Nach der letzten, überaus interessanten und sehr empfehlenswerten Lektüre der Biographie von Katia Mann mußte ein Kontrastprogramm her, und so ging es nun hinab in die Niederungen von grausigstem Mord und Totschlag:

 

Um es kurz zu machen, die Amerikanerin Linda Castillo ist recht bekannt für ihre Krimis, ich persönlich würde die Bücher in die Kategorie amerikanische Regionalkrimis einordnen. Die Ermittlerin lebt in Ohio inmitten von "Engländern" und einer großen Amish-Gemeinde, der sie aber seit Jahren und aus eigenen Stücken nicht mehr angehört. Deshalb dreht sich in den Büchern auch viel um die persönlichen und beruflichen Konflikte, die daraus entstehen. Das Thema interessierte mich, aber einen wirklichen Einblick in das Leben der Amish gewinnt man nicht, zu oberflächlich bleibt Alles - zumindest mir waren die diesbezüglichen Informationen längst bekannt. Beim Lesen des zweiten Buches lassen die vielen Wiederholungen das Thema um die Lebensweise der Amish People denn auch schnell langweilig werden - es darf weitergeblättert werden!
Was mich zuden gelangweilt hat: Natürlich fehlt auch nicht das Techtelmechtel mit einem externen Profiler, der zu den Ermittlungen hinzugezogen wird und die Heldin am Ende rettet und in seine starken Arme schließt... Also, alles wie gehabt und so oder ähnlich schon hundertmal gelesen. 
Der einzige Vorteil dieser beiden Bücher für ein entspannendes Lesewochenende: man mußte wirklich nicht allzuviel denken beim Lesen...

Der dritte Krimi verspricht nun allerdings ein anspruchsvolleres Lesevergnügen, zumindest auf den ersten 150 Seiten muß man schon mal höllisch aufpassen, um den Anschluß nicht zu verlieren...Psychologisch sehr viel fundierter und interessanter geht es in diesem Buch zu, nicht so flach und absehbar wie bei Castillo, wie mir scheint. Der schwedische Kriminalpsychologe Sebastian Bergman wird bei einem Besuch in seinem Heimatstädtchen in den Fall eines ermordeten Jugendlichen verwickelt....
3Sat Kulturzeit urteilte 2011 über das Erstlingswerk des schwedischen Autorenduos: "Ein beeindruckendes Krimidebüt - psychologisch dicht, mit unerwarteten Wendungen und einem ungewöhnlichen Ermittler". Nun, ob das wirklich so ist, weiß ich noch nicht, noch liegen weitere 450 Seiten vor mir, aber oft merkt man den Qualitätsunterschied bei Krimis doch schon sehr schnell...
So, das war's mal wieder von der "Lesefront", ich und mein Blog sind wieder auf dem neuesten Stand der Dinge!
P.S. Ein paar Tage später: ich kann meinen ersten Eindruck nur bestätigen...der Krimi ist wirklich sehr gut!