Freitag, 26. September 2014

Werbung, Werbung, Werbung....

Dieses Wochenende ist es soweit: Zum ersten Mal nehmen ich und meine Freundin teil an einem Markt, der hier in Athen vor 10 Jahren ins Leben gerufen wurde und einmal im Monat ausgerichtet wird. Dort verkaufen kleine Unternehmen ihre Produkte, das meiste davon handgemacht. Die Warteliste der Aussteller ist endlos lang und so freuten wir uns natürlich, daß wir endlich dort aufgenommen wurden. Das Ganze findet statt unterhalb der Akropolis, im Gebäude und wunderschönen Garten des hiesigen Archäologenvereins...
Nun, wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich ziemlich aufgeregt, immerhin gehen wir ja nicht aus Jux und Dollerei dorthin, sondern wollen auch etwas verkaufen....das Geld brauchen wir nötigst. Und so stellt sich dann ja auch immer die Frage, wie mache ich ohne Geld Werbung dafür. Die beste Möglichkeit dafür ist in meinem Fall natürlich Facebook.
Mein Werbekonzept habe ich mir schon vor längerer Zeit für meinen E-Shop überlegt. Zitate sollten es sein, die im Zusammenhang mit den jeweils beworbenen Produkten bzw. dem Event stehen, und am meisten freut es mich immer, wenn ich ein passendes literarisches Zitat finden kann. So manch schöne Werbung ist dabei schon entstanden im Laufe der Jahre. Wenn ich aber partout kein passendes Zitat finden kann,  muß ich mir notgedrungenermaßen selbst was überlegen....
Wie auch immer, hier nochmal schnell die elektronischen "Plakate", wie sie die letzten Tage auf Facebook ihre Runde gemacht haben:









Montag, 22. September 2014

Aus hohlen Augen....

Noch immer ist geruhsame, freudige, kuschelige, beruhigende "Tochter-Zeit" in unserem Hause....
Deshalb nur schnell ein Beitrag, weil etwas mich heute so nachdenklich-traurig gemacht hat. Anläßlich der Trauerfeier des vor kurzem verstorbenen Blacky Fuchsberger veröffentlichte der Bayerische Rundfunk heute auf Facebook das folgende Gedicht, das Fuchsberger vor zwei Jahren anläßlich seines 85. Geburtstages geschrieben hatte:

Aus hohlen Augen grinst er Dich an
und sagt: Kommst Du freiwillig mit, alter Mann?
Wehren ist zwecklos, mach Dich bereit
für den letzten Schritt in die Ewigkeit.
Du schaust und legst zum Ende
in seine Hände deine zitternden Hände.
Im brechenden Auge ein Hoffnungsschimmer
und dann gibste den Löffel ab - für immer.


Warum schreibe ich das jetzt hier? Seine Worte erinnerten mich einfach an die letzten Lebensmonate meiner Mutter, als sie mich eines Tages im Oktober anrief und sagte, ich solle kommen, sie brauche mich. Das erste Mal seit meinem Umzug nach Griechenland, daß sie diese Worte gebrauchte. Und ich wußte, es war ernst. Ich ließ alles liegen und stehen und flog zu ihr. Und dann, in jenen drei gemeinsamen Wochen, die immer wiederkehrenden Worte, daß sie jetzt, mit 85 Jahren, nur noch den Tod zu erwarten hätte....
Ich habe es damals nicht wahrhaben wollen, sie war nicht krank, habe es nicht verstanden, meinte, sie müßte doch glücklich sein, so alt werden zu dürfen, wohingegen so manche Freunde in meinem Alter bereits sterben mußten....
Aber so kann man das wohl nicht sehen, wenn man 85 ist. Da ist es tatsächlich schlichtweg so, daß die innere Einsamkeit unendlich ist, daß nicht mehr viel bleibt, worauf man sich freuen kann, was man erwarten kann....das Ende ist einfach zu nah!



Dienstag, 16. September 2014

Zehn kleine Negerlein....

Ja also, zehn waren es nicht, aber immerhin ganze fünf....Mutter inklusive vier Babies...vor vier Monaten.
Jetzt hat sich die Katzenhorde stark verkleinert: Muttern läßt sich nur noch ganz sporadisch blicken und zwei Babies haben Adoptivfamilien gefunden. Nur noch zwei Racker sind bei uns, aber die sind unzertrennlich. Hier ihre Geschichte in Bildern:



Mal sehen, wie unsere Katzengeschichte weitergeht...
Und für alle Katzenfreunde bei Kalles "Alles für die Katz" noch ein kleines Gedicht vom unvergessenen Sprachkünstler Heinz Erhardt:

Die polyglotte Katze 

Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt: "Da wart nicht lange ich,
die Maus, die fange ich!"
Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein,
doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!"
Da plötzlich hört sie - statt"miau"
-ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht: "Die arme Katze,
der Hund, der hatse! 
Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen!"
Doch leider - nun, man ahnt`s bereits
-war das ein Irrtum ihrerseits,
denn als die Maus vors Loch hintritt
-es war nur ein ganz kleiner Schritt
-wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweg gerafft!---
Danach wäscht sich die Katz die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:
"wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man 'ne fremde Sprach kann...!"  
Heinz Erhardt

Mittwoch, 10. September 2014

Mutterfreuden....

Hurra, meine Tochter ist für 3 Wochen aus dem Münchner "Exil" zu uns ins griechische "Exil" auf Besuch gekommen, was wiederum unsere verquere Lebenssituation widerspiegelt: Sie, die in ihrer Kindheit und Jugend in Griechenland beheimatet war und nun in München lebt, und ich, die ich in meiner Jugend in München beheimatet war und nun in Griechenland lebe....Wir treffen uns auf griechischem Boden, also des Einen Heimat und des Anderen Exil gleichermaßen! Welch ein emotionales Durcheinander....

Dieses Bild der amerikanischen Impressionistin Mary Cassat beschreibt irgendwie meinen derzeitigen Zustand: Mit meiner Tochter über der Lektüre von Salingers "The Catcher in the Rye", das ich Euch ja neulich schon vorgestellt habe...Wie das dann so ist eben, wenn die olle Mutter doch noch einige Tips geben kann beim Verfassen einer Seminararbeit im Literatur-Studium - und sich dabei voller Wehmut an ihre eigene Studienzeit erinnert!
Also, die nächste Zeit ist "Tochter-Zeit", was bedeutet, daß ich weniger Zeit zum Lesen haben werde (Ransmayr in Zeitlupentempo) und weniger im Internet "unterwegs" sein werde.
Auf bald!




Samstag, 6. September 2014

I no longer have patience...

Folgende Aussage der von mir überaus geschätzten Meryl Streep machte die letzten Tage die Runde auf Facebook. Ich finde Streeps Worte so passend, daß ich sie auf meinem Blog "verewigen" will:

“I no longer have patience for certain things, not because I’ve become arrogant, but simply because I reached a point in my life where I do not want to waste more time with what displeases me or hurts me. I have no patience for cynicism, excessive criticism and demands of any nature. I lost the will to please those who do not like me, to love those who do not love me and to smile at those who do not want to smile at me. I no longer spend a single minute on those who lie or want to manipulate. I decided not to coexist anymore with pretense, hypocrisy, dishonesty and cheap praise. I do not tolerate selective erudition nor academic arrogance. I do not adjust either to popular gossiping. I hate conflict and comparisons. I believe in a world of opposites and that’s why I avoid people with rigid and inflexible personalities. In friendship I dislike the lack of loyalty and betrayal. I do not get along with those who do not know how to give a compliment or a word of encouragement. Exaggerations bore me and I have difficulty accepting those who do not like animals. And on top of everything I have no patience for anyone who does not deserve my patience.” Meryl Streep
 (Nachzulesen bei http://ioadicaeu.wordpress.com/2014/07/31/i-no-longer-have-patience/)

In diesem Sinne noch ein schönes Wochenende!

Freitag, 5. September 2014

Einfach zuviel des Guten...

Halleluja, es ist endlich "vollbracht": Hier also mein schon von einer Leserin "angemahnter" "Lektürebericht:

»Ein Meisterwerk. Ein Wunderding der Prosa, dessen Elemente gemischt sind aus Mythen und Mären, Fabeln, Legenden und einer wunderschönen Liebesromanze.« schrieb Fritz J. Raddatz.

Rafik Schamis Buch ist tatsächlich all dies. Man taucht ein in ein halbes Jahrhundert syrischer Geschichte; in eine nach bester Scheherazade-Tradition alles zusammenhaltende Liebesgeschichte mit starken Reminiszenzen an Romeo und Julia; in die facettenreiche und bunte Geschichtenwelt der Menschen um die beiden Liebenden herum.  Ich bin leider nicht in der Lage, 1000 Seiten hier aussagekräftig zusammenzufassen....also laß ich es in diesem Falle lieber!
Schami versteht es, in diesem Gewebe von kleinen, oft anekdotischen, in sich abgeschlossenen Geschichten ein wunderschönes, aber auch politisch-historisch-religiös koloriertes Gemälde Syriens des 20.Jahrhunderts zu erschaffen. Und so begleiten wir die Geschicke der beiden Liebenden Rana und Farid und ihrer Familien durch drei Generationen hindurch bis ins Jahr 1970. Dies ist gerade jetzt angesichts der aktuellen Ereignisse in Syrien doch eine passende Lektüre, weil man einen Einblick in die Lebenshintergründe dieses Landes bekommt und so Manches, was heute dort passiert, vor dem geschichtlichen Hintergrund verständlicher wird. Ob man will oder nicht, man wird mit Schami in diese, uns so fremde Welt geradezu hineinkatapultiert...

Und so bleibt nach 1040 Seiten volle Begeisterung, aber auch ein Gefühl der Überforderung - "zuviel des Guten", möchte ich fast sagen - im positiven Sinne:
Da schreibt einer, der so unendlich viele Geschichten in sich trägt, daß er aus diesem einen Buch leicht mehrere hätte machen können. Und nicht nur das, man hat das Gefühl, da war noch viel mehr an Geschichten im Hinterstübchen, aber vielleicht "erbarmte" sich Schami angesichts der anwachsenden Seitenzahl dann doch irgendwann seines Lesers...
Also, liebe Literaturfreunde, lest dieses "Wunderding"! Wenn ich auf Amazon rezensieren würde und wenn ich Zehntelpunkte vergeben könnte, bekäme das Buch 4.9 von 5 Sternen.
Das fehlende Zehntel??? Das ist tatsächlich nur für meine zeitweilige "Geschichten-Überforderung" und den Gedanken, es hätten ruhig ein paar kleine "Abschweifer" weniger sein dürfen, es hätte der Eindringlichkeit des Romans keinen Abbruch getan. Zwischendurch, beim Lesen, wünschte ich mir einfach, es gehe mit der eigentlichen Geschichte um Farid und Rana etwas schneller voran...Aber das ist wirklich ein sehr subjektiver Gedanke, der natürlich nicht für jeden Leser zutreffen mag.
Insgesamt ein empfehlenswertes Lesevergnügen der besonderen Art!

P.S. Ich muß noch hinzufügen, daß mir die gebundene Ausgabe als "Bettbuch" zeitweise zu schwer war, meine Handgelenke zeugen davon! Wenn möglich, besorgt euch am besten eine Dünndrucktaschenbuchausgabe....ha....was für ein Wort wieder! Das bringt nur die deutsche Sprache hervor! 

Montag, 1. September 2014

Die Montagsfrage

Die Montagsfrage heute mal geographisch:

WO BEFINDEST DU DICH GEOGRAPHISCH GERADE IN DEINER LEKTÜRE?

Eine Frage, die diesmal ganz kurz zu beantworten ist: Ich bin schon seit einiger Zeit in SYRIEN...in Damaskus!
Das "seit einiger Zeit" bezieht sich auf die Seitenzahl des Buches....ganze 1040 Seiten!
Es handelt sich übrigens um Rafik Schamis Die dunkle Seite der Liebe.
Ich liege in den letzten Zügen, werde Damaskus also bald verlassen haben, mein Lesebericht folgt dann auf dem Fuße...