Montag, 31. März 2014

Reichtum besteht nicht darin, viel zu besitzen, sondern sich wenig zu wünschen. - Epikur

Meine Mitbloggerin Mediterrannee (http://mediterraneebooksblog.blogspot.com/) verzeiht mir hoffentlich, daß ich mir hier so einfach das Eingangszitat ihres schönen Posts von gestern "ausgeliehen" habe. Sie schrieb darin u.a. den Satz:
"Trotz dem kleinen Einkommen fühle ich mich reich. Reichtum ist für mich liebevolle Familie und Freunde zu haben, Zeit für mich und meine Lieben zu haben, nicht ständig auf die Uhr schauen zu müssen, eine warme Wohnung zu haben, nicht hungern zu müssen, in einer Demokratie zu leben und mir ab und zu was gönnen, was ich dann richtig mit meinem ganzen Herz genieße!".
Die Titelgeschichte des aktuellen Der Spiegel lautet themenverwandt: "Verzicht ist zur Modetugend geworden. Weniger Konsum verspricht mehr Lebensqualität. Aber taugt der Wunsch nach dem einfacheren Leben auch als Programm für die gesamte Gesellschaft? Kann ein Land ohne Wachstum leben?" Ich habe den aktuellen Spiegel noch nicht, aber die Koinzidenz ist doch witzig!
Jedenfalls denke ich oft darüber nach, seit wir bis zum Hals in der Krise stecken, wie ich noch vor ein paar Jahren gelebt habe und wie ich heute lebe. Ich sehe Freunde und Bekannte um mich herum: Jene, die von der Krise eigentlich nicht grundlegend betroffen sind, und jene, die dasselbe mitmachen wie ich. Ich sehe das Mitgefühl (aber doch eigentlich Nicht-Nachvollziehen-Können) bei jenen, denen es weiterhin ganz gut geht, und ich sehe die tiefe Verzweiflung bei jenen, die auf einmal zusehen mußten, wie ihre jahrelange Arbeit null und nichtig erklärt wurde und alle Lebenspläne über den Haufen geworfen wurden.
Ich selbst sehe mich so im unteren Drittel: Noch muß ich zwar im wahrsten Sinne des Wortes nicht hungern (sonst wäre ich sicher ein paar Kilo leichter...). Ich weiß aber andererseits, daß sich zu meinen Lebzeiten die Dinge für mich nicht mehr wesentlich zum Besseren ändern werden, so sehr ich auch jeden Tag kämpfe - in der Hoffnung, es möge zumindest so bleiben, wie es momentan ist!!!
Und da kommt der Punkt, den Mediterranee oben ausgedrückt hat: man wird bescheiden, man lernt notgedrungenermaßen, sich zu beschränken auf das Wesentliche! Auch ich bin froh, wenn ich meine monatliche Miete erwirtschaften kann, wenn ich Strom und Telefon bezahlen kann, wenn ich zum Supermarkt gehen kann und noch mein kleines, altes Auto weiterhin unterhalten kann....Mehr ist nicht. Für alles Weitere wird jeder Euro hin und her gedreht!
Ich träume zwar ab und an noch von einer kleinen Reise, z.B. von der Möglichkeit, meine Tochter in München besuchen zu können, wann immer mir danach ist, oder noch einmal nach Italien, oder, ganz vermessen, einmal im Leben nach New York...aber, wenn der Morgen graut, muß ich  akzeptieren, daß dies nur noch Wunschträume sind.
All das hat man gelernt zu akzeptieren. Was mir jedoch am meisten weh tut, ist, daß ich meinem einzigen Kind nicht mehr die wenigen Dinge finanziell ermöglichen kann, die für andere Eltern eine absolute Selbstverständlichkeit sind - und ich rede hier nicht von irgendwelchen kostspieligen Dingen!
Ich sehe andererseits aber auch, daß ich ein Kind habe, das sich klaglos in die neue Situation gefügt hat, das noch dazu soviel Verständnis zeigt, daß mir auch das schon wieder weh tut....Ein Glücksfall, dieses Kind, ich weiß, ein Glücksfall auch die bedingungslose Liebe zu uns, die sie damit ausdrückt!
Und damit sind wir wieder beim Wesentlichen: dieses enge Verhältnis der Kinder zu ihren Eltern, das ich gerade bei denen beobachten kann, die von der Krise am härtesten betroffen sind! Insofern stimmt der Gedanke, daß existenzielle Nöte oft auch die Menschen näher zueinander bringen. Und ich empfinde diesen nicht materiellen Reichtum in den letzten Tagen sehr, da ich meine Tochter bei mir habe. Und dieses "Bei-mir-Haben" meine ich wortwörtlich: Endlose Stunden, die wir gemeinsam bei Spaziergängen in der Stadt oder auf unserer Couch verbringen, uns die Zeit vertreiben mit Reden, Filmen, mit Büchern, mit Lachen, mit Umarmen, mit Unsinn.....was will ich mehr?!!!! 
Die Abende sind lang letztens, ich bin total übermüdet, aber im Herzen froh! Insofern hat Epikur doch recht, oder ?
P.S. Was der Spiegel-Artikel wohl zu sagen hat? Kann ein Land ohne Aufschwung etwas Positives in der Krise sehen? Ist freiwilliger Konsumverzicht mit einer aufgezwungenen Krise vergleichbar?



 

Sonntag, 30. März 2014

Der berühmte erste Satz....

William Faulkner sagte einmal: 
"Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will."

Im Jahre 2007 gab es sogar einen Wettbewerb der Initiative Deutsche Sprache und der Stiftung Lesen, der nach dem schönsten ersten Satz eines Buches fragte. In der Einleitung zum Wettbewerb hieß es:
„Der erste Satz ist wichtig. In der Liebe wie auch in der Literatur.
Ein guter erster Satz entscheidet oftmals schon darüber, ob wir uns in einen Menschen oder in ein Buch verlieben, ob wir berührt werden und uns voller Neugier auf das Versprechen einer guten Geschichte einlassen.“

Umberto Eco, Das Foucaultsche Pendel
Es ging in dem Wettbewerb auch um die anschließende Begründung, warum dieser erste Satz den Leser dann so von der Geschichte eingenommen hatte, daß er entschied, sich auf das Buch einzulassen. Da ich ja erst gestern von meinem Scheitern an Saul Bellows Herzog berichtete, kam mir spontan das oben genannte Zitat in den Sinn und ich fragte mich, wie die ersten Sätze der von mir besonders geliebten Bücher eigentlich lauten....
Hier eine klitzekleine, recht willkürliche Auswahl aus meinen Bücherregalen:

Mit der Zeit sind es nicht mehr so viele, doch darum noch nicht wenige Menschen, die sich in Ferrara an Doktor Fadigati erinnern... (Giorgio Bassani, Die Brille mit dem Goldrand)

Ich kenne Aja seit ich denken kann. (Zsuzsa Bank, Die hellen Tage)

Mrs. Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen. (Virginia Woolf, Mrs. Dalloway)

In der ganzen Welt gilt es als ausgemachte Wahrheit, daß ein begüteter Junggeselle unbedingt nach einer Frau Ausschau halten muß. (Jane Austen, Stolz und Vorurteil)

Sie hastet aus dem Haus, wirft einen für die Witterung zu schweren Mantel über. (Michael Cunningham, Die Stunden)

Der Tag, nach dem im Leben von Raimund Gregorius nichts mehr sein sollte wie zuvor, begann wie zahllose andere Tage. (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon)

Und was fällt auf? Fast immer benennen diese ersten Sätze die Protagonisten, fast immer hat man das Gefühl, sich schon mitten in der Geschichte zu befinden und will mehr erfahren....
Ist das etwa das Geheimnis dieses berühmten "ersten Satzes", der oft über das weitere "Lese-Schicksal" eines Buches entscheidet?

Und nun die Frage an Euch! Welcher erste Satz hat Euch dazu animiert, eines Eurer Lieblingsbücher dann auch zu lesen und warum?


P.S. Und weil der erste Satz ja offenbar auch in der Liebe oft eine entscheidende Rolle spielen soll, nur soviel: Mein erster Satz, den ich vor bald 31 Jahren an den besten Ehemann von allen gerichtet habe, lautete: "Stehst Du hier immer nur so rum oder arbeitest Du hier auch?" Seine Antwort lautete "Ich bin hier der Chef!"... Autsch!!! :)
 

Man muß ums Leben kämpfen. Das ist die vornehmste Bedingung, unter der man es erhalten kann. - Saul Bellow

Kurzer Bericht eines Scheiterns...
Wie schon erwähnt, las ich die letzten Tage den Roman Herzog des amerikanischen Nobelpreisträgers Saul Bellow. Erschienen ist das Buch 1964, bekam den National Book Award und wurde hochgelobt: "Es kann keinen Zweifel geben, daß Saul Bellows Roman eine Sternstunde ist", schrieb damals die FAZ.
Das Buch harrte in meinem Regal schon länger der kommenden Dinge. Wie es einem aber beim Lesen manchmal so ergeht, findet man nicht immer gleich auf den ersten Seiten den richtigen Einstieg. Und da ich, ganz wie im richtigen Leben, auch beim Lesen durchaus auch stur sein kann (vielleicht auch eine Hinterlassenschaft des Studiums, wo man so manches öde Buch lesen mußte?), wollte ich die Flinte nicht schon nach den ersten 20 Seiten ins Korn werfen. Also las ich weiter und weiter und weiter, immer in der Hoffnung, der "Leseknoten" möge endlich aufgehen....Tja, ihr könnt Euch denken, wie die Geschichte endet: auf Seite 108 die bedingungslose Kapitulation!

Warum schreibe ich dann hier überhaupt darüber?
- Es gibt die Bücher, die ich nicht notwendigerweise für schlecht, aber hier für nicht weiter erwähnenswert halte.
- Es gibt die kleinen "Perlen", die ich unbedingt weiterempfehlen will.
- Und dann gibt es noch Bücher, bei denen ich den Verdacht hege, daß es mir nur momentan nicht gelungen ist, den Zugang dazu zu finden. Oder anders ausgedrückt: Das falsche Buch zur falschen Zeit.
Herzog ist so ein Beispiel. Erzählt wird die Geschichte des alternden Universitätsprofessors Moses Herzog, der versucht, für sich und sein Leben Bilanz zu ziehen. Bellow ergeht sich in tiefschürfenden politischen, philosophischen und psychologischen Betrachtungen, alles gebrochen in verschiedenen Erzählperspektiven, alles in Bellows wunderbarer Sprache - auf den ersten 108 Seiten zumindest!
Und dennoch: So sehr ich Bellow schätze, das war dann erstmal doch nichts für mich, zu mühsam, zu zäh, zu tiefschürfend, zu heftig. Trotzdem werde ich dieses Buch wieder in mein Regal zurückstellen in der Hoffnung, daß seine richtige Zeit kommen möge.
Fazit: Ihr werdet nun sagen, ok, man muß ja nicht zu jedem Buch den Zugang finden, man muß auch nicht jedes Buch eines bestimmten Autors für gut befinden, man soll sich auch nicht von irgendwelchen Lobhudeleien beeinflussen lassen...
Aber habt ihr bei manchen Büchern nicht trotzdem das Gefühl, sie sind eines schönen Tages eines zweiten Versuches wert?
P.S. Jetzt habe ich mir Bellows "Der Regenkönig" gegriffen - in meiner Sturheit bleibe ich wenigstens dem Autor treu! Mal sehen, was mich erwartet...

Leben mit Büchern...

Mein heutiger Sonntagsgruß an alle von




ist eine kleine Photomontage:



Samstag, 29. März 2014

Räumliche Konzeptionen...


Neulich....schmökerte ich mal wieder an einem ruhigen Abend in meinen Kunstbüchern und "stolperte" über einen Künstler, den ich besonders interessant finde.
Wann immer ich nach München komme, besuche ich meine beiden absoluten Lieblingsmuseen dort: Die Alte Pinakothek und die Pinakothek der Moderne. Der Spagat könnte größer nicht sein: Von der Renaissance mal schnell an der nächsten Straßenecke ab zur Moderne! Aber da ich ja generell einen sehr sprunghaften Charakter habe, entspricht mir diese Art der Kunstbetrachtung...

Als ich die Pinakothek der Moderne zum allerersten Mal besuchte, hatte es mir u.a. ein Bild ganz besonders angetan:
Lucio Fontana, Concetto Spaziale New York, 1962

Ich hatte damals nur wenig Ahnung von moderner Kunst, wußte rein gar nichts über diesen Künstler, konnte mir zu seinem Kunstkonzept nichts vorstellen und war trotzdem tief beeindruckt. Als ich dann vor ein paar Jahren neben der Arbeit mein Fernstudium der Kunstgeschichte (ein jahrelang gehegter Wunsch) begann, begegneten mir dieses Bild und sein Künstler plötzlich im 2. Studienjahr wieder!
Das obige Photo aus dem Internet ist vielleicht nicht genau dasselbe Bild, das in München hängt, hat Fontana doch mehrere dieser Bilder zum Thema New York kreiert. Aber das Konzept war immer das gleiche: ein riesiger Holzrahmen, bezogen mit schillernder Kupferfolie, die vertikal eingeschnitten ist. Steht man davor und liest den Titel "New York", stellt man vielleicht einfach erstmal die Konnotation mit den Wolkenkratzern der Stadt her. Zumindest dachte ich mir das damals so, als ich über die vertikalen Schnitte in der Folie nachdachte. Später dann in meinem Studium lernte ich jedoch, daß auch eine theoretische Grundlage hinter diesen Schnitten steht, die Fontana (1899-1968) in einer Reihe seiner bekanntesten Bilder und Skulpturen immer wieder aufgegriffen hat. Es ging vor allem darum, die Zweidimensionalität von Bildern zu durchbrechen und aus den Schranken des vorgegebenen Mediums - die flache Leinwand - auszubrechen. Fontana nimmt die monochromen Bilder der Modernisten auf,  schafft aber durch das Zerschneiden der "Leinwand" eine räumliche Dimension - deshalb auch die Titelgebung "Räumliches Konzept".

Ein einfacher Gedanke, werdet ihr nun sagen. Stimmt wohl, aber darauf kommen muß man erstmal! Viele bekannte Avantgarde- Künstler haben auf ganz verschiedene Weise versucht, dem flachen Medium Leinwand neue Konzepte abzugewinnen. Und so ist moderne Kunst oft noch interessanter, wenn man die eine oder andere konzeptionelle Überlegung kennt, die dahinter steckt. Vor allem die Kunst der ersten Hälfte des 20 Jhs. ist so überaus reich an radikalen Neuerungen und entsprechender Kunsttheorie. Mit meinem immer noch recht beschränkten Wissen dazu im Hinterkopf werde ich beim nächsten München-Besuch  auch endlich endlich endlich mal eine richtige Führung durch die Pinakothek der Moderne mitmachen...

Freitag, 28. März 2014

A classic is a book that has never finished saying what it has to say. ― Italo Calvino

Neulich....dachte ich über meine Bücher in meinen Regalen nach, über all die Bücher, die ich mir eines Tages noch gerne kaufen will, aber auch über all die Bücher, die ich wohl nicht mehr werde lesen können während meines Lebens.
Und dann wird mir klar, daß ich dabei vor allem an die sogenannten "Klassiker" denke, diese endlose Bücherwelt, die man - dem literarischen Kanon gemäß - unbedingt gelesen haben sollte. Ich habe sicherlich nicht wenige von ihnen bereits gelesen, aber dennoch sind da noch so unendlich viele, die ich lesen sollte - anstatt Ausschau zu halten nach den neu geschriebenen Büchern, mit denen wir tagtäglich überschüttet werden.
Zugegebenermaßen kann man sich dem so vielfältigen Werben um Leser schlecht entziehen: Abseits der alteingesessenen Feuilletons kaum eine Talkshow, in der nicht irgendjemand irgendein Buch vorstellt, kaum eine Buchmesse, die nicht mit einem unüberschaubaren Wust an neu erschienenen Titeln um die Gunst der Leser kämpft, kaum ein Buchblog, in dem nicht unaufhörlich neue Bücher vorgestellt werden.

Tja, und da bin ich nun mit meinem kleinen, literarisch altmodischen Blog, in dem ich gar selten ein ganz neu erschienenes Buch vorstelle....
Viel öfter schreibe ich über Bücher, die mir irgendwie und irgendwo in die Hände gefallen sind, meist nicht gerade druckfrische Titel. Oft greife ich auch auf meine eigene kleine Bibliothek zurück, auf Bücher und Autoren, die mit mir "in Würde gealtert" sind...
Und damit passe ich so gar nicht in diese spezielle Bücherblogger-Landschaft, in der sich so viele Leser tummeln, denen manchmal von den Verlagen sogar Rezensionsexemplare zugesandt werden. Da geht es dann zack-zack, ein Buch nach dem anderen wird verschlungen und den Bloglesern vorgestellt. Ich kenne sogar Blogs, in denen fast jeden Tag ein neues Buch vorgestellt wird, quasi über Nacht...Nun, ich bin nicht dieser "Lesetyp". Ich glaube, daß ich sehr sehr viel lese, aber so schnell geht's dann bei mir doch nicht!
Und dies bringt mich - um den Gedankenkreis für heute zu schließen - wieder auf die guten "Klassiker" im Sinne von Calvino zurück: so viele davon stehen in unseren Regalen. Manche wurden irgendwann vielleicht nur mal "angelesen", andere wurden vielleicht vor allzu vielen Jahren gelesen und viele andere wiederum vielleicht auf ein ungewisses Später vertagt; fast so, als wären wir uns sicher, daß sie uns nicht "weglaufen", gerade weil sie schon so lange dort ausharren...
Warum glauben wir dann aber, ein neu erschienenes Buch unbedingt gleich lesen zu müssen? Das läuft uns doch auch nicht weg, oder?
Dies sollte nun kein Angriff gegen all die tollen, neu erschienenen Bücher sein! Aber allemal ein Plädoyer für die guten, alten Titel, die sich noch ungelesen so in unseren Regalen (und natürlich auch in den Buchhandlungen) tummeln....lassen wir doch auch sie wieder zu Ehren kommen!
(Und ganz in diesem Sinne lese ich gerade einen Klassiker der amerikanischen Literatur des 20.Jahrhunderts: Herzog von Saul Bellow, erschienen 1964).

Dienstag, 25. März 2014

Die Montagsfrage....am Dienstag.....

Gestern hatte ich keine Zeit, deshalb heute kurz noch meine verspätete Antwort auf die wöchentliche

Warum schreibst Du Rezensionen ?


Interessante Frage. Also, ich schreibe ja eigentlich gar keine Rezensionen...
Ich schreibe nur meine Eindrücke auf. Meist beschreibe ich nicht mal den Inhalt ausführlich, wie es sich bei einer Rezension so "gehört"... Ich versuche nur zu beschreiben, warum mich ganz persönlich ein Buch berührt oder beeindruckt hat.
Dabei lasse ich fast immer die all negativen oder so durchmischten "Leseerfahrungen" aus, weil ich diese Bücher auf meinem Blog für nicht erwähnenswert halte. Ich tue das, weil ich weiß, daß die Lesevorlieben unendlich sind....

Warum ich das eigentlich mache?
Erstens für mich selbst, weil ich gerne versuche, meine Gedanken zu einer Lektüre schriftlich niederzuschreiben.
Zweitens für meine wenigen Leser, weil ich mich über jeden Kommentar freue, wenn ich einen Anreiz zum Lesen eines bestimmten Buches geben konnte.
Und deshalb heißt meine Rubrik rechts ja auch nicht "Meine Rezensionen", sondern einfach "Meine Buchempfehlungen"....

Sonntag, 23. März 2014

"Schmückendes" aus Büchern...



Sonntag: mein "Leben mit Büchern"-Tag für Kerkis Design-Blog.
Wollte hier jetzt eigentlich mal ihren Direktlink einfügen, bin aber zu doof dazu, sorry! Also.. so gehts auch zu Kerki:  http://www.kerkis-farbkleckse.de

Von mir mal wieder ein Tutorial, diesmal nicht zum Schmücken des Hauses, sondern etwas für uns Frauen, die wir ja fast alle auch gerne mal uns selbst "schmücken"...
In meinem Fundus gebrauchter Bücher fand ich letztes Jahr eine ganz zerfledderte Ausgabe einer Geschichte des Theaters aus den 50er Jahren.
Irgendwann hatte ich mal die Idee gesehen, aus alten Buchrücken Armbänder zu machen.
Nun, dieser alte Buchrücken mit seinem Golddruck auf altem Buchleinen bot sich dafür an. Also habe ich ihn sauber auf die Größe eines Armbandes zugeschnitten, alte und verhärtete Klebereste innen sorgfältig entfernt,  mit Weißleim auf ein Stück schwarzes Leder geklebt und dann - wie immer - gut gepresst. Nach dem Auftrocknen habe ich ringsum winzige Löcher gestanzt und das ganze Armband mit gewachstem Baumwollband umhäkelt. Geschlossen wird das Armband mit einem kleinen Knopf.

Das war es dann auch schon:


Also, sollten Euch so schöne Buchrücken unterkommen, nicht einfach "entsorgen"...man kann alles Mögliche noch daraus machen !

Freitag, 21. März 2014

Auf den Hund gekommen....

Neben manch unschönen Erlebnissen, wie ich gestern berichtete, gibt es aber auch viel schöne Dinge, die einem in unserer Werkstatt so passieren: heute habe ich ein Photoalbum hergestellt, das mir soviel Spaß gemacht hat, weil das Thema einfach so süß war!

Die Hündin einer Kundin hat Junge bekommen, und so wollte sie ein Album haben für diese Hundebabies....allein die Idee fand ich schon zum Piepen!
Sie brachte mir ein Photo von der ganzen "Rasselbande" und überließ es mir, wie ich das Album gestalte.

Herausgekommen ist das:



In solchen Momenten macht das Arbeiten wieder so richtig Spaß! 
Sind diese Welpen nicht zuuuuuu süß?

Donnerstag, 20. März 2014

"Krisenmanagement" auf griechische Art....

Viel viel Wahres, leider aber auch Unwahres ist in letzter Zeit wieder über die Krise in Griechenland zu lesen, Unwahres oft von Journalisten, die letztens keinen Fuß nach Griechenland gesetzt haben, wie ich vermute! Aber sei's drum...

Heute hatte ich ein sehr unschönes Erlebnis mit einem meiner Kunden, dem ich schon länger sehr aufwendige Präsentationsschachteln für seine Digitalalben herstelle. Vor ein paar Tagen bestellte er wieder einige Schachteln, änderte jedoch erheblich die Größe. Ich sagte seiner Frau daraufhin am Telefon, daß diese Änderung wahrscheinlich auch einen etwas höheren Preis bedeuten wird und wir beließen es dabei. Ich sollte die Schachteln trotzdem herstellen.
Das habe ich getan, habe die Kosten neu berechnet und ihm heute ausgeliefert. Da er ein langjähriger Kunde ist, berechnete ich ihm statt der neu errechneten 4 Euro mehr pro Schachtel nur 1 Euro zusätzlich!!!
Er beschimpfte mich daraufhin und meinte, das sei das wohl das letzte Mal, daß er bei mir bestellt hätte. Tatsache ist, daß ihn seine Frau über unser Gespräch nicht informiert hatte. Tatsache ist aber auch, daß er diese Schachteln auch in der alten Größe immer zu einem so absurd guten Preis erhielt, daß ich nie den Gewinn hatte, den ich normalerweise brauche, damit es sich für mich rechnet.
Nun, worauf will ich hinaus?
Auf die Krise hier in Griechenland: je länger sie andauert, je mehr man um jeden Kunden kämpfen muß und fast immer erhebliche Abstriche vom Gewinn machen muß, desto zahlreicher werden die Kunden, die die Krise ganz bewußt dazu benützen, ihre Lieferanten und Mitarbeiter im eigenen Land immer noch mehr im Preis zu drücken! Oftmals mit dem bescheuerten Hintergedanken, daß der Hersteller ja wohl froh sein kann, wenn er überhaupt noch Aufträge bekommt....
Wenn man dann bedenkt, daß dieser Photograph für eine Hochzeit an die 1800 Euro verlangt, in denen ein Digitalalbum (mit Schachtel!) und 1 Video inbegriffen sind, was ihn so um die 500 Euro kosten mag, dann fragt man sich, warum einer wegen 1 Euros zusätzlich so ein Theater macht und der Hersteller, der sowieso am untersten Ende der Preiskette ist, immer noch mehr zurückstecken soll...absurd und zermürbend...Und traurig, daß die Idee, zusammenhalten zu müssen und sich gegeneinander unterstützen zu müssen im Zeichen dieser Krise, bei vielen Griechen noch nicht angekommen ist!
Jedenfalls haben die griechischen Nachrichten hier gestern verkündet, man erwarte, daß im ersten Halbjahr 2014 1 von 2 Kleinbetrieben schließen wird, da er die verlangten Abgaben und aufgehäuften Schulden nicht mehr erwirtschaften könne. Tja, so sieht's aus hier  !!!!


Dienstag, 18. März 2014

Er war noch zu jung gewesen, um zu wissen, dass das Gedächtnis des Herzens die schlechten Erinnerungen ausmerzt und die guten erhöht und dass es uns dank dieser Kunsttricks gelingt, mit der Vergangenheit zu leben. - Marquez

Nun, auch wenn Ihr's nicht glaubt: die letzten Tage bin ich wieder ausgiebigst am Lesen - nach anhaltenden Anfällen von Depression, Verzweiflung, Überdruss und und und...(Du, liebe Isabelle, hast es ja vorausgesagt: wenn ich wieder ein Buch vorstelle, geht es mir wohl wieder etwas besser!)
Trotzdem,  im Zuge der Erinnerungen, der  persönlichen "Aufarbeitungen" und der Flucht aus der Realität wieder ein Rückgriff auf meine eigene Vergangenheit:
Erschienen auf deutsch 1987, ein "must read" als Romanistik-Studentin, verlorengegangen während meiner diversen Umzüge, wundersamerweise wiedergefunden im Dezember auf dem Bücherbasar und mit viel Liebe abgelegt in meinem "Bücherreservoir":




Und die Frage: soll ich das hier jetzt noch erwähnen? Fast jeder von Euch hat es wohl schon gelesen....
Also nur kurz: Kolumbien am Übergang zum 20.Jhd.. Florentino verliebt sich in die blutjunge Fermina und macht ihr auf alle erdenklichen Arten den Hof. Sie aber fühlt sich aufgrund ihrer Jugend von dieser drängenden Anbetung überfordert und heiratet schließendlich einen angesehenen Arzt. Erst 51 Jahre später, nach dem Tode ihres Mannes, erhört Fermina schließlich Florentino , der sich über all diese Jahre die Liebe zu ihr bewahrte, auch wenn er zahllose Beziehungen zu Frauen hatte.
Eine auf den ersten Blick so simple Geschichte, die aber in ihrer Darstellung so anrührend und in ihrer Leichtigkeit und Fülle so mitreißend ist, daß man das Buch nicht weglegen kann....
Wieder zeigt sich diese unbändige Fabulierlust der Südamerikaner, die immer aus dem Vollen schöpfen. Ich erinnere mich unter anderem an so wunderschöne Bücher wie Allendes Geisterhaus, Amados Dona Flor und ihre zwei Ehemänner, Gabriela wie Zimt und Nelken, Jubiaba oder wiederum Marquez' Hundert Jahre Einsamkeit und Chronik eines angekündigten Todes. In all diesen Büchern offenbart sich uns Lesern ein literarischer Kosmos, der so vital, so facettenreich und trotz aller thematisierten Widrigkeiten so lebensbejahend ist, daß man diese Bücher immer wieder lesen kann.
(Das Buch wurde übrigens vor ein paar Jahren verfilmt, mit dem so talentierten Javier Bardem in der Rolle des Florentino. Der Film bekam weltweit keine guten Kritiken, aber mir hat er trotzdem gut gefallen!).
In meinem Regal wartet mittlerweile noch  Das grüne Haus von Mario Vargas Llosa auf mich.
Und für mich ganz neu entdecken möchte ich noch den uruguayischen Autor Juan Carlos Onetti, vor allem seinen bekanntesten Roman Das kurze Leben.

Sonntag, 16. März 2014

Leben mit Büchern....

Schon wieder ist eine Woche vorbei...
Mein heutiger Beitrag ist mal wieder eine kleine Anleitung für die unermüdlichen, sporadischen oder auch neuen Bastelfans unter Euch:



 Buchseiten-Girlande

1. Klebt jeweils 2 alte Buchseiten zusammen, mehrere davon, je nachdem, wieviele Teile Eure Girlande haben soll. Das Kleben funktioniert wie immer am besten mit Weißleim, Tapetenkleister geht aber auch. (Dieses Gegenkleben ist nicht unbedingt notwendig. Ihr könnt auch einfache Buchseiten verwenden, aber geklebte Seiten machen das Ganze natürlich etwas stabiler auf die Dauer).
2. Presst diese zusammengeklebten Seiten unter dicken Büchern oder etwas Schwerem bis sie aufgetrocknet sind.
3. Zeichnet mit Bleistift Umrisse von Formen, die Euch gefallen, und schneidet sie vorsichtig mit der Schere aus. Dies müssen nicht unbedingt figürliche Formen sein, auch simple geometrische Formen sehen schön aus.
4. Danach stürzt Euch auf die Nähmaschine und näht die ausgeschnittenen Formen aneinander, z.B. auch mit einem farbigen Nähgarn, was sehr hübsch aussehen kann. Damit die Abstände einigermaßen gleichmäßig werden, zählt man am besten jedesmal die Leerstiche mit, die die Maschine macht.

Das ergibt dann eine hübsche Buchseitengirlande, die Ihr z.B. vor ein Fenster hängen könnt. Es dürfen ruhig auch mehrere Girlanden nebeneinander sein, sieht auch sehr dekorativ aus! Ich habe solche Girlanden auch schon gesehen aus Zeitungspapier, Illustrierten oder Landkarten, Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Viel Freude beim Schnippeln und Nähen...und nicht vergessen:


Samstag, 15. März 2014

Wer nicht mehr lernen kann, kann sterben. - Thomas Brasch

Neulich....sah ich im Fernsehen den herausragenden Film "Das Wünschen und das Fürchten" von Christoph Rüter über den 2001 verstorbenen deutschen Schriftsteller Thomas Brasch. Ich habe ja schon mal vor längerer Zeit hier auf ihn hingewiesen. Meine Tochter ist gerade mal wieder "bei Mama" auf Besuch, wir sahen uns den Film also gemeinsam an. Da sie Näheres über Brasch wissen wollte, suchten wir im Web herum und stießen auf eine Site, die sich vor allem mit einem seiner berühmtesten Gedichte auseinandersetzt (das ja auch eines meiner Lieblingsgedichte der zeitgenössischen Literatur ist - hier nochmal für meine erst letztens hinzugekommenen Leser):

         Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber

            wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber
            die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber
            die ich kenne, will ich nicht mehr sehen, aber
            wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber
            wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
            Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.
          


Ich glaube, daß Viele von uns verstehen, was Brasch hier ausgedrückt hat. Oft wird dieses Gedicht exemplarisch für das Dasein des heutigen Menschen zitiert und in alle möglichen Richtungen interpretiert. Zweifelsohne bietet es sich dafür auch an.
Sehr schön fand ich allerdings ein dazu angeführtes Zitat von Friedrich Nietzsche aus den "Unzeitgemäßen Betrachtungen". Man mag kaum glauben, wie aktuell diese Gedanken nach immerhin 140 Jahren sind:
»Wir wissen es alle in einzelnen Augenblicken, wie die weitläufigsten Anstalten unseres Lebens nur gemacht werden, um vor unserer eigentlichen Aufgabe zu fliehen, wie wir gerne irgendwo unser Haupt verstecken möchten, als ob uns dort unser hundertäugiges Gewissen nicht erhaschen könnte, wie wir unser Herz an den Staat, den Geldgewinn, die Geselligkeit oder die Wissenschaft hastig wegschenken, bloß um es nicht mehr zu besitzen, wie wir selbst der schweren Tagesarbeit hitziger und besinnungsloser frönen, als nötig wäre um zu leben: weil jeder auf der Flucht vor sich selbst ist; allgemein auch das scheue Verbergen der Hast, weil man zufrieden scheinen will und die scharfsichtigeren Zuschauer über sein Elend täuschen möchte, allgemein das Bedürfnis nach neuen klingelnden Wort-Schellen, mit denen behängt das Leben etwas Lärmend-Festliches bekommen soll ... Es geht geisterhaft um uns zu, jeder Augenblick des Lebens will uns etwas sagen, aber wir wollen diese Geisterstimme nicht hören. Wir fürchten uns, wenn wir allein und stille sind, dass uns etwas in das Ohr geraunt werde, und so hassen wir die Stille und betäuben uns durch Geselligkeit.«
Aus: Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.

In diesem Sinne ist es immer wieder wert, sich die Worte Braschs in Erinnerung zu rufen. Und ich werde mir, sobald es finanziell geht, seinen über 1000 Seiten langen Gedichtband "Die nennen das Schrei" schenken, der letztes Jahr im Suhrkamp-Verlag erschien...

Allen von euch, die Brasch noch nicht kennen, sei als Einstieg der Spiegel-Artikel aus dem letzten Jahr empfohlen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-95169309.html

Dienstag, 11. März 2014

Silence....

Neulich....postete ich auf Facebook folgendes Zitat:
Warum, werdet Ihr Euch fragen....
Die  Vorgeschichte: Eine alte Bekannte, die ich schon länger nicht gesehen habe, verfolgte auf FB eine kurze Konversation zwischen mir und einer gemeinsamen Freundin, in der wir uns kurz für die nächste Woche auf einen Kaffee verabredeten.
Meine alte Bekannte hat das als persönlichen Affront interpretiert, denn ich hätte wohl Zeit, mich mit I. zu treffen, aber keine Zeit für sie.selbst..Sie hat mich in einer Message arg beschimpft und mir vorgeworfen, ich hätte sogar vor einigen Jahren nicht einmal über meine -damals schwere- Erkrankung mit ihr reden wollen und hätte sie damit aus meinem Leben ausgeschlossen...Sie beschloß deshalb, mich "für immer" auf FB als "friend" definitiv zu löschen. Soweit, so gut.
Ich will nicht hier ausbreiten, was nun im Detail hinter all dem steckt, aber es hat mich nachdenklich gemacht, warum einem wohlgesonnene Menschen immer den Anspruch haben, man müsse über ALLES Worte verlieren?
Ich bin keine Auster, ich kommuniziere gern und viel (wie Ihr diesem Blog ja entnehmen könnt) und trotzdem kann ich nicht über ALLES reden, was in mir ist. Einige Dinge stecken so tief, daß ich weiß, ich würde nie die richtigen Worte finden - sonst wäre ich Schriftsteller geworden!
 Und oft ist auch das "Darüber-Schweigen" ein Mittel zur "Heilung", weil man einen Schutzmechanismus, einen Abstand entwickeln muß, um nicht verrückt zu werden. Könnt Ihr das nachfühlen?
Ich bin ein Mensch mit sehr wenigen echten Freunden, denen ich mich öffnen kann. Ich finde das normal. Warum haben aber manche Menschen den Anspruch, alles über einen wissen zu wollen? Warum können sie nicht ein "gesundes" Schweigen akzeptieren? Warum verstehen sie nicht, daß man nicht ALLES im Leben zerreden will, daß man einfach gewisse Dinge im Leben mit sich selbst ausmachen muß, um irgendwie überleben zu können?
Und wirkliche Freunde verstehen Schweigen, deshalb gefiel mir das obige Zitat!

Montag, 10. März 2014

Ninas Montagsfrage...

Hier ist sie wieder, Ninas "allmontägliche" Frage:

Gibt es ein Buch, das Du aus Prinzip (noch) nicht gelesen hast?

Kann man beim Lesen Prinzipien haben?
Wenn überhaupt, dann habe ich nur dies eine: 
Bleib Dir selbst treu und lies nie ein Buch, das Dich thematisch nicht interessiert,
und sei es noch so bekannt, berühmt-berüchtigt oder gelobt!
Du würdest es eh nicht zu Ende lesen.....

(Zumindest bin ich früher so oft "reingefallen", daß ich mittlerweile nicht mehr den geringsten Anspruch habe, mich an alles lesend heranwagen zu müssen....)




Sonntag, 9. März 2014

Das, worauf es im Leben ankommt, können wir nicht voraussehen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet. - Der kleine Prinz

Immer wieder Sonntags...bei LEBEN MIT BÜCHERN:
Da ich die letzte Zeit wieder mal meine große existenzielle "Fragestunde" habe und erfolglos versuche, mein Dasein zu verstehen, wie Ihr meinen letzten Posts ja entnehmen könnt, erinnerte ich mich u.a. an eines meiner (oder auch eurer) Lieblingsbücher:


Ich besitze eine deutsche und eine französische Ausgabe.
Immer wenn ich diese französische Ausgabe in die Hände nehme, muß ich grinsen, denn auf der ersten Seite steht eine Widmung, die ich eigenhändig vor nun bald 35 Jahren ins Buch geschrieben habe: "Als Erinnerung und als Dank für schöne Stunden. München, Sommer 1979"
Tja, und heute zerbreche ich mir den Kopf, wem ich dieses Buch schenken wollte und wer mir da anscheinend so "schöne Stunden" beschert hatte, daß sie mir dieses französische Buch plus Widmung wert waren...! Und warum habe ich das Buch dann offensichtlich doch nicht verschenkt?
Das Wo und Wann steht ja schwarz auf weiß da, aber mit wem da was los war..... nicht die geringste Ahnung!
Aber bevor nun die Phantasie mit euch durchgeht: wahrscheinlich war's ganz was Harmloses...haha...




Samstag, 8. März 2014

Das Geheimnis der Kreativität: So ticken einfallsreiche Menschen....


  Neulich....veröffentlichte The Huffington Post einen interessanten Artikel über Kreativität und kreative Menschen http://www.huffingtonpost.de/2014/03/06/das-geheimnis-der-kreativitaet_n_4911257.html?ncid=fcbklnkushpmg00000071
Auch wenn in diesem Artikel oft Künstler und andere herausragende Menschen als Beispiele herangezogen oder zitiert werden, fand ich es witzig, meine Wenigkeit mal anhand der angeführten Kriterien "durchzuchecken".
Hier also die 18 Dinge, die laut The Huffington Post die kreativen Menschen ausmachen sollten:

- Sie sind Tagträumer - Ja, schon immer!
- Sie beobachten alles - Ja, am liebsten Menschen, aber auch einfach schöne Dinge.
- Sie arbeiten zu der Tageszeit, die gut für sie ist - Meistens nicht machbar, sonst würde ich es bevorzugt nachts tun, wenn die Welt um mich herum endlich schweigt!
- Sie sind gerne allein - Nicht immer, aber erschreckenderweise immer öfter!
- Sie nutzen Lebenskrisen für sich - Viel zu selten....
- Sie suchen neue Erfahrungen - Ich bin von Natur aus neugierig, aber für neue Erfahrungen fehlt das Geld (Reisen, Kino, Theater, Oper und Bücher, Bücher, Bücher....)
- Sie machen Fehler - Viel zu oft!
- Sie beobachten andere Menschen - siehe oben!
- Sie stellen die großen Fragen - Schon, aber meist ohne zufriedenstellende Antworten...
- Sie gehen Risiken ein - Beruflich mehr als mir guttut...
- Sie betrachten das Leben als eine Möglichkeit, sich selbst auszudrücken - Ja, unbedingt!
- Sie folgen ihrer wahren Leidenschaft - Jein...könnte ich schreiben, wäre ich Schriftsteller geworden.
- Sie gehen über bestimmte Denkmuster hinaus - Ich versuche es zumindest a priori....
- Sie vergessen die Zeit - Wenn ich am "Designen" bin, vergesse ich die tickende Uhr an der Wand....
- Sie umgeben sich mit Schönheit - Ja, mit schönen Dingen mich zu umgeben, ist mir wichtig.
- Sie verbinden die Punkte - Im kreativen Prozess neue Möglichkeiten zu finden, ist unabdingbar.
- Sie lassen Dinge hinter sich - Nur bedingt möglich, dazu bin ich ein zu oft hadender Mensch.
- Sie nehmen sich Zeit für Achtsamkeit - Das Lesen ist meine Art der Meditation.

Insgesamt ein interessanter Artikel und Fragenkatalog.
Auch wenn ich es natürlich nicht mit all diesen "Voraussetzungen" aufnehmen kann, kann ich mich trotzdem mit der einen oder anderen "Prämisse für Kreativität" identifizieren, das ist ja auch schon was wert...:)

Scheidewege....

Heute fand ich auf Facebook folgendes Hemingway-Zitat, das mich nachdenklich gemacht hat:

"Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen: an den wichtigen Scheidewegen des Lebens
 gibt es keine Ausschilderung!"

In Zeiten einer wirtschaftlichen - oder auch anderweitigen - Krise beginnt man unwillkürlich, sich Gedanken zu machen über all das, was einen in die Situation geführt hat, die man momentan durchleben muß. Immer wieder denkt man darüber nach, was man wohl in der Vergangenheit falsch gemacht hat, warum man in dieser Sackgasse angekommen ist, was anders gelaufen wäre, hätte man die eine oder andere grundlegende Entscheidung eben anders getroffen...
Auch ich wälze diese Gedanken hin und wieder - vor allem in schlaflosen Nächten, wo selbst ich zum Lesen zu müde bin-  und stelle dann fest, daß manche Entscheidungen einem aufgezwungen wurden, zur besagten Zeit nicht anders möglich waren oder auch aus großen Ängsten getroffen wurden....
Und in der Rückschau wird man sich bewußt, wie falsch sie oft waren!

Deshalb hat mich das oben zitierte Hemingway-Zitat auch sehr berührt: Ich kann gar nicht mehr nachrechnen, wie oft ich in meinem Leben an diesem unausgeschilderten Scheideweg angelangt bin! Nie im Persönlichen - der einzige Bereich wohl, in dem ich die richtige Entscheidung getroffen habe; aber, was mein Berufsleben anbelangt, muß ich mich doch immer wieder fragen "was wäre wenn....".
Nun kann man in Zeiten einer so ausgeprägten wirtschaftlichen Krise sicher nicht eine wirklich reelle Einschätzung vornehmen. Ist man jedoch kein überheblich-selbstgerechter Mensch, beginnt man doch, sich mit all diesen Zweifeln "rumzuschlagen", und fragt sich ständig, an welchen Abzweigungen des Lebens man definitiv falsch gewählt hat....

Nun ist das Zitat von Hemingway andererseits auch wieder tröstlich, denn, so sagt er, sollten wir uns endgültig mit dem Gedanken abfinden, daß es im Leben eben nie richtig ausgewiesene Wege gibt...

Dies erinnert mich auch - ganz profan im Anschluß an Hemingway-  an eine Folge der wunderbaren Serie "Sex and the City (die ich übrigens für eine der witzigsten und intelligentesten Serien der vergangen Jahre halte). Die besagte Folge war betitelt: " Coulda, Woulda, Shoulda..." - oder auf deutsch "Hätte, Würde, Sollte".  Ein wunderbarer Titel, denn:
Bringt es Sinn, unser Leben "konjunktivistisch" aufzuarbeiten?

Passend zu meinen heutigen Gedanken fand ich dieses Gedicht "im Konjunktiv"  auf die immerwährende Frage
Was wäre wenn....?

Wohin würde uns das führen?  
Öffnete uns dieses Türen?
Blieben keine Fragen offen?
Hülfe es beim bangen Hoffen?
Stoppte dies den Seelenhandel?
Klärte dieses einen Streit?
Würde man dadurch gescheit?
Hieß dies: kleine Brötchen backen?
Wäre Schluss mit dummem Schnacken?
Käme all das voll ins Lot?
Löschte es der Menschen Not?
(http://www.allmystery.de/themen/ph95168-6)

Und Eure Antwort wäre...?



Mittwoch, 5. März 2014

"Literatursperre"....

Da ich nun - für mein Empfinden - schon länger kein Buch mehr vorgestellt habe, fragt Ihr Euch vielleicht, was ich zur Zeit eigentlich so lese....
Álso, aufgrund einer generellen, hartnäckig depressiven Mißstimmung aufgrund unserer wirtschaftlichen Lage, kann ich mich derzeit nicht so gut auf gute Literatur konzentrieren und habe mal wieder Zuflucht genommen zu einigen Krimis aus meinem SUB, die ich gierig verschlinge, ein Buch nach dem anderen. Sie alle sind recht nett und flüssig zu lesen, bieten mir eine anspruchslose Bettlektüre, sind aber sonst nicht weiter erwähnenswert!
 Ich habe sicher noch einige sehr gute Bücher im SUB-Regal stehen, die aufs Lesen warten, aber wenn ich nicht voll und ganz mit dem Herzen dabei sein kann, verschiebe ich das Lesen anspruchsvoller Bücher lieber auf "bessere Zeiten"...Vielleicht ergeht es Euch manchmal auch so: da will man ein Buch unbedingt lesen, muß es aber wieder weglegen, nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil man sich nicht richtig darauf einlassen kann. Und dann will ich auch nicht ein Buch schlecht beurteilen, nur, weil ich selbst schlecht drauf bin; damit würde ich dem Autor sicher Unrecht tun.
Deshalb: mal sehen, wann ich Euch wieder das nächste Buch vorstellen werde, ich hoffe, bald!!!!
Inzwischen freue ich mich über Eure Rezensionen und Empfehlungen...zum Vormerken für bessere Zeiten!
Und heute abend werde ich mir mal einen Bericht im Fernsehen ansehen über die andauernde Krise in Griechenland ("Griechische Tragödie", Phoenix, 21.00Uhr).....seufz....danach brauch ich wahrscheinlich gleich wieder meinen Krimi vom Nachtkästchen!

Dienstag, 4. März 2014

August: Osage County

Normalerweise schreibe ich hier ja vorrangig über Bücher, aber die Oscarverleihung von vor 2 Tagen hat mich auf einen Film gebracht, den ich ich euch doch kurz vorstellen möchte:
Die Leser meines Blogs wissen ja, daß ich ein Fan von Meryl Streep bin....ich glaube, ich kenne so fast alle Filme von ihr.
Jedenfalls war sie dieses Jahr auch (wieder mal) für einen Oscar nominiert für ihre Darstellung in dem Film August: Osage County.
Ein beeindruckendes Ensemble (Meryl Streep, Julia Roberts, Juliette Lewis, Chris Cooper, Dermot Mulrony, Julianne Nicholson, Margo Martindale u.a.) und die Vorlage des Theaterstücks von Tracy Letts machen diesen Film zu einem kleinen Kabinettstück in der Menge der letzten Jahres erschienenen Filmwerke.
Der Plot ist schnell umrissen: Die drei Töchter der krebskranken Violet Weston versammeln sich anläßlich der Beerdigung des Vaters, der sich ein paar Tage vorher umgebracht hat, in ihrem Elternhaus in einer ländlichen Gegend in Oregon. Jede der Töchter hat so ihre eigenen Probleme, und so prallen in diesen heißen, emotionsgeladenen Augusttagen die lange unterdrückten familiären Probleme gnadenlos aufeinander, angeschürt noch durch die kranke, medikamentenabhängige, aber unverbesserlich matriarchalische Mutter Violet....
Schon bei der Vorstellung des Films war mir klar, daß die Rolle der Violet nur ein Heimspiel für eine Schauspielerin vom Kaliber einer Meryl Streep sein konnte! Kritiker sprechen zu Recht von einer "Meisterklasse" der Schauspielkunst, was in manchen Szenen schon fast unheimlich wirkt - wobei sich das übrige Ensemble aber auch nicht verstecken muß, allen voran die - sicher aufgrund ihres Alters - abgeklärter und unprätentiöser wirkende Julia Roberts!
Die Theatervorlage ist erfreulich beibehalten worden, das Ganze spielt sich fast ausschließlich im Hause von Violet ab. Die aristotelische Einheit von Ort, Zeit und Handlung läßt den Film denn auch wie ein Theaterstück erscheinen, was natürlich den schauspielerischen Darstellungen mehr Gewicht verleiht. Also, ich fand den Film sehr dicht, sehr schwer, aber auch sehr gelungen. Vielleicht aber auch nur, weil ich ein Theaterfan bin...
Jedenfalls sollten sich die Fans von Meryl Streep unter euch diesen Film nicht entgehen lassen!
Und nur nebenbei bemerkt: Streep hat am Ende den Oscar dafür nicht gewonnen, aber wozu auch...sie hat ihren Platz im Olymp der herausragenden Schauspieler schon lange fest gebucht!

Montag, 3. März 2014

Montagsfrage...

Die heutige Montagsfrage von Nina auf  http://libromanie.de/ lautet: Was machst Du mit Deinen gelesenen Büchern?



Na, das ist mal eine ganz praktische Frage und leicht zu beantworten:
Da ich mit zunehmendem Alter generell das Bedürfnis habe, mehr "Luft" zu haben, nicht mehr in unnötigen "Sachen" zu ersticken und auch meine Bücherregale nicht mehr unnötig so überquellen sollen wie früher, gibt es 3 strenge Kriterien für mich, an die ich mich mittlerweile auch halte:

1. Wenn das gelesene Buch mir so sehr gefallen hat, daß ich es behalten will, bekommt es natürlich seinen Ehrenplatz im Regal - das sind pro Jahr aber nicht allzu viele Neuzugänge!
2. Wenn das gelesene Buch mir so einigermaßen gefallen hat, ich aber sicher bin, daß ich es auf keinen Fall eines fernen Tages nochmal zur Hand nehmen werde, lege ich es zur Seite für den jährlichen Bücherbasar oder für Freundinnen, die da vielleicht auch nochmal reinschauen wollen - das sind wohl die meisten Bücher, die ich im Laufe eines Jahres so "verschlinge"!
3. Der "traurige Rest" der absolut nicht weiter erwähnenswerten Bücher wandert gnadenlos in meine Werkstatt, um irgendwann einmal "verarbeitet" zu werden - Homemade Upcycling sozusagen :).

Sonntag, 2. März 2014

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. - Antoine de Saint-Exupery

Heute mal wieder ein kurzes "Hallo" von mir aus den griechischen Gefilden....
Die Tage kriechen mit sehr verhaltener Arbeit vor sich hin, und so habe ich notgedrungenermaßen Zeit, mich etwas um meinen neuen DaWanda-Shop zu kümmern. Gestern habe ich dafür mal ein paar Buchseiten sozusagen "in Form" gebracht, um auch andere Bastler an meinen Materialien teilhaben zu lassen und vielleicht die eine oder andere kreative Idee zu inspirieren.....

Aus alten Buchseiten gestanzte "Buchherzen"
Herzen kann man immer gebrauchen, meint Ihr nicht? Nicht nur, daß wir natürlich rein physisch ein gut funktionierendes Herz benötigen, aber auch unser psychisches Sein wäre ohne ein Herz für uns und die Anderen nicht lebenswert....
Und dennoch kämpfen wir täglich mit unserem Herzen und unserer Vernunft - letztendlich mit uns selbst! Der geniale Woody Allen drückte es einmal so aus:

"Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis."

Lieber Woody Allen, Sie haben ja soooooooo recht!
Und jetzt wünsche ich Euch noch einen geruhsamen Sonntag. Bei mir steht heute Nacht Abhängen vor dem Fernseher auf dem Programm, denn die traditionelle, lange Oscar-Nacht ist angesagt - frau hat halt auch so ihre skurrilen Macken, die gehegt und gepflegt sein wollen! Aber da dieses Jahr der Rosenmontag zum Ausschlafen gerade richtig kommt, werde ich mich nicht, wie sonst, total übermüdet in die Arbeit schleppen müssen. Hurra...

In diesem Sinne: "And the Oscar goes to..........."