Sonntag, 31. August 2014

Be yourself...

Mein heutiger Sonntagsgruß ist kurz und bündig und diesmal nicht der Literatur oder Kunst gewidmet, sondern ausnahmsweise mal uns selbst:


Ein Zitat, das natürlich viele von euch kennen, von - wie könnte es anders sein - Oscar Wilde!

Das Bild übrigens ist ein kleiner Ausschnitt zweier Arbeiten, die mich in den letzten Tagen ziemlich absorbiert haben und noch ihrer Vollendung harren. Damit werde ich mir in Ruhe den heutigen Sonntag vertreiben und - wenn Zeit bleibt - noch einige weitere Seiten Rafik Schami genießen...
Einen schönen Sonntag euch allen!


Mittwoch, 27. August 2014

Der Fänger im Roggen

Eigentlich hatte ich vor zwei Wochen ja Rafik Schami zu meiner Urlaubslektüre erkoren. Ich war auch schon fast bei der Hälfte der beinahe 1000 Seiten gewesen, da kam mir - auf die Bitte einer anderen Leserin hin - ein weitaus kürzeres Buch vorübergehend nach vielen Jahren wieder "in die Quere":

Erschienen ist das Buch 1951. Salinger errang damit Weltruhm und hat danach bis zu seinem Tode 2010 eigentlich nicht mehr viel veröffentlicht. Auf deutsch erschien 1962 eine von Heinrich Böll durchgesehene Übersetzung (die ich wieder gelesen habe), inzwischen soll es aber eine Neuübersetzung geben, die angeblich der jugendlichen Sprache des Originals näher kommen soll.
Viele meiner Generation haben es natürlich schon längst gelesen, aber vielleicht kann ich die eine oder andere jüngere Literaturfreundin doch noch darauf aufmerksam machen. Der Inhalt ist schnell umrissen: Der 17-jährige Holden Caulfield wird wegen schlechter Noten vorzeitig von seiner Schule verwiesen und vertreibt sich 3 Tage in New York aus Angst vor der Reaktion seiner Eltern. Die Geschichte ist aus der Sicht Holdens erzählt, und so begleiten wir ihn durch den Großstadtdschungel von New York im Amerika der 50er Jahre.
Holden ist ein Anti-Held, der einen Weg sucht, der Verlogenheit, den Konventionen und der Heuchelei um ihn herum zu entgehen. Während dieser 3 Tage kommt es zu zahlreichen Begegnungen mit Mitmenschen, die alle auf ihre Art Prototypen der damaligen Gesellschaft verkörpern und all das repräsentieren, was Holden nicht ertragen kann. Wir begleiten den Ich-Erzähler und werden gewahr, wie der Junge trotz seines großen Abscheus vor seinen erwachsenen Mitmenschen am Ende doch ein ganzes Stück erwachsen wird: weg von seinen kindlichen Vorstellungen über das Leben beschließt er, Verantwortung zu übernehmen, für den Menschen, der ihm am meisten am Herzen liegt, seine kleine Schwester Phoebe....
Der Roman ist schon ziemlich beeindruckend, nach wie vor gültig, denn die grundlegenden Probleme des Erwachsenwerdens haben sich ja nicht geändert: "Obwohl das Buch vor mehr als einem halben Jahrhundert erschien, haben dessen Grundthemen nie Patina angesetzt: Das mit der Liebe ist nicht leichter geworden, das mit der Schule nicht, und das mit der Scheinheiligkeit der Welt erst recht nicht." So schrieb Der Spiegel vor 4 Jahren anläßlich des Todes von Salinger.
Also, für uns, die tatsächlich schon "Patina" angesetzt haben, ist das Buch eine Rückschau auf unsere Gefühle als Jugendliche, für die jungen Leser ist es eine bestechende Lektüre, die Vieles von dem thematisiert, was sie aktuell "umtreibt". Vielleicht ist das Buch gerade deshalb immer noch lesenswert. Und auch Holden im Buch hat eine Meinung über gute und schlechte Bücher:

Was mich richtig umhaut, sind Bücher, bei denen man sich wünscht, 
wenn man es ganz ausgelesen hat, der  Autor, der es geschrieben hat, 
wäre irrsinnig mit einem befreundet und man könnte ihn jederzeit, 
wenn man Lust hat, anrufen. Das kommt aber nicht oft vor.

Montag, 25. August 2014

Die heutige Montagsfrage von Nina:

Das abgefahrenste Buch, das Du je gelesen hast?

Nun, erstmal hat mich die Frage ob dieser Wortwahl doch etwas verstört....was soll das Wort "abgefahren" eigentlich bedeuten? Ist das wieder nur so ein Wort, das aus dem umgangssprachlichen Jargon in unsere geschriebene Sprache "hinübergeglitten" ist?
Ich forsche eigentlich immer nach, wenn ich die Bedeutung eines Wortes nicht ganz genau erfassen kann. Der Duden bezeichnet das Wort nach wie vor als "umgangssprachlich" und gibt folgende Synonyme:
  1. beeindruckend, hervorragend, begeisternd
  2. außergewöhnlich, unkonventionell
Also, so ungefähr hatte ich mir das gedacht, aber ich bin immer noch ein Verfechter des genauen Sprachgebrauchs...und es sind ja nicht gerade wenig Synonyme, die man verwenden könnte...
Aber das, mit Verlaub, nur nebenbei !

Wenn ich über all die oben genannten Adjektive nachdenke, fällt mir spontan (m)ein Buch ein:
Die Göttliche Komödie von Dante Alighieri - tatsächlich beeindruckend, hervorragend, begeisternd, außergewöhnlich, unkonventionell...oder von mir aus "abgefahren"!

Trotzdem müßte ich noch viele weitere Bücher anführen, deshalb werde ich mich nicht festlegen auf DAS "abgefahrenste" Buch.....die Weltliteratur ist viel zu groß und vielseitig, als daß ich dies wagen könnte!


Sonntag, 24. August 2014

Upcycling...

Gerade gestern abend sind noch ein paar "neue" Buchstützen fertig geworden. Und für meine Werbung auf FB wollte ich doch mal genauer die Definition von "Upcycling" wissen. Also "googelt" frau wieder mal schnell. Mein eigenes großes Englisch-Wörterbuch entstammt noch Studienzeiten und ist aus dem Jahre 1985, und da ist dieses Wort noch nicht aufgeführt...

Nun, was ich online dann im Oxford-Dictionary fand, war doch sehr erfreulich, vor allem der Zusatz "to produce something that is even better than the original" schmeichelt dem Kunsthandwerker natürlich außerordentlich, ha!
Tatsächlich entstanden diese Bücherstützen aus den Holzbrettern eines kaputten Regals, die seit unserem Umzug vor 3 Jahren in der Garage herumlagen, und aus aussortierten Büchern aus meinem Keller. Gut, die Herstellung braucht schon so seine Zeit, man müht sich schon ziemlich ab, aber das Ergebnis erfreut dann umso mehr. Und ich liebe einfach die Vorstellung, daß all diese "Materialien" nicht einfach im Müll verschwinden, sondern noch eine weitere Daseinsberechtigung bekommen!


Sonntagsgruß mit Warhol...

Nach dem einen oder anderen sonntäglichen "Aussetzer" heute mal wieder ein Gruß an die liebe Bloggerkollegin Papyrus von http://alles-nicht-so-wichtig.blogspot.com/....
Diesmal nur mit einem kurzen Zitat des großen Andy Warhol:


 Die Ästhetik unserer Tage heißt Erfolg.

Der geniale Warhol sah Vieles voraus und nahm Vieles von dem vorweg, was wir heute leben und als ganz normal empfinden sollen. Der Wert unseres Daseins oder unseres Tuns wird tatsächlich mehr und mehr am Erfolg gemessen und am Geld, das wir damit verdienen etc. Für alle unter uns, die versuchen, sich im weitesten Sinne kreativ zu betätigen oder einfach ein wie auch immer geartetes, nicht primär am Geldverdienen orientiertes Leben zu führen, bleibt Warhols Ausspruch eine bittere Wahrheit...

Aber immerhin hinterließ Warhol uns auch die folgende, weitaus tröstlichere Anregung: 

Denke nicht viel über das Schaffen von Kunst nach, sondern mach es einfach. Lass andere darüber entscheiden, ob sie gut oder schlecht ist. Währenddessen produziere einfach mehr Kunst.

Wie ich jetzt auf Warhol komme, werdet ihr euch fragen. Ganz einfach: Ein Bekannter machte mich aufmerksam auf eine absolut sehenswerte, fast 3-stündige Dokumention, die ich allen an Warhol und an Kunst Interessierten nur wärmstens empfehlen kann... https://www.youtube.com/watch?v=KnhqRiJ4KH8

Habt einen schönen Sonntag!

Donnerstag, 21. August 2014

Ältere Bekanntschaften und Freundschaften,,,,

Ältere Bekanntschaften und Freundschaften haben vor neuen hauptsächlich das voraus, dass man sich einander schon viel verziehen hat. 

Dieses Zitat von Goethe und das Bild von Picasso sind meiner allerliebsten Freundin aus Studententagen gewidmet, die ich vor ein paar Jahren "verlor"...
Gestern, beim Ausmisten einer alten Kommode, fand ich einen kleinen, unscheinbaren Zettel mit ihrer Telefonnummer und kurzentschlossen wählte ich die ominöse Nummer...
Ich konnte es kaum fassen, als sie antwortete!
Ähnlich wie ich "verabschiedete" sie sich vor Jahren aus Deutschland, um ihrerseits in Frankreich ihr Glück zu finden. Irgendwann aber verloren wir den Kontakt, ich fand ihre Adresse und Telefonnummer nicht mehr, fand sie nicht auf Facebook, war oft sehr betrübt, daß ich keine Neuigkeiten von ihr hatte. Wir waren während und nach unserem Studium in München "die" Freundinnen, und immer wieder fragte ich mich, wie es ihr wohl gehen mag, sie war auf immer und ewig in meinem Herzen!
Und jetzt, nach mehr als fünf Jahren habe ich sie wiedergefunden!!! My absolute soulmate....Ich bin überglücklich!!!!




/x/details.png

Mittwoch, 20. August 2014

Die Montagsfrage am Mittwoch....

Nun, heute ist zwar schon Mittwoch, aber gerade heute erst las ich die letzte Montagsfrage auf Ninas Blog http://libromanie.de/2014/08/montagsfrage .
Und die fand ich diesmal ganz interessant:


WAS WÄRE DEIN TRAUMJOB, WENN DU
IRGENDWAS MIT BÜCHERN MACHEN KÖNNTEST ?

Ja, darüber habe ich in meinem Leben schon in jungen Jahren nachgedacht. Erstmal spukte während des Literatur-Studiums natürlich der Wunsch, Lektor zu werden, in unser aller Köpfe herum. Kaum einer von uns hat's am Ende geschafft, und so manch Einer, der dann doch "irgendwie" bei einem Verlag unterkam, mußte nach einem langen Studium tatsächlich den gefürchteten und oft zynisch von uns zitierten "Kakteenfreund" lektorieren...
Heute, in der Rückschau, bin ich nicht mehr traurig darüber, erscheint mir doch der Verlagsbetrieb heute allzu "auflagenfixiert" und schnelllebig.  Mag sein, daß das auch schon vor 30 Jahren ähnlich war, aber im Zuge von Amazon, e-readers und e-books glaube ich dennoch, daß sich seit damals so Einiges zum Schlechteren verändert hat....also, nichts für ungut, daß ich nicht beim Verlag landete!

Autor zu werden und ein Buch zu schreiben, ja, auch das spukt in meinem Kopf herum, ein Wunschtraum sozusagen, aber, laßt uns auf dem Teppich bleiben, diese außergewöhnliche Begabung habe ich dann doch nicht!

Wenn ich heute etwas mit Büchern machen könnte, dann ist da nur der Traum eines kleinen Buchladens, so wie ich mir meinen Traum-Buchladen vorstelle: alt, gemütlich, bis zur Decke voller wirklich guter Bücher; mit einem großen Lesesofa, unbedingt mit einer guten Capuccino-Maschine (um den Bücherwürmern auch mal einen Kaffee anbieten zu können) und natürlich mit einer Ecke für meine Buchbasteleien, die überhaupt wahrscheinlich den ganzen Laden und die Vitrinen schmücken würden....Und so ähnlich würde er dann aussehen können:

Vielleicht in meinem nächsten Leben.....




Dienstag, 19. August 2014

"Das Leben ist bezaubernd...." (manchmal!)

Die wenigen Urlaubstage sind vorbei, und trotzdem haben wir es heute erstmal ganz ruhig "angehen" lassen. Meine Urlaubslektüre wurde am Ende Rafik Schamis "Die dunkle Seite der Liebe", aber mein Bericht darüber wird wohl noch eine Weile dauern, hat das Buch doch fast 1000 - durchaus faszinierende - Seiten! (Zudem habe ich noch schnell Salingers "Der Fänger im Roggen" dazwischengeschoben, eine "Lesepraxis", die ich eigentlich hasse - aber das ist eine andere Geschichte..).
Daß ich mit Schamis Roman während des Urlaubs nicht "durchkam", hat aber auch damit zu tun, daß ich andere Dinge gemacht habe: mal ein paar handwerkliche Arbeiten in der Wohnung nachgeholt, endlich mal wieder ausgiebigst Klavier geübt, aber vor allem auch viele Gedankenspiele meine Arbeit betreffend, wofür man im täglichen Einerlei oft zu wenig Zeit und Muße hat. Draußen war es während der ganzen Woche sowieso viel zu heiß, die mir so verhaßte Mittelmeer-Hitzewelle hat uns denn doch noch erwischt, mit Temperaturen von weit über 40 Grad!
Und so haben nebenbei ein paar alte und neue Ideen Gestalt angenommen, vor allem, um meinen etwas vernachlässigten daWanda-Shop wieder etwas "aufzufrischen": Stifteboxen, Lesezeichen, Post-it-Halter, Notizbücher, Büchermäuse, Zettelorganizer - alles Mögliche eben...


Und bei all dem sind die ruhigen Tage viel zu schnell vergangen....jetzt beginnt die Herbstsaison, und wir hoffen von ganzem Herzen, daß es entsprechend "unruhig" wird in unserer kleinen Werkstatt!


Freitag, 15. August 2014

Tiger zum Streicheln...

Heute, am 15. des Monats, mal wieder ein Beitrag von mir in Kalles Blog zum Thema "Alles für die Katz..."http://kallebloggt.de/
Meine "Babies" sind nun schon bald 4 Monate alt und werden langsam flügge. Sie erkunden die Welt außerhalb "ihrer" Terrasse, fangen an zu streunen  - und sich eben zu richtigen Katzen zu entwickeln. Interessant zu beobachten, daß sich Mama nun von ihren Kindern gelöst hat und nur noch ganz sporadisch mal "vorbeischaut"....
Leider haben diverse Adoptionsaufrufe auf FB nicht viel gebracht, es gibt zu viele streunende Katzen hier in Athen. Und so sind die kleinen Racker - bis auf einen, der schon vor Wochen eine Familie gefunden hat  - alle noch bei uns! Irrwitzigerweise und vollkommen realitätsfern nehme ich das so hin, bin ich doch total verliebt in meine Kleinen....
Hier ein Photo unseres kleinen "häßlichen Entleins"....schwarz-braun, mit hellbraunen Augen, hellbraunen Tatzen, total verschmust, frech, unermüdlich neugierig, anhänglich, verfressen - einfach allerliebst eben!




Gott schuf die Katze, damit der Mensch 
einen Tiger zum Streicheln hat.
Victor Hugo

Montag, 11. August 2014

Vollmondnächte...

Nun ist sie vorbei, die wunderschöne Vollmondnacht...und wir waren tatsächlich unterwegs im Gewimmel all der Menschen, die sich, wie wir, aufgemacht hatten zur Akropolis. Die Menschenmenge war so groß, daß wir kaum die breite Promenade unterhalb der Akropolis entlangschlendern konnten. Und so beschlossen wir ziemlich schnell, uns lieber gleich ins Museum zu verdrücken. Auch da war der Andrang riesig, weil der Eintritt frei war, aber man mußte nicht allzu lang Schlange stehen vor dem Eingang und in den großen Sälen zerstreute sich die Menschenmenge relativ schnell. 
Das vor einigen Jahren neu erbaute Akropolis-Museum ist vielen Athenern ein architektonischer Dorn im Auge, und es fügt sich ob seiner Modernität wirklich nicht sehr schön ein in die umgebenden Gebäude. Aber, auch das muß man sagen, rein "museumstechnisch" ist es schon toll. Immer wieder am beeindruckendsten für mich ist vor allem das Obergeschoss mit den Parthenonfriesen, die im naturgetreuen Maßstab des Parthenon aufgehängt sind, so daß man bei dem Rundgang quasi "um den Parthenon herum" einen Eindruck von der Größe des Tempels erhält. 
Von der großen Terrasse im ersten Stock hatte man dann noch einen wunderbaren Blick auf den Mond und die hellerleuchtete Akropolis. Zudem spielte im Park des Museums ein Orchester klassische Melodien, und so genossen wir nach der kulturellen "Erbauung" schöne Momente bei Klängen von Bizet, Puccini und Verdi.
Anschließend schlenderten wir dann wieder hinab in die Altstadt, wo sich der beste aller Ehemänner nach all der geballten Kultur erstmal stärken mußte und sich, wie nicht anders zu erwarten, die traditionellen griechischen Souvlaki einverleibte. Meine Wenigkeit hat heldenhaft darauf verzichtet, ist doch etwas Kaloriensparen angesagt!

Kurz vor dem endgültigen Aufbruch blieben wir noch eine ganze Weile bei einer jamaikanischen Percussion-Gruppe hängen, die mitten in der Nacht auf dem Monastiraki-Platz die Zuschauer mit ihrer Darbietung zu spontanen Tanzeinlagen und  Begeisterungsstürmen hinriss....
Ein rundum schöner Abend war das!
Und so darf ausnahmsweise auch mal ein sogenanntes "Selfie" nicht fehlen zum Abschluß - Gott sei Dank reichlich unscharf, weil es "geschossen" wurde in der Spiegelung der riesigen Fensterfront des Akropolis-Museums....



Sonntag, 10. August 2014

Ode an ein Lesezeichen....

Ein schöner, sonniger, ruhiger Sonntag....Abends werden wir uns aufmachen zur Akropolis, denn wie jedes Jahr im August bei Vollmond bleiben heute abend die Museen und archäologischen Stätten bei freiem Eintritt bis Mitternacht geöffnet. Und so werden wir uns dort ins "romantisch-kulturelle" Getümmel stürzen....
Bis dahin aber will ich noch meinen Sonntagsgruß losschicken, diesmal mit einer allerliebsten kleinen Ode an ein Lesezeichen, die wunderbar paßt zu meiner heutigen "Vormittagsbastelei" (ich hab's ja befürchtet: wenn mich eine Idee packt, muß ich sie so schnell wie möglich auch umsetzen, Urlaub hin oder her!)






Samstag, 9. August 2014

Bookends...again and again and again!

Der letzte Arbeitstag vor dem (Lese)urlaub ist geschafft! Es wurde doch nochmal spät heute, aber umso mehr freue ich mich jetzt auf meine freien Tage...
Gestern habe ich noch schnell eine Bestellung nach Deutschland weggeschickt - und dabei stellte ich fest, daß nun fast all meine Buchstützen, die ich letztes Jahr aus gebrauchten Büchern hergestellt hatte, verkauft sind. Dies bedeutet einerseits natürlich eine große Befriedigung, weil sie bei den Kunden so gut angekommen sind, andererseits muß ich nun schnellstens wieder neue herstellen. Und so dachte ich heute schon den ganzen Tag beim Arbeiten über neue Ideen nach...
Wie ich mich kenne, werde ich nun auch während der Urlaubstage ab und an einen Grund haben, in meine Werkstatt zu gehen und vielleicht die eine oder andere Buchstütze vorzuskizzieren.... mal sehen, ob was "Brauchbares" dabei rauskommen wird!
Das soll sich nun aber nicht negativ anhören, denn es bereitet mir die größte Freude, wenn ich ohne Stress und Zeitdruck meine Gedanken einfach schweifen lassen kann und Verschiedenes ausprobieren kann! Vielleicht gibt's dann schon bald was Neues an der "Buchstützen-Front".....



Donnerstag, 7. August 2014

Mittagspause....

Nur noch 2 Arbeitstage bis zur wohlvedienten Urlaubswoche! Und seit gestern hat sich auch der griechische Sommer eine kleine Pause gegönnt: nach über 36 Grad im Schatten (und gefühlten über 45 Grad) ist es geradezu eine Wohltat bei bewölktem Himmel und "nur" 28-30 Grad! Was will man mehr....
Ansonsten ist heute und morgen noch so Einiges zu tun in der Werkstatt, so manch Kunde braucht noch etwas auf den letzten Drücker...(ich hatte Anfang der Woche insgeheim die kontraproduktive und wirtschaftlich natürlich absolut unverzeihbare Hoffnung, es würde sehr viel ruhiger sein, so daß ich mich schon mal auf den Urlaub einstimmen könnte!).
Aber am meisten Spaß machte mir in den letzten Tagen noch das Basteln meiner restlichen Kartenbestellung, obwohl ich dabei doch auch etwas wehmütig war, begann meine Manufaktur doch vor sage und schreibe fast 20 Jahren mit der Herstellung von Glückwunschkarten....lang lang ist's her
(o Gott, was komme ich mir alt vor!):


So, das war nun nur eine kleine "Pausenbeschäftigung". Ich muß wieder "weiterwerkeln", der Feierabend wird sich wohl ziemlich hinauszögern heute...

Dienstag, 5. August 2014

O Gott - bitte gib ihn uns zurück! Ich werde niemals müde werden, dich darum zu bitten. - John Irving

Kurz bevor die Urlaubstage beginnen, habe ich den über 800 Seiten dicken Roman Owen Meany von John Irving noch geschafft....in langen, "tiefnächtigen" Lesestunden!
Was soll man über dieses Buch noch "Profundes" aufs Papier, bzw. auf den Bildschirm bringen?  Alles scheint schon gesagt. Dennoch eine kurze Empfehlung, denn dieses Buch sollte nicht unbeachtet in unseren Regalen verrotten:
Eine Kleinstadt in New Hampshire. Ein kleinwüchsiger Junge namens Owen Meany mit einer schrecklich schrillen Stimme. Sein unverwüstlich bester Freund Johnny Wheelwright, der seinen Vater nicht kennt und dessen Mutter gerade von seinem besten Freund Owen durch einen verschlagenen Baseball getötet wird. Die Geschichte spielt zwischen den 50ern und 80ern Jahren an Amerikas Ostküste und Kanada. Soweit ein erster, sehr grober Umriss. 
Dies ist nun der vierte oder fünfte Roman, den ich im Laufe vieler Jahre von Irving gelesen habe, und ich glaube fast, daß er mit Hotel New Hampshire und Garp zum Besten gehört, was ich von Irving bisher gelesen habe. Erschienen ist das Buch 1989, und der Autor begleitet seine beiden Protagonisten durch die Zeiten des Erwachsenwerdens und Sich-Selbst-Findens in jenen Jahren der Ära Kennedy, des Vietnamkrieges, bis hin zur Präsidentschaft von Ronald Reagan. Irving geißelt unerbittlich die amerikanische Politik und die Haltung der Amerikaner in jenen Jahren. Insofern ist dieses Buch wohl das Politischste von Irving, das ich bisher gelesen habe. Aber davon abgesehen, entwickelt Irving eine herzerwärmende Huckleberry Finn-Geschichte: die Freundschaft dieser so unterschiedlichen Jungen, die sich in all ihrer Unterschiedlichkeit im Mikrokosmos einer typischen Kleinstadt an Amerikas Ostküste zurechtfinden müssen und einander über all die Jahre bedingungslos zur Seite stehen. Köstlichst sind die seitenlangen Beschreibungen der amateurhaften Theateraufführungen der örtlichen Laiengruppe zu Weihnachten, die Beschreibung der skurrilen Bewohner des Städtchens, die Berichte von diversen Schulstreichen etc. Über unzählige Seiten hinweg hat man das Gefühl, die Geschichte "plätschere" einfach so vor sich hin, nichts wesentlich Einschneidendes passiere, was die Geschichte vorantriebe. Aber genau das macht den Reiz dieses Buches aus; oftmals schmunzelnd liest man vor sich hin, und doch weiß man, es entwickelt sich alles auf ein Etwas hin, das man irgendwie nicht zu fassen bekommt. Ab einem gewissen Punkt glaubt man, die Klimax zu erahnen, aber der Leser wird trotzdem und sehr kunstvoll immer wieder abgelenkt von all den kleinen, nur scheinbar unbedeutenden Ereignissen....bis.....
Was mir schon immer bei Irving besonders gefallen hat, ist diese bedingungslose Liebe, mit der er seine so eigenartigen (im besten Sinne des Wortes!) "Romanbewohner" beschreibt. Nichts allzu Menschliches ist ihm fremd, nichts allzu Menschliches wird mit der Moralkeule umgehauen oder mit dem erhobenen Zeigefinger bedacht! Irving schreibt immer in diesem tiefen und grundehrlichen Gefühl des "Leben-und-Leben-Lassens", des Akzeptierens der Individualität jedes Menschen- die einzig wirklich christliche Tugend, die uns denn gelehrt sein sollte!
Vielleicht ist dieses Buch so besonders, weil es hier auch in nicht geringem Maße darum geht, was der Glaube - egal welcher "Fraktion" angehörend - uns bedeuten kann oder könnte....

Nun, ihr seht schon, dieses Buch hat mich begeistert. Es wird seinen verdienten Platz im Bücherregal finden und vielleicht mal wieder gelesen werden nach einigen Jahren. Eine unbedingte Leseempfehlung meinerseits!

Freitag, 1. August 2014

Urlaubsdilemma....

Noch eine Woche muß ich arbeiten, dann endlich GANZE UNGLAUBLICHE IRRSINNIGE UNFASSBARE neun Tage Urlaub!
Viel ist es nicht, aber mit einer kleinen Manufaktur in Krisenzeiten ist das Leben kein Wunschkonzert. Man muß etwas herstellen und verkaufen, sonst kommt kein Geld in die Kasse...die Zeiten, in denen man sich seinen wohlverdienten Urlaub vorab erwirtschaften konnte, sind hier in Griechenland ja schon lange vorbei!
Umso mehr freue ich mich auf diese wenigen Tage, auch wenn ich so das Eine oder Andere zu erledigen habe, das ich gleich nach dem "Urlaub" ausliefern muß. Aber oft ist allein die Tatsache, daß man arbeiten kann, wann man will und sich nicht um irgendwelche obligatorischen Öffnungszeiten kümmern muß, schon so beruhigend, daß allein das einem fast wie Urlaub vorkommt.
Und wie liebe ich diese Tage, an denen ich mich auf meine ganz eigene verquere Weise "hinwegträumen" kann, an denen ich neue Ideen entwickeln kann, nicht ans Telefon gehen muß und meiner immerwährend unruhigen Seele mal eine Pause gönnen kann !!!
Und das Beste: ich werde lesen können, wann immer mir der Sinn danach steht, mal stundenlang beim morgendlichen Kaffee auf meiner Veranda, mal des Nächtens, mit unglaublichem Genuß, da um mich herum die Welt endlich schweigt, ohne schleches Gewissen, weil am Morgen der Wecker definitiv nicht klingeln wird!
Und darüber denke ich nun schon seit Tagen nach: WAS SOLL ICH LESEN?
Letztes Jahr war es ja der unglaublich intensive Ulysses von James Joyce, mit dem ich meine Urlaubstage verbrachte. Dieses Jahr steht wohl kein so profundes und aufreibendes Buch auf dem Programm. Und trotzdem habe ich schon eine kleine Auswahl getroffen, noch immer nicht sicher, welchem Autor ich meine wertvollen Urlaubstage definitv widmen werde:


Da ist Heimito von Doderer aus dem Nachlaß meines Vaters. Er liebte dieses Buch, empfahl es mir immer wieder, und zu meiner Schande gestehe ich, daß ich es -  und sei es nur in Erinnerung an ihn - noch immer nicht gelesen habe...

Da ist mal wieder meine ganz persönliche Herausforderung: Saul Bellow!  Ich will diesen Autor endlich richtig "packen"...

Rafik Schami - ein wunderbarer Autor, dessen Buch auch schon seit langem auf mich wartet...

Und da ist George Duby, der mich mit seinen wissenschaftlichen und historischen Betrachtungen in die mittelalterliche Welt der Kathedralen entführen könnte...

Jeder Bücherwurm kennt diese Qual der Wahl! Wer weiß, vielleicht werden es am Ende doch ganz andere Bücher sein, denn dies ist die schöne unendliche Welt unserer Bücherregale:  Sie eröffnet uns endlose Träume und Möglichkeiten!
Zusammengenommen wären die oben genannten Bücher über 3300 Seiten, ein Volumen, das selbst ich in 9 Tagen nicht bewältigen kann - es sei denn, ich halte dem besten aller Ehemänner folgende Tasse jeden Morgen ins Gesicht: