Freitag, 21. Februar 2014

Aufgepaßt: (Fast) nur für München-Fans!

Neulich... brachte das Zeitmagazin einen Artikel darüber, warum gerade in München die besten deutschen Designer arbeiten und leben. 7 von ihnen gaben ihre persönliche Sichtweise in Wort und Kunst zum Besten: http://www.zeit.de/2014/09/muenchen-designer.
Ein anregender Artikel, weil auch ich mich oft frage, was ich an München eigentlich so schön finde, daß ich nach nunmehr bald genau 20 Jahren im Ausland noch immer Heimweh habe; nicht nach Deutschland als Land, nein, nur nach dieser - im Vergleich zu Athen - kleinen und eigensinnigen Stadt. Was sehe ich eigentlich in  "meinem" München?

Ist es die Nähe zu unglaublich schönen Landschaften?



Der Englische Garten, der das ganze Jahr über "gelebt" sein will?
Ist es die Erinnerung an schöne Studentenzeiten?

Sind es die großartigen Museen, Theater und Kulturstätten?

Etwa die kleinen Stadtteile, in denen es sich so gemütlich leben läßt?
Ist es die so erfrischende grantelnd-bayrische Gemütlichkeit?
(Diese Photostrecke könnte noch unendlich weitergehen...)

Ja, aber all das gibt es so oder ähnlich auch in anderen deutschen Städten, werdet Ihr jetzt sagen. Und doch....irgendwo muß es dann noch etwas geben, das München für mich und viele Andere so außergewöhnlich macht!

Die für mich schönste Erklärung dieses Phänomens gibt der Konzeptkünstler Chris Goennawein:
"München übt eine hohe Anziehungskraft aus. Diese Kraft erdet, daher ist es leicht, hier auf dem Boden zu bleiben. München ist die Gewissheit, dass alles bleibt, wie es war."

Und weil das so ist, kehre ich immer wieder nach München zurück. Kaum landet das Flugzeug, atme ich tief durch und habe das unbeschreiblich schöne Gefühl, wieder "daheim" zu sein.   
Vielleicht einfach nur deshalb, weil alles so ist, wie es war?

Donnerstag, 20. Februar 2014

Find something you are passionate about and keep tremendousley interested in it. - Julia Child

Auf Anregung einiger Fans meines kleinen "Shop-Ablegers" auf DaWanda habe ich heute mal wieder einige Rezeptbücher fabriziert, bei denen meine kleine Zitaten-Sammlung zum Thema Kochen und Essen eine wichtige Rolle spielt:



Meine Blogfreunde der ersten Stunde erinnern sich vielleicht, daß ich ein Fan der amerikanischen Kochikone Julia Child bin, und immer wieder stoße ich auf schöne Zitate von ihr. Ich habe schon mal ganz am Beginn meiner "Bloggerkarriere" vor 2 Jahren einen Post geschrieben über ihr tolles Kochbuch, das leider immer noch nur auf englisch erhältlich ist: Mastering the Art of French Cooking aus dem Jahre 1961.

In einem Anflug von Begeisterung und Größenwahn hatte ich mich damals sogar an den Verlag gewandt und in meiner Vermessung angefragt, ob Interesse bestünde, daß ich dieses Buch ins Deutsche übersetze. Ich bekam überraschenderweise sogar eine Antwort, die sehr nett, aber auch sehr nichtssagend war, verfaßt von einer armen Praktikantin, die sich wohl tagtäglich mit all den Emails rumschlagen mußte, die die zuständige Verlagsmitarbeiterin nicht beantworten wollte!

Obwohl der beste Ehemann von allen als absoluter Kochfreak meistens bei uns zu Hause in der Küche steht, lasse ich es mir nicht nehmen, gewisse Gerichte ausschließlich selbst zu kochen. Und wenn mein Mann dann mit vollem Mund quäkt, er selbst hätte es nicht besser machen können, dann freue ich mich natürlich wie ein kleines Kind und platze vor Stolz !!!!
Eines meiner ganz "persönlichen" Rezepte ist Julia Childs berühmtes "Boeuf Bourguignon". Ich kann euch sagen, es ist einfach göttlich! Für all meine erst letztlich hinzugekommenen Leser - und sofern ihr ab und zu noch Fleischesser seid - hier nochmal das Rezept auf deutsch nach Julia Childs Empfehlungen:
 (Angaben für 6 Personen)

150 gr gewürfelter, durchgewachsener Speck
1 EL Olivenöl
1,5 kg Rindergulasch
1 Karotte in Scheiben
1 Zwiebel in Scheiben
ca. 1 TL Salz und Pfeffer
2 EL Mehl
1 Flasche Rotwein (Merlot o.ä.)
500 ml Rinderfond
1 EL Tomatenpüree
1 TL Thymianblätter
1-2 Lorbeerblätter
2 zerdrückte Knoblauchzehen
250 gr Champignon
1 EL Butter, 1 El Öl
150 gr Schalotten

Zunächst einmal das Rind und den Speck 3 Minuten in etwas Wasser simmern lassen und danach beides sorgfältig mit einem Küchentuch abtrocknen. Öl in einem ofenfesten Schmortopf erhitzen, den Speck darin kross anbraten und anschließend herausnehmen. Dann das Rindfleisch portionsweise scharf im selben Öl anbraten. Mit dem Speck beiseite stellen. In demselben Öl dann auch die Zwiebel und Karotte anbraten. Speck und Rindfleisch wieder hinzufügen, alles salzen, pfeffern und mit Mehl bestäuben. Gut durchmischen und weitere 5 Min. schmoren lassen. Dann Wein, Rinderfond, Kräuter, Knoblauch und Tomatenpüree hinzugeben. Den Topf zudecken und  im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad ca. 3 Stunden schmoren lassen.
Für eine feine Sauce das Fleisch entnehmen, die Sauce durch ein Sieb passieren und das Fleisch wieder dazugeben (ich entnehme vorher immer auch die Karotten und Zwiebeln zusammen mit dem Fleisch, weil ich finde, das schmeckt noch besser).
Kurz vor Ende der Garzeit in einer kleinen Pfanne Öl und Butter erhitzen und die geputzten Champignons portionsweise anbraten bis sie bräunen. Dann die halbierten Chalotten dazugeben und alles weitere 5 Minuten garen. Pilze und Chalotten zum Fleisch in den Schmortopf geben. Alles nochmal abschmecken und mit gekochten Kartoffeln, Spätzle oder Reis servieren.
Und wie sagte Julia Child dann immer in ihrer Fernsehsendung? ...Bon Appetit!!!!
Man dann dieses Gericht übrigens sehr gut vorkochen, wenn man Freunde eingeladen hat. So muß man dann nur noch schnell die Beilagen frisch zubereiten und hat Zeit zum "Ratschen"....

Ach ja, und solltet ihr noch so das eine oder andere schöne deutsche Zitat rund ums Kochen und Essen kennen, würde ich mich freuen, wenn ihr mir das freundlicherweise "schenken" würdet....wer weiß, vielleicht mache ich dann ja bald was daraus....

Dienstag, 18. Februar 2014

Handlungsorte....


Die heutige Montagsfrage von Nina lautet:
Hast Du schon einmal einen Ort besucht, nur weil er in einem Roman vorkommt?

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich bin noch nie bewußt an einen Ort gereist, nur, weil er in einem Roman vorkommt....Da es die letzten Jahre mit dem Reisen nicht weit her ist bei mir, kann ich nur sagen, daß ich mich immer freue, wenn ich in einem Buch von Orten lese, die ich bereits kenne.

Da ich ab und an auch gerne Krimis lese, vermute ich fast, daß ich mir ganz unbewußt auch die eine oder andere Krimireihe anfänglich ausgesucht habe, gerade WEIL sie an Orten spielen, die mir besonders vertraut sind, wie z.B.

Donna Leon - Venedig
Felicitas Mayall - München und Siena
Jörg Maurer - Garmisch-Partenkirchen
Petros Markaris - Athen
Andrea Isari - Rom

Auch wenn ich weiß, daß natürlich nicht alle Bücher dieser Autoren immer außerordentlich gut sind, lese ich trotzdem jede Neuerscheinung....was wohl - wieder ganz unbewußt - mit diesen Orten zu tun hat!


Sonntag, 16. Februar 2014

Filmemacher sollten bedenken, dass man ihnen am Tag des Jüngsten Gerichts all ihre Filme wieder vorspielen wird. - Charlie Chaplin

Hallo, Ihr Lieben, neulich schrieb ich zufälligerweise über einige Bücher, die auch verfilmt worden sind. Das brachte mich auf die Idee, mal in meiner "DVD-Kommode" nachzuforschen, welche Filme ich eigentlich habe, die bekannten Romanvorlagen entstammen. Ein Buch bleibt eben oft nicht nur ein Buch, ein Film geht gar nicht ohne Buch (oder Drehbuch), so manches Buch gilt als unverfilmbar, bis es irgendwann dann doch einer wagt...Wenn wir Leser Glück haben, dann wird die eine oder andere Verfilmung auch dem Buch gerecht oder schafft es zumindest, die Grundstimmung eines Buches auf die Leinwand zu übertragen...ihr wißt schon, was ich meine.

Folgende geglückte Verfilmungen liegen u.a. in meiner Kommode:
Eco, Der Name der Rose
Styron, Sophies Entscheidung
Austen, Stolz und Vorurteil (genial die BBC-Serie!)
Cunningham, Die Stunden
Dürrenmatt, Es geschah am hellichten Tag (Rühmann und auch Nicholson)
Shakespeare, Der Kaufmann von Venedig (Al Pacino)
Roth, Der menschliche Makel
Puzo, Der Pate

Begley, About Schmidt
Skarmeta, Der Postbote
Baricco, Novecento
Süskind, Das Parfüm
Capote, Frühstück bei Tiffanys
Ondaatje, Der englische Patient
Mann, Tod in Venedig
.....und diese Liste könnte noch 'ne Weile fortgesetzt werden.
Das zeigt mir, daß es im Wust schlechter Verfilmungen aber auch genug gute gibt, die man sehen sollte.

Und welche gute Romanverfilmungen fallen euch noch so ein?













Samstag, 15. Februar 2014

Never use the word “cheap”. Today everybody can look chic in inexpensive clothes. - Karl Lagerfeld

Neulich.......war ich mal wieder mit meiner allerliebsten Freundin und "Kunsthandwerkskollegin" unterwegs. Nachdem hier schon langsam der Frühling Einzug hält und ich das unbändige Bedürfnis hatte,  meiner kreativen "Beschäftigungstherapie" in der Werkstatt mal zu entgehen - und vielleicht 50 gr Gewicht zu verlieren - beschlossen wir,  uns auf den Weg zum benachbarten Stadtteil zu machen, um einen Second-Hand-Shop aufzusuchen, den ich vor ein paar Wochen per Zufall entdeckt hatte.
Nach einer guten Stunde strammen Fußmarsches und unaufhörlichen Geplappers tauchten wir ein in eine Welt, die uns ständig an unsere "jungen" Jahre erinnerte: unendliche Klamotten auf 3 Stockwerken, wunderbar "inszeniert", schöne Atmosphäre uuuund....die unverwüstlichen Sinatra-Songs im Hintergrund...
Was soll ich euch sagen...wir waren bestimmt 2 Stunden dort, haben uns köstlichst und lautstark amüsiert über diverse Fundstücke, die auch unseren Kleiderschränken aus den 80ern und 90ern hätten enstammen können, und haben uns totgeärgert, daß man so manch "gutes Stück" im Laufe der Jahre entsorgt hat, das heute wieder tragbar wäre und genau so oder ähnlich in diesem Laden hing!!!!
Wie ihr Euch denken könnt, wurden wir am Ende auch fündig: für jede von uns gab's eine tolle Jacke, für gerade mal 13 bzw. 24 Euro. Abgerechnet wird das Ganze nach Gewicht...auch eine lustige Idee!
An der Kasse erzählte uns die holländische Besitzerin, daß sie im Frühjahr 2013 den ersten Laden im Athener Zentrum und vor 4 Monaten auch diesen hier im Norden Athens eröffnet hat - mit Erfolg angesichts der anhaltenden Krise!  Daß Second-Hand-Kleidung super sein kann, oft auch individueller und qualitativ hochwertiger als Billigklamotten von der Stange, habe ich schon als "junges Ding" in München festgestellt, wo es nach wie vor viele Second-Hand-Läden gibt (wie in Deutschland generell).



Fazit: Eine tolle Idee, so ein Laden hat schon lange hier in Athen gefehlt, Krise hin oder her!
Und Freund Karl (Lagerfeld) hat auch nix dagegen.... (siehe Eingangszitat)!

Mittwoch, 12. Februar 2014

Beschäftigungstherapie.....

Was tut frau, wenn die Auftragslage seit Weihnachten unvermindert grottenschlecht bleibt, die tagtägliche "Arbeitszeit" aber irgendwie ausgefüllt sein will, um nicht noch depressiver zu werden?
Und weil frau partout keine Lust hat, die Vormittagsstunden mit Putzen und Aufräumen zu verbringen (auch wenn's zugebenermaßen nicht schaden könnte), kreiert frau neue Ideen für die kommende Hochzeits- und Taufsaison....und stößt beim Stöbern im Internet (es lebe Pinterest!) auch auf andere schöne Dinge, so wie diese hier (von einer tollen italienischen Buchbinderin):


Von vorneherein war mir klar, daß diese Idee so arbeitsaufwendig ist, daß man sie in Zeiten der Krise gar nicht verkaufen kann, aber manchmal überkommt mich dann auch so eine Art buchbinderischen Ehrgeizes: kann ich das nicht auch??????

Also hab ich mich mit Bleistift, Papier und Lineal bewaffnet und erstmal wie blöd gemessen und gerechnet. Danach ging's ans Schneiden und Kleben...Herausgekommen ist meine Version, in der ich von nun an Schmuck aufbewahren werde. Und weil diese Schachtel in meiner Buchvitrine im Schlafzimmer ihren Platz finden wird, mußten natürlich auch Buchseiten mit verarbeitet werden, denn frau will's ja passend haben.........wenn schon, denn schon!






Donnerstag, 6. Februar 2014

Selten hat der Leser Gelegenheit, einer Charakterbildung, einer Menschwerdung derart intensiv zuzuschauen. - A. Seegers

Prolog: "Er ist ein Voyeur des Bösen geworden, starrt gebannt auf die grauenhaften Szenen, die vor seinem inneren Auge abrollen; manchmal weiß er nicht, welchen Part er darin spielt. Mußte das Kind, das er einmal war, sich so entwickeln, ist das der Preis für seine Weise des Überlebens?"

Ein literarisches Wiedersehen: Letztes Jahr sah ich im Fernsehen ein Portrait des amerikanisch-jüdischen Schriftstellers Louis Begley. Entdeckt habe ich Begley vor vielen Jahren und seinen Debütroman Lügen in Zeiten des Krieges gelesen (später auch About Schmidt, der so fantastisch mit Jack Nicholson verfilmt wurde). Und nun fiel mir sein erstes Buch wieder in die Hände:
Αus der Sicht des kleinen Maciek, "geboren ein paar Monate nach dem Reichtagsbrand", wird die Geschichte einer polnisch-jüdischen Familie erzählt, von denen nur wenige den nahen Konzentrationslagern entgehen können. Wir begleiten Maciek auf seinem steinigen Weg in eine am Ende fragwürdige, weil noch immer lügenbehaftete Freiheit. Nicht schon wieder, eine Geschichte von vielen über den Holocaust, werdet ihr jetzt sagen. Was macht dieses Buch für mich aber so besonders?

1. Begley läßt den kleinen Maciek sehr detailliert berichten und reflektieren, sei es über die alltäglichen Ereignisse, wie das Kind sie wahrgenommen hat, sei es über die jeweiligen historischen Gegebenheiten, die das Geschick der Familienmitglieder beeinflussen. Der kleine Junge muß schmerzhaft lernen, wie Überleben eben nur durch notwendige List und Lügen möglich ist: "die Lügen mußten konsistent sein - konsistenter als die Wahrheit". Zu Recht bezeichnete Reich-Ranicki Begley als "gewissenhaften Berichterstatter und nüchternen Chronisten".
 2. Überragend für mich der Prolog, in dem der Autor sich zu erkennen gibt als "Treibgut, untergetaucht und hochgespült, ausgelaugt und gestrandet"; und inmitten des Romans ein plötzlicher Diskurs über die Hölle jener Tage und die literarische Hölle Dantes. Beide Abschnitte nur ein paar Seiten lang, aber große Literatur !
3. Wenn der kleine Junge den täglichen Kampf gegen die Wanzen in seinem Versteck als "Krieg spielen" empfindet, fühle er sich doch wie die SS, die "in den Wäldern die Partisanen oder sehr bald auch im Warschauer Ghetto rebellische Juden vernichtet", dann sind kindliche Naivität und erlebte Realität so anrührend wie erschreckend!  Und so wird diese Chronik des Überlebens eben nicht einfach "heruntererzählt", sondern der Leser wird gerade in all diesen kleinen Details Zeuge der inneren Menschwerdung des jungen Maciek/Louis unter unvorstellbaren Bedingungen.

Wenn ihr dieses besagte Buch nicht kennt, aber z.B. zumindest den Film "About Schmidt" nach Begleys Romanvorlage gesehen habt, stimmt ihr mit mir sicher überein, daß da ein besonderer Autor am Werk war - der übrigens nicht allzu viele Bücher geschrieben hat, weil er seinen Beruf als engagierter Jurist nie aufgegeben hatte. Das eine oder andere Buch von ihm werde ich sicher noch lesen.
So, nun habe ich euch vielleicht auf dieses Buch ein wenig neugierig gemacht... Geschichte muß man eben nicht nur erleben, man muß sie auch erzählen können. Begley kann!

Dienstag, 4. Februar 2014

Zu viel ist zu viel....

Neulich...las ich dies in einem Artikel im P.M. Special über Gehirnforschung:
 
Wenn unser Gehirn mit Reizen überflutet wird, versucht es sich zu schützen. Es lässt im Extremfall alle Informationen passieren, ohne sie ins Gedächtnis vordringen zu lassen.(...).
Kalifornische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ältere Menschen sich zwar gut konzentrieren können, dass sie aber noch weniger als junge in der Lage sind, unbrauchbare Reize auszufiltern. Die Folge: alterstypische Vergesslichkeit.
Aber auch dann, wenn man interessiert und durchaus bei der Sache ist, kann ein Zuviel an Informationen schaden. Surfen im Internet, Chatten, Telefonieren, sms-Botschaften senden und empfangen: Wer sich im Übermaß einer Dauerkommunikation ausssetzt, büßt Intelligenz ein, haben britische Forscher herausgefunden. Bis zu zehn IQ-Punkte – das ist mehr als beim Konsum von Marihuana.
 
Ich stelle in letzter Zeit immer wieder fest, daß ich eine Menge von - für mich persönlich - irrelevanten Informationen gegen meinen Willen doch "abspeichere".
Wenn ich, wie neulich,  z.B. erfahre, daß Grünkohl am besten bei Frost gedeiht oder - wie vor längerer Zeit - daß es einen Käfer gibt, der die Stämme der Athener Palmen aushöhlt und dies zum Absterben der Palmen führt,  dann sind das für mein Leben Informationen, die ich zwar witzig finde in ihrer Kuriosität, die ich in jüngeren Jahren aber sicher sofort von meiner "Festplatte" gelöscht hätte....
Und heute stelle ich mit Entsetzen fest, daß ich mich gerade an so etwas Skurriles so genau erinnern kann, wohingegen manch Anderes, für mich Erinnerungswürdiges, einfach nicht mehr ad hoc "abrufbar" ist.....so ein Mist aber auch  (gepriesen sei Google Search!).
Wie oft habe ich über diese meine "hirnmäßige" Entwicklung schon nachgedacht!!!! Was passiert eigentlich mit meinem Hirn, das ich ja auch hier schon des Öfteren mit einem Sieb verglichen habe ?

Nun, der obige Artikel erklärt mir dann doch Einiges:
1. ich bin mit zunehmendem Alter nicht mehr wie früher in der Lage, "unbrauchbare Reize auszufiltern".
2 die Reizüberflutung hat in den letzten Jahren so sehr zugenommen, daß unser Gehirn dem nicht mehr nachkommen kann.
3. ich bin trotz meiner 50+ wohl doch noch nicht auf dem besten Wege in die geistige Umnachtung.

Also, Gott sei Dank habe ich diesen Artikel zufälligerweise gelesen!!! Ich hoffe nur, ich kann mich auch morgen noch an diese beruhigenden Informationen erinnern...:)

In diesem Sinne: dann doch lieber Marihuana statt Reizüberflutung, um den IQ nicht mehr als nötig zu verringern?








Montag, 3. Februar 2014

Die Montagsfrage.....

Hier ist sie wieder...Die heutige Montagsfrage von Ninas Blog "Libromanie" lautet:

Welcher Romanfigur möchtest du dringend etwas sagen?

Eine Frage, über die ich einige Zeit nachdenken mußte...Sie ist mal wieder schwer explizit zu beantworten, denn als passionierter Leser hat man wohl auch viele "Romanfiguren" (bzw. sind wohl "literarische" Figuren im Allgemeinen gemeint), die einem ans Herz gewachsen sind. Also ist Selektieren angesagt, und das ist das Verzwickte an der Sache. Aber nun denn...
Zwei Frauenfiguren der Literaturgeschichte liegen mir sehr am Herzen:  Mrs. Dalloway und Madame Bovary.
Mit der unglücklichen und realitätsfernen Leserin Emma Bovary würde ich gern über eine These Oscar Wildes diskutieren, über die auch wir uns ab und an Gedanken machen sollten....

Imitiert Literatur nur das Leben oder gibt sie uns vielmehr unsere Vorstellungen vom Leben vor?





Sonntag, 2. Februar 2014

Ich mag nicht den Mann ohne Frau, die Frau ohne den Mann, die leben sollen, Küsse entzündend, einander durchdringend, bis sie erloschen sind. - Pablo Neruda

In manchen Buchblogs ist in letzter Zeit die Rede davon, doch endlich mal den Stapel ungelesener Bücher, den sog. SUB, abzuarbeiten, statt sich immer noch mehr neue Bücher zu kaufen. Ein lobenswerter Vorsatz, auch wenn es schwierig sein mag, sich das eine oder andere Buch zu "verkneifen", vor allem wenn man überall mit Neuerscheinungen bombardiert wird.... Nun ja, hier im Ausland hat man das "Problem"  ja nicht so sehr und wird notgedrungenermaßen auf seinen SUB "zurückverwiesen".
Wie komme ich jetzt darauf?
Ich will Euch meine letzte Lektüre vorstellen, und mir wird dabei klar, daß ich mit meinen Empfehlungen natürlich nicht sehr aktuell bin, im Gegensatz zu den vielen Blogs, die fast nur Neuerscheinungen vorstellen. Ich schreibe meist nur über die gebrauchten Bücher, die man hier eben so bekommt von Freunden oder auf Basaren. Und auch das eine oder andere "alte" Buch aus dem Bücherregal kommt vor. Insofern mag es nicht viele von Euch interessieren....es sei denn, Ihr kennt dieses Buch zufälligerweise noch nicht. Nichtsdestotrotz also mal wieder eine Reise in meine eigene literarische Vergangenheit. Gefunden habe ich das Buch auf dem Bücherbasar, mir selbst war es auf meinen diversen Umzügen abhanden gekommen...
Eine kleine Perle der Literatur der 80er Jahre ist dieser kleine Roman von Antonio Skarmeta.
Gelesen hatte ich es schon kurz nach seinem Erscheinen (1984), als Romanistik-Studentin mußte man ja dann doch immer "aktuell" sein und hatte noch kein richtiges SUB...
Mit brennender Geduld ist die Geschichte der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Briefträger Mario und dem Dichter Pablo Neruda während der politisch stürmischen Zeiten im Chile der Präsidentschaft von Allende und der Diktatur Pinochets. Vor diesem Hintergrund entwickelt Skarmeta einen Roman, der die Kraft der Poesie selbst zum Thema hat. Neruda nimmt sich als beschützender Freund der stürmischen Liebesgeschichte zwischen Mario und seiner Beatriz an und zeigt uns, wie die Poesie das Leben zweier Menschen und ihrer Mitbewohner in einem kleinen chilenischen Fischerdorf prägt und verändert. Wenn am Ende des Romans die politischen Ereignisse das Leben der Protagonisten umstürzen, bleibt nur die Gewißheit, daß Poesie und Liebe auch dadurch nicht wirklich ausgelöscht werden können. Geschrieben ist das Ganze mit liebevollem Augenzwinkern trotz all der Ernsthaftigkeit der politischen Ereignisse, in der mitreißenden, überbordenden Sprache, die viele südamerikanische Autoren für mich einfach so lesenswert macht.
Ich kann es nur empfehlen. Und vielleicht erinnert sich mancher von euch noch an die schöne Verfilmung mit den unvergessenen Philippe Noiret und Massimo Troisi (Il Postino, 1994)?

Samstag, 1. Februar 2014

Leseverhalten....ein Horrorszenarium

Von Volker Hage im Spiegel (6.1.2014)
"Das vergangene Jahr hat uns gelehrt, dass auch wir harmlosen Romanleser ausgespäht werden. Jedenfalls, sofern wir unsere Bücher beim Internethändler bestellen oder - besser noch - die Werke online auf den Kindle laden. Was wir kaufen, was wir früher gekauft haben und wann: alles zukunftssicher registriert. Sollten wir das elektronische Lesegerät benutzen, läßt sich sogar unser Lektüreverhalten speichern und auswerten: welche Sätze wir anstreichen, wie schnell wir vorankommen und ob wir den Roman überhaupt zu Ende lesen. Und es soll Bibliotheken in Deutschland geben, die ihre digitalen Kataloge vernetzen und sowohl die Suche nach Büchern als auch die Bestellungen eines jeden Benutzers registrieren. Für wen auch immer.
Wo bleiben dabei, so wurde in der Silvesternacht in einer Freundesrunde gefragt, eigentlich die altmodischen Buchkäufer? Sollen ausgerechnet jene, die ihre Käufe noch eigenhändig nach Hause tragen, heimlich und allein in ihrem Sessel lesen, Unterstreichungen mit Bleistift vornehmen und damit sogar für die NASA unsichtbar sind, sollen deren Konsum- und Lektüregewohnheiten der empirischen Leseforschung etwa nicht zur Verfügung stehen?
Kein Problem, sagte einer von uns mit dem Sektglas in der Hand. Unter den Gesetzen, die 2014 verabschiedet werden, könnte doch auch eines sein, das jeden Buchkäufer zwingt, sich zu erkennen zu geben. Statt IP-Adresse würde der Personalausweis reichen. Die Einkäufe eines jeden Buchliebhabers könnten zentral gespeichert werden. Nach einem Monat müsste der Leser nachweisen, daß er das Buch gelesen hat. Und in welchen Intervallen. Seine Anstreichungen könnten gescannt und so gesichert werden. Und sollte einmal die Bibliothek daheim abbrennen, so wäre es ein Leichtes, der Versicherung den Schaden zu beziffern und die Büchersammlung zu rekonstruieren - mitsamt Anstreichungen. Damit stießen wir auf das Neue Jahr an."

Tja, so oder ähnlich wird's wohl irgendwann mal aussehen. Auf dem besten Wege dorthin sind wir ja!