Mittwoch, 31. Dezember 2014

For last year's words belong to last year's language. And next year's words await another voice. And to make an end is to make a beginning. ― T.S. Eliot

Das Jahr neigt sich nun seinem Ende zu.
Fazit: Es gab Gutes und Schlechtes, Krummes und Gerades, um nochmals mit Fontane zu sprechen. Bitterkeit wegen all der Schwierigkeiten ist keine geblieben, allenfalls "a bisserl" Erschöpfung und Enttäuschung gestehe ich mir zu!
Vorrangig jedoch ist Dankbarkeit geblieben, Bescheidenheit tut not, denn es gibt im Leben immer auch noch Schlimmeres: die Möglichkeiten der Abwärtsspirale sind unendlich...

Dürfte ich mir persönlich etwas wünschen für das Neue Jahr, dann, daß es nicht schlechter werde als das eben endende...

Dürfte ich der Welt etwas wünschen für das Neue Jahr, dann, daß wir endlich Menschen werden...

Und natürlich darf das Jahr heute in meinem kleinen Blog nicht "unliterarisch" enden:


Wünsche zum neuen Jahr
Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit.
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid.
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass.
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre was.
Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh.
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du.
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut.
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut.
In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht.
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht.
Und viel mehr Blumen, solange es geht.
Nicht erst an Gräbern - da blühn sie zu spät.
          Ziel sei der Friede des Herzens.
                Besseres weiß ich nicht.
(Peter Rosegger, 1843-1918)

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen ein Neues Jahr, 
nicht schlechter als das alte!
ΚΑΛΗ ΧΡΟΝΙΑ!






Montag, 29. Dezember 2014

Jeder erzählt Anekdoten über das, was ihm widerfahren ist, und durch die bloße Tatsache, daß er es erzählt, entstellt und verdreht er es schon....- Javier Marias

Tiefgründige Schriftsteller-Weisheiten finden sich in dem Buch, das ich vor dem Jahresende noch fertiggelesen habe: Javier Marias, Autor der so wunderbaren Romane "Dein Herz so weiß", "Aller Seelen", "Morgen in der Schlacht denk an mich" und "Die sterblich Verliebten" schreibt nun in diesem Buch über das Schreiben selbst.
So gibt es auch keine Handlung, sondern eigentlich nur eine Anreihung von Einsichten in seine schriftstellerische Praxis und die Reflektion über die Reaktionen auf seine Bücher , vor allem geht es um seinen Oxford-Roman "Aller Seelen".  Marias geht dabei der Frage nach, wieviel, auf welche Weise und warum selbst Erlebtes in seinen eigenen Roman Eingang gefunden hat. Das war stellenweise echt hochinteressant, oft auch amüsant. Es versteht sich von selbst, daß man diesem Mann gerne "zuhört", nach wie vor schreibt er einfach in einer wunderbaren Sprache - selbst in seinen ellenlangen Sätzen läßt man sich gerne verzaubern. Dem Leser wird dieser Autor ein gutes Stück nähergebracht.
Deshalb will ich das Buch hier nur kurz denjenigen empfehlen, die Javier Marias Romane auch gelesen haben!!!

Ich bin nicht der erste Schriftsteller und werde auch nicht der letzte sein, 
dessen Leben durch das bereichert oder verdammt oder nur verändert wird, 
was er erdacht oder erdichtet und geschrieben und veröffentlicht hat.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachten

Eines der schönsten Weihnachtsgedichte möchte ich heute in aller Kürze Euch, meinen geduldigen Blogbesuchern, widmen. Ich danke Euch für Eure treue "Mitleserschaft", Eure Kommentare und Anregungen!


In diesem Sinne wünsche ich Euch ein Frohes Fest mit Euren Lieben und ruhige Weihnachtstage mit etwas Zeit zum Besinnen - 
und zum Lesen natürlich!
 Καλά Χριστούγεννα!

Dienstag, 23. Dezember 2014

Rückbesinnung....

Nun sind die letzten Verkaufstage dieses Jahres fast vorbei, nur noch ein Nachmittag und ein langer Abend mit anschließendem Abbau der Stände stehen an....
Wie ich schon berichtete, war die Entscheidung mehr als falsch gewesen, dort noch teilzunehmen.
Das Besucheraufkommen war so gering, daß es den meisten Ständen nicht einmal gelang, die Kosten zu erwirtschaften. Die Enttäuschung ist groß, jeder hatte noch mit einem kleinen Zubrot zum Jahresende gerechnet. Und ob der schlechten Organisation machte sich gestern hie und da auch ziemlicher Unmut breit. Aber - und das ist die Verantwortung eines jeden Ausstellers dort - wir müssen uns endlich an den Gedanken gewöhnen, daß die Krise real ist und sich vor Weihnachten natürlich nicht einfach in Luft auflöst...Irreales Wunschdenken hat noch Keinen weiter gebracht.
Für mich selbst bleibt nach diesem anstrengenden Jahr und diesen allerletzen Tagen vor dem Fest nur ein Fazit: Rückbesinnung ist angesagt.
Rückbesinnung auf die wesentlichen Belange meiner kleinen Werkstatt und vor allem Rückbesinnung auf meine eigene Intuition. Bei all den Anstrengungen, die ich dieses Jahr unternommen habe, war natürlich die Hoffnung auf etwas mehr Erfolg das Ausschlaggebende, aber in der Rückschau weiß ich, daß diese Hoffnung bei mir immer mit instinktiven Vorbehalten gepaart war, die sich im Nachhinein als vollkommen berechtigt erwiesen.
Dies war eine der wichtigsten Lehren, die ich aus dem letzten Jahr für mich ziehen muß:
Trotz all der Schwierigkeiten und der weiter bestehenden Krise muß ich wieder selbstbewußter werden und meinem ganz eigenen Gefühl wieder mehr vertrauen! Zu schnell läßt man sich verunsichern, allzu leicht gibt man in einer solchen Krise sein auf langjähriger Erfahrung basierendes kritisches Denken auf. Man wird allzu leicht beeinflußbar, man verfällt zu schnell in hektischen Aktionismus und läßt sich auf zu viele und zu ungewisse geschäftliche "Abenteuer" ein...
Doch gerade diese kritischen Zeiten verzeihen keine solch gravierenden Fehler, man bezahlt am Ende zu teuer dafür, und so muß ich zuallererst mich selbst anklagen und mich endlich wieder "auf den Rückweg" begeben, in Vertrauen auf mein eigenes Urteilsvermögen...
Vielleicht das Beste, was ich mir für das kommende Jahr vornehmen kann!!!



Samstag, 13. Dezember 2014

Bilanzen und Wohlfühlliteratur....

Kennt Ihr das Gefühl, wenn man instinktiv weiß: bis hierher und nicht weiter!?
Genauso erging es mir die letzten Tage. Verbunden mit einer fiesen Erkältung schlich sich die Gewißheit ein, daß so kurz vor Weihnachten irgendwie "die Luft raus ist"....
Ich meine damit meine nicht enden wollende Produktivität nachmittags und abends. Vielleicht ist das nahende Weihnachtsfest daran schuld, vielleicht ist es einfach die Erschöpfung nach den letzten Monaten, die angefüllt waren mit Verkaufstagen, die mit viel Vorbereitung, viel physischem und vor allem psychischem Stress verbunden waren. Jetzt steht für dieses Jahr noch ein letzter Basar an, der ganze 3 Tage dauern wird...
Ich will mich nicht in die eigene Tasche lügen: Die letzten beiden Adventswochenenden bieten dem Verbraucher eine unübersichtliche Anzahl von professionellen und nicht-professionellen Basaren an. Wo soll er zuerst hingehen und sein schmal bemessenes Budget ausgeben??? Meine Entscheidung, dort doch noch mitzumachen, war sicher falsch, aber aus Fehlern lernt man manchmal auch!
Zeit deshalb, endlich Bilanz zu ziehen:
Es ist schwierig für uns, die wir kein festes Gehalt am Ende des Monats auf unserem Konto vorfinden. Wie schon gesagt, vor allem viele junge Leute hier versuchen, sich durch Handgemachtes irgendwie über Wasser zu halten. Jeder versucht, ein winziges Stück von der Torte abzubekommen und vielleicht durch die Teilnahme für seine Produkte zu werben. Die Erfahrung der letzten Monate hat mich allerdings gelehrt, daß der Werbeeffekt geringst ist, allenfalls darf man sich über ein klitzekleines Zubrot freuen; wenn ich jedoch den Aufwand, die Materialien und die unzähligen Arbeitsstunden in der Rückschau in die Waagschale lege, bleibt ein absolutes Ungleichgewicht zu meinen Ungunsten zurück (ausgenommen natürlich der Deutsche Weihnachtsbasar, der allein schon von den Besucherzahlen her nicht mit den anderen Verkaufstagen zu vergleichen ist).
Zuvieles wurde so in den letzten Monaten vernachlässigt, nicht zuletzt auch die Werkstatt selbst, die ja mein eigentlicher Broterwerb ist. Deshalb habe ich beschlossen, daß diese drei Verkaufstage für eine lange Zeit die letzten sein werden... Zuvieles hat sich angestaut, was in der Werkstatt erledigt werden muß. Zuviele neue Konzepte für den Eshop haben in meinem Kopf feste Formen angenommen, nur Zeit zur Verwirklichung blieb keine. Und ich muß mir eingestehen, daß ich schon rein physisch nicht mehr in der Lage bin, den alltäglich anstrengenen Werkstattsjob mit weiteren Wochenendverkaufstagen zu belasten - auch dies ein Tribut, der dem zunehmenden Alter zu zollen ist.
Deshalb habe ich Einiges, was ich eigentlich noch herstellen wollte für das nächste Wochenende, kurzerhand "gestrichen". Und so konnte ich mich endlich mal wieder ohne schlechtes Gewissen abends mit einem Buch auf meiner Couch einkuscheln...
Nett geschriebene Wohlfühlliteratur war angesagt, und die beiden Bücher von Jojo Moyes fallen definitiv in diese Kategorie. Ich will sie hier nicht rezensieren, die Meisten von Euch kennen sie wahrscheinlich eh. Ihr erstes Buch habe ich hier im Blog schon einmal vorgestellt, die beiden anderen kann ich ebenfalls all jenen empfehlen, die einfach etwas unverfänglich Herzerwärmendes lesen wollen....und so schwelge auch ich noch im dritten Buch "Weit weg und ganz nah"...wie gut, daß Wochenende ist!


Freitag, 12. Dezember 2014

Der numerisch gestresste Leser....

Wieder mal mit einigen Tagen Verspätung reagiere ich hier auf Ninas letzte Montagsfrage, die da lautete:
Habt Ihr Eure Leseziele für 2014 erreicht?

Darauf möchte ich antworten, da ich mich schon länger frage, wenn ich mich so durch verschiedene Bücherblogs lese, warum Viele glauben, man müßte oder könnte sich beim Lesen Ziele setzen.
Da zählt tatsächlich so mancher Blogger die Bücher, die er pro Monat oder Jahr gelesen hat - und dann kann ich das nicht nachvollziehen. Darum kann es nicht gehen, denn Lesen ist wie Leben: man kann nie wissen, was so um die nächste Ecke kommen wird!
Ich kann im Geiste keinen Leser begleiten, der sich durch die Bücher "ackert", nur, um dann darüber bloggen zu können und ein weiteres Buch auf seiner Strichliste eintragen zu können. Unsere Bücherregale sind kein Buffet mit der Aufschrift "All you can read"! Darum geht es beim Lesen und bei der Literatur nicht. Wir sind - wie ich schon einmal in einem anderen Zusammenhang geschrieben habe - leider keine von der Welt abgeschiedenen Mönche in einer Klosterbibliothek, die nichts anderes zu tun haben als zu lesen. Nein, wir alle stehen irgendwo im Leben, haben unsere Arbeit, unsere Familien und weitere Verpflichtungen. Lesen ist für die meisten von uns ein Hobby, für den Einen mehr, für den Anderen weniger wichtig. Ich gehöre sicher zu den Ersteren, aber dennoch bin ich bis heute noch nie auf die Idee gekommen, mir zu notieren, welche und wieviele Bücher ich in einem Jahr gelesen habe! Was hätte ich denn auch davon?
Deshalb habe ich mich schon aus vielen Buchblogs wieder "ausgeklinkt", weil die schiere Durchnummerierung und Rezension von hastig rezipierten Büchern mir kein Anreiz sein kann. Als Buchblogger muß ich auch nicht jedes gelesene Buch erwähnen, geschweige denn mitzählen und der Welt mitteilen, wieviele Bücher ich dieses Jahr wieder "geschafft" habe...welch Horrorvorstellung:  
der numerisch gestresste Leser!
"Leseziele" kann ich nur in einem Sinne akzeptieren, wenn es sich darum handelt, ein bestimmtes Buch endlich lesen zu wollen. Nur in diesem konkreten Sinne habe ich mir schon mal ein Ziel gesetzt, wie z.B. bei meiner Ulysses-Lektüre im vorletzten Sommer. Aber dies sind zeitindifferente Ziele, die sich aus der Lebenssituation heraus ergeben....
Deshalb: ich werde mich hüten, mir für das kommende Jahr irgendwelche "Leseziele" zu setzen oder darüber zu sinnieren, ob ich mein "Leseziel 2014" erreicht habe!

Igitt.....

Sonntag, 7. Dezember 2014

Ustinovs Sonntagsgruß....

Auch von mir heute ein kurzer und bündiger Sonntagsgruß:
So ganz stimmt das natürlich nicht immer, vor allem, wenn schönes Wetter ist, das dann zu einem Spaziergang mit einer lieben Freundin im nahegelegenen Park einlädt - zum Durchatmen und zum Sammeln von Eicheln, Ästen, Zapfen für weitere Weihnachtsbasteleien!
Aber viele Sonntage verbringe ich tatsächlich genau so, wie Ustinov es sagte....ohne Socken, aber mit Buch!



Freitag, 5. Dezember 2014

Das Hohe Haus...

Neulich stieß ich auf den Video-Mitschnitt einer szenischen Lesung von Roger Willemsen, der dort Auszüge seines letzten Buches "Das Hohe Haus - Ein Jahr im Parlament" zum Besten gibt. Beim Weihnachtsbasar fiel mir das Buch dann sozusagen in den Schoß.
Roger Willemsen: Germanistik- und Philosophiestudium, bekanntgeworden durch diverse Interviewreihen und Moderationen im Fernsehen, ein hochintelligenter Mensch, der dazu auch noch überaus spritzig, tiefgründig und humorvoll ist.
Er setzte sich ein Jahr lang in Deutschlands "Hohes Haus" und beobachtete das politische Tagesgeschäft, wie es sich im Plenarsal des Reichtags abspielt. Seine Schreibweise ist nachdenklich, launisch, pointiert, im guten Sinne zynisch, mit bissigem Humor. Im ersten Kapitel schreibt er:
Es ist ein ordinärer Impuls, sich von der Kanzlerin [...], sich von der Volksvertretung insgesamt nicht vertreten zu fühlen. es ist der billigst zu habende Dünkel, sich als das Individuum zu verstehen, das im Kollektiv nicht aufgeht. Was ich aber über meine Repräsentation im Parlament weiß, beziehe ich aus sekundären Quellen des Nachrichtenjournalismus. Ich unterstelle ihnen Absichten, eigene Interessen, unterstelle mich trotzdem ihrer Autorität. Welche Autorität aber besitzt das Entscheidungszentrum der Demokratie, wenn ich es mit eigenen Augen sehe?
Dieser Frage versucht Willemsen nachzugehen. Um es vorwegzunehmen: wenn man nicht schon längst dem besagten "Dünkel" verfallen ist und jedweden Respekt vor Politikern und dem Parlamentarismus verloren hat, dann ist dieses Buch nur ein weiterer Nagel zum Sarg des vermeintlich hehren politischen Geschäfts.
Wenn Willemsen feststellt, "es gibt Momente, in denen man dem Parlament die Verachtung zurückgeben möchte, mit der es seine Bürger bisweilen behandelt", dann faßt so ein Satz den Gesamteindruck zusammen. Willemsens Analysen dessen, was sich dort so Tag für Tag abspielt, auf welch teilweise unsäglichem Niveau dort miteinander umgegangen wird, wie Debatten und Reden so gar nichts mit den endgültigen Entscheidungen zu tun haben, all das ist recht fesselnd. Dabei ist das Buch dank seines Autors durchaus kurzweilig, auch wenn man nach den Beschreibungen der Plenarsitzungen der ersten drei bis vier Monate sich langsam bewußt wird, daß es so oder ähnlich wohl bis zum Ende des Buches weitergehen wird. Ich bin mir nicht sicher, ob dies nun dem Autor anzulasten ist, oder, was viel schlimmer wäre, den Zuständen im Parlament. ...Trotzdem habe ich weitergelesen, weil ich Willemsens klugen und pointierten Einschätzungen dessen, was er dort so erlebte, nur zustimmen kann.
Wenn Ihr also Lust bekommen wollt auf das Buch - und vor allem keine Angst vor der unvermeidlichen Desillusionierung habt, seht Euch erstmal die Lesung hier auf youtube an, 90 höchst interessante Minuten sind garantiert!

Montag, 1. Dezember 2014

Platznöte...

Nach dem ersten Luftholen heute, nach dem Aufräumen der Werkstatt, die in letzter Zeit keiner Buchbinderei, sondern eher einer Weihnachtswerkstatt glich, mußte dann auch in der Wohnung noch Platz gefunden werden für fast 30 gebrauchte Bücher. Eigentlich hätte ich damit ein ganzes Regalbrett ausfüllen können, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Die beiden einzigen freien Wände sind mit Bücherregalen zugestellt, der Rücken des Sofas ist auch mit Bücherregalen "verschönert" und herzaubern kann ich ja keine größere Wohnung...Deshalb bin ich schon letztes Jahr auf eine Aufbewahrungsart gestoßen, inspiriert durch ein Photo von Karl Lagerfelds Bibliothek:

Der gute Mann begründet seine liegenden Bücher damit, daß er sich nicht immer den Hals verrenken wolle, wenn er ein Buch suche...
Nun, das hat durchaus seine Logik. Ich habe dann aber festgestellt, daß so schlichtweg mehr Bücher ins Regal passen, vor allem, wenn manche Regalabstände einstmals für große Bücher geplant waren und die Regale nicht verstellt werden können. Zugegeben, so schön wie sauber aneinandergereihte Bücher sieht das Ganze nicht aus, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen! Deshalb habe ich mir heute Mittag in der Werkstatt selbst "frei gegeben" (die Kunden müssen ausnahmsweise mal einen Tag länger warten - nur im Vertrauen hier gesagt) und mit Hingabe umgestapelt, und siehe da, jetzt sind alle Bücher wieder untergebracht. Einige Krimis mußten zwar ab ins Regal zur allgemeinen Literatur, aber nun will ich auch nicht zu kleinlich werden.... In Einem gebe ich Herrn Lagerfeld Recht: den Hals muß man sich tatsächlich nicht verrenken!


So mancher Leser hier wird jetzt sagen, die Frau hat vielleicht Sorgen!
Stimmt zwar, ich habe genug andere Probleme, worüber ich mir Gedanken machen sollte, aber ich versuche, mich manchmal an den kleinen Dingen zu erfreuen, wie z.B. ein Berg von Büchern für den Preis von vielleicht 5 neuen...und die Bücherwürmer unter Euch werden mich verstehen, da bin ich ganz sicher!

Sonntag, 30. November 2014

Basar - und Büchergeschichten....

Jetzt ist der diesjährige deutsche Weihnachtsbasar hier in Athen wieder vorbei....tja, so schnell geht das: da arbeitet man wochenlang in seiner Freizeit darauf hin, und dann, kaum hat man sich mental richtig darauf eingelassen, ist der Spaß schon wieder vorbei...
Es ist schon beeindruckend, wie hier die unzähligen Helfer zusammenarbeiten, um die Organisation dieses großen Basars jedes Jahr zu bewältigen: Da binden Frauen Aberhunderte von Schleifen oder drahten Tannenzapfen, Kerzen und Dekomaterial an für die Adventskränze; da sortieren Frauen unermüdlich Berge von Second-Hand-Kleidung, gebrauchtem Spielzeug oder Haushaltswaren; da stricken, nähen, häkeln und basteln Frauengruppen das ganze Jahr über Weihnachtswaren; da werden unvorstellbare Mengen von Marmelade eingekocht und hübsch abgefüllt; da werden Berge von Kuchen und Torten gebacken; da werden Wurst- Bier- Brezel- Kartoffelsalat- Wein- Stollen- Süßwaren- und Getränkebestellungen organisiert; da werden unzählige Briefe verschickt, Schildchen gedruckt, Plakate und Einladungen entworfen, Spendenaufrufe getätigt, Kinderbetreuung organisiert, unzählige Brötchen geschmiert, literweise Kaffee, Tee und Glühwein gekocht....und da wird mit diversen Imponderabilien gekämpft, die bei so einer umfassenden Organisation einfach unumgänglich sind. Die Liste ist enorm, und Vieles habe ich hier sicher vergessen!
Insgesamt also ein Mammutunternehmen, das ausschließlich von Freiwilligen auf die Beine gestellt wird, was man nicht oft genug betonen kann! Der Reinerlös wird wieder der ökumenischen Sozialarbeit hier zugute kommen. Ein Grund für alle Helfer, ihr Bestes zu geben, denn die Krise hier betrifft nicht nur uns, die wir auf der Sonnenseite stehen oder uns gerade noch so durchwurschteln können, sondern auch Andere, die aufgrund von Krankheit oder Alter auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Neben dem Kunsthandwerkerstand, der auch dieses Jahr wieder liebevoll Handgemachtes anbieten und einen guten finanziellen Beitrag zum Gesamterlös leisten konnte (und der mir natürlich besonders am Herzen liegt), ist mein absoluter Lieblingsstand natürlich der...
Bücherstand! Das ganze Jahr über wird hier bis zum Umfallen gesammelt, sortiert, bewertet...Berge von gebrauchten Büchern werden dabei bewältigt. Dabei haben die netten Damen des Bücherstands sich im Laufe der Jahre zu wahren Experten entwickelt, wenn es um die Beurteilung alter Bücher geht!
Da wir im Ausland leben, ist dieses Riesenangebot an gebrauchten Büchern natürlich ein Eldorado für jeden deutschen Bücherfreund hier! Ich bin finanziell leider nicht mehr in der Lage, mir jedes Buch neu zu kaufen (was allerdings auch ohne Krise angesichts meiner nie enden wollenden Wunschliste absolut indiskutabel wäre)... Also warte ich ungeduldig jedes Jahr auf den wunderbaren Bücherstand des Basars. Ganz besonders freuen mich einige Bücher, die kurioserweise schon länger auf meiner Wunschliste stehen und wie bestellt vor mir lagen: Wolfgang Herrndorf, Daniel Kehlmann, Roger Willemsen, Javier Marias, Zeruha Shalev, Jean-Michel Guenassia...
Jedenfalls ist mein SUB wieder mal ganz gefährlich angewachsen, die nächsten Monate wird es mir nicht langweilig werden, Berichte über nennenswerte Lektüren werdet Ihr also weiterhin über Euch ergehen lassen müssen!

28 "neue" alte Bücher, wohin nun damit? Die Regale sind voll....

Und so bleibt nur noch der Wunsch, daß wir uns am Basar im nächsten Jahr alle gesund und munter wiedersehen...






Sonntag, 23. November 2014

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland...

Ein regnerischer Sonntagmorgen in Athen. Irgendwie zum düsteren Wetter paßt mein heutiger Sonntagsgruß.
Heute jährt sich zum 94. Mal der Geburtstag des Lyrikers Paul Celan. 
Da meine Schulzeit Mitte der 60er bis Ende der 70er Jahre in die beginnende und politisch endlich sanktionierte "Aufarbeitungsphase" des 2. Weltkrieges fiel, war sein wohl bekanntestes Gedicht "Todesfuge" ein Muß im Deutschunterricht. Irgendwie ist mir das Gedicht seither nicht mehr aus dem Kopf gegangen, vielleicht auch, weil ich damals einen tollen Deutschlehrer hatte, der das Gedicht mit uns bis zum Umfallen sezierte. Am beeindruckendsten ist noch immer Celans eigene Lesung, die heute dank youtube jedem zugänglich ist:
http://www.youtube.com/watch?v=mBpPioBKDJM

Auch wenn das ein nachdenklicher Beitrag ist, wünsche ich Euch allen einen schönen Sonntag und der "Sonntagsgrüßerin" Papyrus von http://alles-nicht-so-wichtig.blogspot.com gute Besserung!





Donnerstag, 20. November 2014

Weihnachtsbasar Athen

Hier ist sie, die offizielle Einladung für den traditionellen deutschen Weihnachtsbasar, der mit viel Hingabe und Zeitaufwand von den deutschsprachigen Frauen hier jedes Jahr organisiert wird und dessen Erlös ausschließlich sozialen Zwecken zugute kommt....

Seit so vielen Jahren bin ich nun dabei, und doch freue ich mich jedes Mal wieder wie ein Kind...
Angefangen habe ich anno dunnemal als freiwillige Helferin beim Glühweinstand (jedes Jahr ein äußerst weinseliges Unternehmen, denn allein schon vom wiederholten Abschmecken der unzähligen Liter bekam man einen Dusel!). Jahre später bekam ich dann die Möglichkeit für einen Stand bei den Kunsthandwerkern. Und da bin ich nun auch schon einige Jahre, bald ein Urgestein sozusagen....
Im Laufe der Jahre hat sich eine kleine Fangemeinde bei meinem Stand angesammelt, treue Kunden, die jedes Jahr immer wieder kommen...hoffentlich auch dieses Jahr, wo die Krise nach wie vor anhält!

Ich hoffe, ich werde all meine Freunde hier in Athen auf dem Basar sehen....!!! Hier schon mal ein klitzekleiner Vorgeschmack auf meinen Stand:


ΜΗΝ ΤΟ ΧΑΣΕΤΕ ! 
DON'T MISS IT !

Geil.......

Ein Post "der anderen Art" wird das heute, aber irgendwie beschäftigt mich das Thema schon länger....
An Tagen, an denen ich allein in meiner Werkstatt arbeite, habe ich mir angewöhnt, nebenbei diverse Sendungen-Filme-Dokumentationen auf meinem Laptop "mitlaufen" zu lassen (youtube und die Mediatheken sind eine wahre Fundgrube ....).
Dabei fällt mir auf, daß ein Adjektiv im deutschen Fernsehen immer häufiger auftaucht:
"GEIL!"
Ich kann gar nicht beschreiben, wie mich das nervt! Wenn man das Wort vor einigen Jahren noch unter der Rubrik "Jugendsprache" einordnete, stellt man nun fest, daß auch (nicht nur ungebildete) Erwachsene immer mehr saloppen Gebrauch davon machen....Alles ist auf einmal "geil": Das Essen, die Wohnung, die Fernsehsendung,das Buch, der Film, der Freund, etc. p.p.

Und da wären wir dann bei der Feststellung, daß wir unsere Sprache immer mehr verarmen lassen, bzw. uns oft gar keine weiteren Gedanken über ein Wort machen....

 Der Duden erklärt das Wort so: 

  1. (oft abwertend) gierig nach geschlechtlicher Befriedigung, vom Sexualtrieb beherrscht, sexuell erregt
    1. (Landwirtschaft) (von Pflanzen) [allzu] üppig, aber nicht sehr kräftig wachsend; wuchernd
    2. (Landwirtschaft) (vom Boden) fett, [zu] stark gedüngt
  2. (salopp, besonders Jugendsprache) in begeisternder Weise schön, gut; großartig, toll

 Tja, und das erstaunt dann doch: wußtet Ihr zum Beispiel, welche Bedeutung das Wort im Bereich der Landwirtschaft hat? Ich nicht.... 
Auf den saloppen Gebrauch des Wortes kann ich allerdings nach wie vor verzichten!!!!

Montag, 17. November 2014

Inventur...

Nachdem ich gestern vormittag mal wieder an meinem Dasein gezweifelt habe, bin ich ein wenig an die frische Luft gegangen, um kleine Pinienzapfen für meine Bastelarbeiten zu sammeln -  und um meinen Kopf wieder frei zu bekommen.
Ergebnis dieses Spaziergangs: Die Absurdität meines Daseins liegt darin, daß ich handwerklich tätig bin, was mir eben meine existenziellen Probleme beschert; gleichzeitig aber hilft mir genau diese Tätigkeit, stundenweise mal nicht über diese Probleme nachzudenken. Ein absurder Teufelskreis also! Aber wie sagte schon der argentinische Schriftsteller Julio Cortazar:
  
Only by living absurdly is it possible to break out of this infinite absurdity.
Am Nachmittag dann eine kleine "Inventur", was ich bisher aus verschiedendsten Materialien so alles vorbereitet habe für die kommenden Weihnachtsmärkte:
ca. 20 Weihnachtsbäume
ca. 60 Engel
ca. 30 stoffbezogene Häuschen
ca. 30 Papierkugeln
ca. 20 Girlanden
ca. 60 Baumhänger
und noch einige Einzelstücke....
Nach diesem beruhigendem Inventurergebnis verwirklichte ich dann endlich eine Idee, die nicht neu ist, die ich aber schon lange mal auf meine eigene Weise und mit meinen Materialien umsetzen wollte: Die weihnachtliche Krippenszene mal aus gefalteten Büchern...


Und das hat mich dann wieder gefreut und mir einige "Glücksmomente" beschert...

Sonntag, 16. November 2014

Katzengeschichten...

Schon länger habe ich mich nicht mehr bei kallebloggt.de/2014/11/15/alles-fuer-die-katz-22 gemeldet....
An diesem ruhigen Sonntag, nach einem kleinen Spaziergang, muss es aber mal wieder sein, und siehe da, WIR SIND GROSS GEWORDEN:


Übersättigung....

An diesem bewölkten Sonntagmorgen, bei meiner ersten Tasse Kaffee und beim obligatorischen Nachlesen, was es so Neues gibt auf Facebook, stolperte ich über einen Post, der für eine Verkaufsmesse an diesem Wochendende in Athen warb...
In diesen Wochen vor Weihnachten jagt nun ein Basar den anderen, unter dem Label "Handmade" werden die Menschen so bombardiert, daß ich mich fragen muß, was tue ICH da eigentlich?
Da wird genäht, gestrickt, gehäkelt, geklebt, decoupiert, gelötet, angerührt, bemalt, geknotet, was das Zeug hält...Es gibt Nichts, was es nicht gibt. Vor allem auf dem Schmuck- und Dekosektor ist das Angebot mittlerweile unüberschaubar geworden. Beim Ansehen der Photos dieser unzähligen Verkaufsstände überkommt mich dann schon fast Überdruß: Als Besucher wäre ich total überfordert. Ich würde wahrscheinlich irgendwann einfach gehen, ohne etwas gekauft zu haben...
Vor 10 oder 20 Jahren noch war etwas Handgemachtes hier etwas Besonderes. Mittlerweile muß ich feststellen, daß das Wort niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholt. Wie ich neulich schon in meinem Post über Kreativität schrieb, hat dieses Überangebot auch mit der Krise zu tun, denn jeder, der nicht gerade zwei linke Hände hat, versucht, sich auf diese Art finanziell über Wasser zu halten. Der Negativeffekt folgt natürlich auf dem Fuße: Eine Torte hat naturgemäß nur eine begrenzte Anzahl an Stücken, und diese Stücke sind kleiner, fast minimal geworden, denn auch die Torten per se werden kleiner und die Kunsthandwerkler immer zahlreicher...
Und so sitze ich an diesem Sonntag hier und stelle zuallererst auch meine Existenz in Frage. Ich bin nichts Besonderes mehr in der Menge der kleinen Hersteller. Aber, wie vielen Anderen, bleibt auch mir nichts anderes übrig als weiter zu falten, weiter zu kleben, eben weiter zu wurtschteln (was ich heute Nachmittag auch werde tun müssen)...
Welch ein Dilemma, in das uns diese Krise hier katapultiert hat! Ich habe es so satt!



Donnerstag, 13. November 2014

Als ich dir zeigte, wie die Welt klingt

Gestern Abend habe ich mir nach längerer Zeit mal wieder einen kleinen Kulturgenuß "außer Haus" gegönnt. Und da ich momentan meinem "Biographie-Tick" fröne, wie meine letzten Lektüren belegen, interessierte mich der gestrige Abend besonders.
Eine griechische Autorin, seit vielen Jahren beim Münchner Bayerischen Rundfunk tätig, hielt eine Lesung hier in Athen:
Eleni Torossi sollte mir zwar bekannt sein, sprach sie doch viele Jahre lang die vorabendliche Sendung "Betthupferl" im Hörfunk. An die Sendung kann ich mich durchaus erinnern, aber natürlich nicht mehr an die Sprecher. Genausowenig kannte ich ihre bisher erschienenen Bücher, meist Kinderliteratur. Jedenfalls stellte Frau Torossi gestern ein Buch vor, das, inspiriert von ihrer eigenen Lebensgeschichte, das Leben als Tochter einer tauben, alleinerziehenden Mutter in Athen beschreibt. Kaum vorstellbar, wie ein Kind seinen Lebensweg finden konnte unter diesen Umständen, aber umso mehr beeindruckend. Stellenweise berührte mich dieses Geschichte ähnlich wie die Kindheitserinnerungen von Hanns-Josef Ortheil, auch wenn es da um eine nicht-sprechende (keine stumme) Mutter und ihr nicht-sprechendes Kind geht (Die Erfindung des Lebens). Beiden Geschichten gemein ist das Eintauchen des Kindes in die Welt der Mutter, das Verstehenwollen, das Begreifenwollen.
Eleni Torossi hat mich vor allem in den Momenten angerührt, als sie frei von ihrem Leben und ihrer Motivation, dieses Buch zu schreiben, erzählte.
Im BR lief im Frühjahr in der Reihe "Lebenslinien" ein wunderschönes Porträt der Autorin, das ich mir gestern Abend gleich noch ansehen mußte...sehenwert! Der kleine Film ist zur Zeit noch abrufbar in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks  http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/lebenslinien/lebenslinien-der-lange-schatten-meiner-mutter-102.html .

Es war ein schöner, anregender Abend, leider mit viel zu wenigen Besuchern, was aber wohl der verhaltenen Ankündigung des Veranstalters anzulasten ist. Ich bin sicher, daß sich viel mehr Deutsche hier in Athen für die Autorin interessiert hätten, wenn sie es denn gewußt hätten!
Eine beeindruckende, warmherzige Autorin, eine interessante Geschichte dahinter (in diesem Fall kam natürlich auch ein wenig Melancholie bei mir hoch ob der besonderen Konstellation München-Athen)!!!

Dienstag, 11. November 2014

Leben, um davon zu erzählen

Es gibt wohl kaum einen passenderen Titel für diese ganz besondere Autobiographie: Leben, um davon zu erzählen. Damit ist im Grunde schon alles gesagt über dieses wundervolle Buch von Marquez, erschienen im Jahre 2002.
Das Buch beginnt mit der Bitte der Mutter des jungen, noch sich selbst suchenden Schriftstellers, sie auf ihrer Reise in das Dorf seiner Kindheit zu begleiten, um das familieneigene Haus dort zu verkaufen...
So begibt sich der nun gealterte Schriftsteller auf seine Erinnerungsreise in die eigene Vergangenheit, angefüllt mit unzähligen Menschen und erlebten Geschichten, mit unzähligen Schauplätzen und Landschaften - so Vieles davon findet man in seinen Romanen wieder.
Bei der kurzweiligen Lektüre hat der Leser das Gefühl, eigentlich wieder einen Roman und keine Autobiographie von Marquez zu lesen. Was das Lesen dieses Buches auch so besonders macht, ist der ständige Wiedererkennungseffekt: Da schreibt er z.B. über die Liebesgeschichte seiner Eltern, und noch bevor er es selbst sagt, weiß man schon, ach ja, das ist doch genau so in "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" beschrieben...
Da fährt er als junger Schriftsteller und Journalist an einer kleinen Bahnstation namens Macondo vorbei, die dann zum imaginären Topos der Weltliteratur in "Hundert Jahre Einsamkeit" wird. Da beschreibt er so viele Personen aus seiner weitverzweigten Familie, die irgendwo und irgendwie in seinen Schriften dann weiterlebten...
So hat man denn auch immer wieder das Gefühl, den alten "Freunden" seiner Romanwelt zu begegnen. Man spürt, daß nicht nur die Phantasie des Schriftstellers, sondern vor allem die Wirklichkeit dieses reiche schriftstellerische Werk erst ermöglicht hatten - genau so, wie es der programmatische Titel auch schon verheißt.
Gut, es mag sein, daß dieses Buch vor allem für Marquez-Liebhaber von Interesse ist, aber die sollten es dann auch auf jeden Fall lesen ! Und wer sich bisher noch nicht auf diesen Schriftsteller eingelassen hat, bekommt nach diesem Buch sicher Lust darauf...
Marquez ist dieses Jahr ja verstorben, und zuallererst nahm ich daraufhin wieder "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" in die Hand, ich habe darüber berichtet. Nun habe ich seine Autobiographie gelesen, unweigerlich folgen werden  "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Chronik eines angekündigten Todes". All diese Bücher haben mich schon als junge Studentin begeistert und ich weiß, sie werden es auch heute wieder...


Sonntag, 9. November 2014

Zeitliches....

Die Zeit rennt davon - so ergeht es mir jedes Jahr im November, denn der große deutsche Weihnachtsbasar hier in Athen steht an.
Und immer habe ich das Gefühl, nicht mehr genug Zeit zu haben...
Wie auch immer, ich bin neben der eigentlichen Arbeit jeden Nachmittag und Abend am "Werkeln" und heute gebe ich mal eine Frage an Euch weiter:

Diese Kalender habe ich letztes Jahr gebunden, sie waren bedruckt mit passenden Zitaten über die Zeit.  Nur ganze drei Stück  hatte ich davon gemacht, ein groooooßer Fehler, wie sich herausstellte, denn gerade diese drei waren die Kalender, die ich als erste von vielen verkaufte...

Und so werde ich dieses Jahr sicher mehr als nur drei davon herstellen...
Und hier nun meine Frage an meine Bücherfreunde: Kennt Ihr schöne (kurze) Zitate, die sich thematisch gut auf einem Kalender machen würden?
Über die eine oder andere Antwort würde ich mich freuen und bin schon gespannt, was Ihr so kennt oder findet !
Meinen heutigen Abend werde ich jedenfalls mit der entsprechenden "Recherche" verbringen, was für mich aber keine Arbeit ist, sondern im Gegenteil mir immer viel Freude bringt : endlich darf ich mal wieder in meinen Bücherregalen wühlen, bzw. auch das Internet durchforsten...

Donnerstag, 6. November 2014

Die Montagsfrage am Donnerstag..........

Wie immer, bin ich auch diesmal wieder mit einigen Tagen Verspätung auf  Ninas letzte "Montagsfrage" gestoßen...(entgegen der Meinung mancher Freunde, ich sei "unentwegt" im Internet unterwegs!!!).

Nina fragte diese Woche ihre geneigten Blogleser: Habt Ihr Euch schon mal vor einem Buch gedrückt, obwohl Ihr es eigentlich lesen wolltet?
Nun, diese Frage kann ich nur mit JA beantworten....und nicht nur EIN Buch "verfolgt" mich schon seit vielen Jahren.... 
Ich drücke mich vor so einigen Büchern, die ich zwar seit Jahren gerne lesen würde, wobei ich aber irgendwie spüre, daß deren Zeit noch nicht gekommen ist. Ob ich diese Bücher nun im Laufe meines verbleibenden Lebens lesen werde, weiß ich nicht. Vielleicht verpasse ich am Ende auch einfach den richtigen Moment. Oder reiße ich mich gar einfach nicht am sprichwörtlichen Riemen - literarisch gesehen? 
Ulysses war so ein Fall: Vorletzten Sommer habe ich mich mit geradezu todesmutiger Verachtung auf die Lektüre eingelassen, unbeeindruckt vom tobenden Leben um mich herum - und ich wurde am Ende so reich belohnt!!!  Und dennoch stehen (zu meiner Schande?) weitere "Große" der Weltliteratur auf meiner "Drückebergerliste":  Dostojewski,  Doderer, Proust, Dickens, Twain etc. pp......
All ihre Bücher stehen seit Jahren in meinem RUB (Regal ungelesener Bücher), und wie oft ich sie auch in die Hand nehme, immer wieder zieht es mich genauso oft auch weg von ihnen. Woran liegt das? Keine Ahnung...ich schiebe es immer auf den "unpassenden Moment", aber das mag es wohl auch nicht immer sein!
Manchmal glaube ich schlichtweg, daß es auch in der Bücherwelt eine Art von Reizüberflutung gibt: Zu viele Bücher stürmen auf uns ein; je nach persönlicher Präferenz findet ein jeder von uns unzählige Neuerscheinungen. Ein Leben allein reicht nicht aus, um all das zu lesen, wofür man sich eigentlich interessieren würde, es sein denn, man kann sich den Luxus leisten, NICHTS zu tun außer zu lesen. Oftmals beneide ich diese Menschen, die sich ausschließlich mit dem Lesen beschäftigen können bzw. dürfen: ein Mönch in einer mittelalterlichen Bibliothek zum Beispiel (Umberto Eco läßt grüßen!). Aber diese Weltabgewandtheit wäre im Grunde auch kein Leben für mich !!!
Also, um die Frage von Nina abzuschließen: Alles ist wahrscheinlich gut so, wie es ist. Ich lese seit ich denken kann mit ungetrübter Leidenschaft, und so manches Buch "auf der Warteliste" mag im Laufe der kommenden Jahre doch noch zu seinen Ehren kommen, so Gott -oder wer auch immer- will.......





Montag, 3. November 2014

Kriminelles Wochenende...

Das Wochenende habe ich nach langer Zeit mal wieder fast ausschließlich in der Horizontalen mit Lesen verbracht.
Eine Freundin brachte mir neulich drei Krimis vorbei, und irgendwie passten die jetzt zu meinem "wochenendlichen" Wunsch, einfach nur mal abzuschalten und nicht mehr denken zu müssen...

Nach der letzten, überaus interessanten und sehr empfehlenswerten Lektüre der Biographie von Katia Mann mußte ein Kontrastprogramm her, und so ging es nun hinab in die Niederungen von grausigstem Mord und Totschlag:

 

Um es kurz zu machen, die Amerikanerin Linda Castillo ist recht bekannt für ihre Krimis, ich persönlich würde die Bücher in die Kategorie amerikanische Regionalkrimis einordnen. Die Ermittlerin lebt in Ohio inmitten von "Engländern" und einer großen Amish-Gemeinde, der sie aber seit Jahren und aus eigenen Stücken nicht mehr angehört. Deshalb dreht sich in den Büchern auch viel um die persönlichen und beruflichen Konflikte, die daraus entstehen. Das Thema interessierte mich, aber einen wirklichen Einblick in das Leben der Amish gewinnt man nicht, zu oberflächlich bleibt Alles - zumindest mir waren die diesbezüglichen Informationen längst bekannt. Beim Lesen des zweiten Buches lassen die vielen Wiederholungen das Thema um die Lebensweise der Amish People denn auch schnell langweilig werden - es darf weitergeblättert werden!
Was mich zuden gelangweilt hat: Natürlich fehlt auch nicht das Techtelmechtel mit einem externen Profiler, der zu den Ermittlungen hinzugezogen wird und die Heldin am Ende rettet und in seine starken Arme schließt... Also, alles wie gehabt und so oder ähnlich schon hundertmal gelesen. 
Der einzige Vorteil dieser beiden Bücher für ein entspannendes Lesewochenende: man mußte wirklich nicht allzuviel denken beim Lesen...

Der dritte Krimi verspricht nun allerdings ein anspruchsvolleres Lesevergnügen, zumindest auf den ersten 150 Seiten muß man schon mal höllisch aufpassen, um den Anschluß nicht zu verlieren...Psychologisch sehr viel fundierter und interessanter geht es in diesem Buch zu, nicht so flach und absehbar wie bei Castillo, wie mir scheint. Der schwedische Kriminalpsychologe Sebastian Bergman wird bei einem Besuch in seinem Heimatstädtchen in den Fall eines ermordeten Jugendlichen verwickelt....
3Sat Kulturzeit urteilte 2011 über das Erstlingswerk des schwedischen Autorenduos: "Ein beeindruckendes Krimidebüt - psychologisch dicht, mit unerwarteten Wendungen und einem ungewöhnlichen Ermittler". Nun, ob das wirklich so ist, weiß ich noch nicht, noch liegen weitere 450 Seiten vor mir, aber oft merkt man den Qualitätsunterschied bei Krimis doch schon sehr schnell...
So, das war's mal wieder von der "Lesefront", ich und mein Blog sind wieder auf dem neuesten Stand der Dinge!
P.S. Ein paar Tage später: ich kann meinen ersten Eindruck nur bestätigen...der Krimi ist wirklich sehr gut!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Griechenland und seine Schriftsteller

Nun schreibe ich diesen Blog ja schon geraume Zeit. Ab und an schreibe ich auch über Athen, über Griechenland, mein "neues", mittlerweile auch schon wieder in die Jahre gekommenes Leben hier - bald auf den Tag genau 20 Jahre sind ja auch kein Pappenstiel!
Deshalb will ich meinen interessierten Lesern in Deutschland kurz eine schöne Sendung empfehlen, die heute auf ARTE lief: In der Reihe Europa und seine Schriftsteller wurden drei griechische Schriftsteller vorgestellt, die den Zuschauern einen Einblick in die griechische Wirklichkeit geben....

Vielleicht habt Ihr ja Lust auf "mein" so widersprüchliches Athen....

In Deutschland aufzurufen über die ARTE-Mediathek http://www.arte.tv/guide/de/051138-000/europa-und-seine-schriftsteller-griechenland?autoplay=1
Ich hoffe, der Link funktioniert so in Deutschland, denn hier in Griechenland stellt ARTE viele Videos in der Mediathek leider nicht zur Verfügung, zur Verärgerung vieler von uns hier (ansonsten könnt Ihr es sicher selbst finden)...



Dienstag, 28. Oktober 2014

Kreativität - das Massenphänomen

Vor ein paar Tagen war ein wunderbarer Kommentar im Cicero zu lesen:
Unter dem Titel Kreativität - Eigenschaft der Blender und Einfallslosen beleuchtete der Autor der Kolumne überaus kritisch und auch amüsant unseren postmodernen Anspruch, daß jeder Mensch heutzutage "kreativ" zu sein hat:
http://www.cicero.de/stil/kreativitaet-die-eigenschaft-der-blender-und-der-einfallslosen/58397

Seit meinem Umzug nach Griechenland muß auch ich mich in die Phalanx dieser allgegenwärtigen "Kreativlinge" einreihen...
"War Kreativität in früheren Zeiten eine vielleicht ganz nette, aber keinesfalls qualifizierende oder gar Sinn gebende Eigenschaft, so ist sie in den letzten Jahrzehnten [...] zum Fetisch des postmodernen Menschen mutiert. Sie ist Glücksversprechen, Selbstverwirklichungsvehikel und Erfolgsgarant. Ursprünglich eine Eigenschaft der Begabten und Begnadeten, ist Kreativität zu einem Massenphänomen geworden, zu einem Ideal für Jedermann, das sich an überfüllten Kunstakademien und Schauspielschulen, in Designstudiengängen, in Töpfer- und Malkursen austobt."
Ganz zu Recht weist der Autor auf die Nivellierung des Begriffes "kreativ" hin. Viele von uns versuchen ja, irgendwie kreativ zu sein, und auch wenn nur Wenige beschließen, daraus einen Beruf zu machen, tummelt sich doch eine Unmenge von Menschen, die ihre Kreativität hobbymäßig ausleben. Dagegen ist auch rein gar nichts zu sagen (zu Unrecht geißelt der Autor daher die "Töpfer- und Malkurse")...

Dennoch beobachte auch ich schon längst so manch entscheidenden Unterschied:
1. Als entspannendes Hobby betrieben, sei es jedem gegönnt (und ist immerhin besser, als z.B. in irgendeiner Kneipe abzuhängen oder seine Familie zu nerven ....)
2. Als Beruf betrieben, entbehrt so ein kreatives "Hobby" allerdings des entscheidenden Attributs "entspannend": Keine noch so kreative Beschäftigung bleibt auf die Dauer entspannend, wenn im wahrsten Sinne des Wortes das tägliche Brot davon abhängt. In Zeiten schwerwiegender wirtschaftlicher Krisen, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit, versuchen viele, aus der Not eine Tugend zu machen, bzw. aus dem Hobby einen Beruf zu machen (wie es momentan hier in Griechenland in hohem Maße zu beobachten ist). Und all diesen Anstrengungen muß man uneingeschränkten Respekt zollen. Ob dabei die sogenannte Kreativität ein "Erfolgsgarant" sein kann, bleibt dahingestellt...
3. Kreativität hat viele Aspekte, und natürlich kann man die "hausgemachte" Art von Kreativität, der ich und so Viele frönen, nicht mit der innovativen Kreativität der wirklich großen Künstler vergleichen (deshalb auch der Unterschied zwischen Kunst und Kunsthandwerk!). Und trotzdem ist der Terminus längst zu einem Allgemeinplatz mutiert, der in allen möglichen Bereichen gefordert und angepriesen wird. Insofern bemängelt der Autor berechtigterweise, daß "der Begriff „Kreativität“ im modernen Zeitgeistdeutsch losgelöst von jeder halbwegs erkennbaren Fertigkeit verwendet" wird.

Was schließe ich nun aus so einem Artikel für mich persönlich?
Ich muß dem Autor in fast allen Punkten absolut Recht geben. Wir übertreiben es letztendlich mit unserer "Kreativität". Die meisten von uns laufen deshalb auch Gefahr, in der unendlichen Flut von kreativen Produkten/Ideen unterzugehen (siehe z.B.die Internetplattformen etsy oder daWanda)! Kreativität auf rein geistigem Gebiet unterliegt übrigens derselben Gefahr, wenn man z.B. an die hier oft angesprochene "Bücherwelt" denkt: Was tummelt sich da so alles an "Kreationen"...
Nicht zu vergessen, die ominöse Art von Kreativität, die heute irgendwie und sowieso von jedem Arbeitnehmer gefordert wird, um das Unternehmen innovativ zu unterstützen...
In welchem Bereich auch immer, je mehr der Begriff "verschwimmt", desto weniger wird am Ende wirkliche Kreativität sichtbar bleiben. 
Und nochmals auf mich bezogen, gebe ich dem Autor wiederum Recht, denn auch ich empfinde meine buchbinderische Tätigkeit oft einfach nur als "solide"...denn wenn Kalender, Notizbücher oder Photoalben einfach nur in solider, handwerklicher Manier hergestellt sind, dann ist das doch auch schon etwas wert, oder nicht!?
"Kommt doch einfach mal alle runter! Nicht jedes Kuchenrezept muss kreativ sein, lecker reicht vollkommen aus. Und auch der Wirtschaft täte etwas weniger heiße Luft ganz gut. Nicht jedes Projekt, nicht jede Unternehmensstrategie, nicht jedes neue Produkt muss kreativ oder innovativ sein. Das ist im Übrigen auch gar nicht möglich. Wie wäre es denn hingegen mal mit solide und seriös? Das klingt zwar nicht halb so cool, hätte aber trotzdem was." (Alexander Grau)

Freitag, 24. Oktober 2014

Rain is the sky descending to the earth. Without rain there would be no life. - John Updike

Erstmal hat es heute den ganzen Tag hier in Athen geregnet, was an und für sich schon bemerkenswert ist. Aber wie in allen südlichen Ländern braucht die Pflanzenwelt hier diese seltenen Regentage.... Es amüsiert mich immer köstlichst, wie viele Deutsche, die schon lange hier leben, auf solche grauen Tage reagieren. Da ist dann ein Gejammer zu hören oder auf FB zu lesen, und ich frage mich insgeheim immer, ob sie etwa alle vergesssen haben, wie oft es in Deutschland so ein Wetter gibt...
Der Blick aus meinem Wohnzimmerfenster heute Mittag...
Nachdem ich den ganzen Vormittag erstmal mit diversen Bestellungen noch voll ausgelastet war, die morgen ausgeliefert werden müssen, fand ich am Nachmittag dann doch etwas Zeit, mich weiter mit meinen Weihnachtskreationen zu beschäftigen. Der hiesige deutsche Weihnachtsbazar ist nicht mehr fern, und so muß ich mich langsam ranhalten. Gerade mal vier Wochen Zeit habe ich noch...
Durch die beiden Verkaufswochenenden bin ich dieses Jahr mit der Weihnachtsvorbereitung und noch so manch anderen Dingen in der Werkstatt sehr sehr ins Hintertreffen geraten.
Heute habe ich zumindest zwei kleine Bäumchen aus Buchseiten, Filz und Stoff geschafft und dann noch ein paar sogenannte Γούρια, Glücksbringer, aus Notenblättern gebastelt. Die werden hier zum Neuen Jahr verschenkt und sollen Haus und Bewohner beschützen...


So, und jetzt ist endlich ein geruhsamer Freitagabend angesagt, obwohl... beim Fernsehen wird wohl der eine oder andere Buchengel gefaltet werden !

Sonntag, 19. Oktober 2014

Und der Seewirt begriff, daß Kunst Leben ist. Und Leben Geschichte. Und Geschichte Menschheitsgeschichte.- Josef Bierbichler, Mittelreich

Trotz meiner zeitraubend diversen beruflichen Projekte versank ich die letzten Tage geradezu in einem Buch, das ich euch deshalb unbedingt vorstellen muß:

Die süddeutschen Leser werden den Autor kennen, handelt es sich doch um den Schauspieler Josef Bierbichler. Trotz seiner vordergründig "bayerischen Urkraft" in Aussehen und Sprachklang glänzt Bierbichler für mich immer vor allem in seinen leisen Tönen (die SZ bezeichnete ihn mal so schön als "zärtlichen Schauspiel-Berserker").
Ich räume ein, daß ich in diesem Fall vielleicht kein allzu objektiver Kritiker sein kann, ist mir doch die Welt der bayerischen Provinz nur allzu vertraut, erliege ich genüßlich Bierbichlers ausdrucksstarkem, süddeutsch geprägtem Sprachduktus, diesem wunderbar "verschwurbelten Starkdeutsch", wie die FAZ es passend beschrieb. Etwas Heimweh kommt da beim Lesen schon auf...

Bierbichler erzählt im Roman die Chronik einer Familie, deren Lebensmittelpunkt das Gasthaus "Zum Fischmeister" an den malerischen Ufern des Starnberger Sees bildet. Die Geschicke der Besitzer des Gasthauses über zwei Weltkriege hinweg hinein bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden erzählt. Vor allem die politische Stimmung der frühen Nachkriegsjahre wird genauestens beobachtet, wenn Kriegsheimkehrer und Vertriebene auf die Daheimgebliebenen treffen und man sich in dieser neuen "Zusammensetzung" das Leben neu gestalten muß; wenn dann aber auch am Wirtshaustisch sich die anonyme "Volksseele" Luft macht und man mit Unbehagen feststellt, daß "der Teppich, der das unter ihn Gekehrte bisher deckte, noch immer tadellos den Heimatboden ziert"; wenn mit den Jahren die "Moderne" Einzug hält in die abgeschlossene Welt dieser Landbevölkerung und der Seewirt Pankratz in seinem Sohn Semi die Verflüchtigung und bewußte Aufkündigung der jahrhundertelangen bäuerlichen "Werte" erkennen muß; wenn das gelebte Leben an Religion und Glauben verzweifeln läßt und dem Seewirt kurz vor dem Tod nur die Erkenntnis bleibt, daß beides nur "Verdrängung und Feigheit" bedeutet...

Sprachlich bemerkt man durchgehend den in langen Theaterjahren geschulten Freund des präzisen Wortes. Unzählige Textstellen sind da schon beeindruckend in ihrer kraftvollen Metaphorik. Inhaltlich wird dem Leser so manch bittere und unbequeme Wahrheit über unser Land zugemutet. So geizt Bierbichler nicht mit politisch überaus korrekten Be- und Verurteilungen, persönlichen Einschätzungen und Ausblicken.  So wie Bierbichler von den Bewohnern des Wirtshauses berichtet, wird man sich bewußt: so oder ähnlich mögen sich unzählige Familiengeschichten in jenen Jahren wohl in der deutschen, nicht nur bayerischen Provinz zugetragen haben; insofern steht das Buch für mich trotz aller subjektiven "Menschelei" exemplarisch für viele Erfahrungen und Lebensläufe des vergangenen Jahrhunderts. Vielleicht hat gerade dies auch seinen Erfolg ausgemacht. Die FAZ schrieb 2011:
"Sanfter ist er nicht geworden, aber doch reif für Suhrkamp: 
Josef Bierbichler wütet in seinem ersten Roman wie die Axt im Walde 
gegen Gschaftlhuberei und Nationalsozialismus". 

Ich muß dieses Buch einfach empfehlen, eine manchmal unbequeme, aber genau deshalb uneingeschränkte Lesefreude - übrigens auch für "Nicht-Bayern"!


Sonntag, 12. Oktober 2014

Ich war dann kurz mal weg....

Ich bin mir gar nicht sicher, ob man über dieses Buch noch was schreiben sollte, aber es ist mir eben erst jetzt billigst in die Hände gefallen:
Als es vor einigen Jahren erschien, stand es monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste in der Sparte "Sachbuch".
Erstmal muß ich zugeben, daß das Buch nicht effekthascherisch geschrieben ist, man nimmt dem Autor diese "leisen" Eindrücke und Erlebnisse seiner Pilgerreise durchaus ab. Oft schmunzelt man beim Lesen, Kerkelings Humor kommt auf jeder Seite durch. Er berichtet detailliert von den physischen und psychischen Anstrengungen dieser Wanderungen, von den zeitweiligen Zweifeln, der eigenen Wehleidigkeit und der Zermürbtheit. Man begleitet ihn und seine diversen Pilger-Bekanntschaften durch die Höhen und Tiefen eines solchen "Unternehmens". Erwartet man nun tiefgründiges Gedankengut über die Suche nach Gott, wird man etwas enttäuscht. Eher Allgemeingültiges und viel Menschliches kommen zur Sprache, was das Buch und den Autor sympathisch machen. Und als praktischer Reiseberater taugt das Buch wohl auch, sollte man den Jakobsweg selbst mal gehen wollen (der potentielle Pilger weiß dann wenigstens, wo er auf keinen Fall übernachten sollte!). Insgesamt waren die über 300 Seiten schnell durchgelesen. Das Buch gehört definitiv in meine Kategorie der sogenannten "Schnell-mal-nebenbei-Lektüre"...
Und so bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Einerseits wieder mal die Erkenntnis, daß man den Bestsellerlisten nicht unbedingt trauen sollte (aber das wissen wir hier ja alle), andererseits aber auch das Eingeständnis, daß das Buch aufgrund seines Themas und seiner ehrlichen Unaufgeregtheit sicher interessanter sein mag als so manches Werk von unzähligen Prominenten, die sich gerade wieder mal auf der Frankfurter Buchmesse tummeln und glauben, sie müßten unbedingt auch mal ein Buch über dies und das geschrieben haben....
P.S. Gerade habe ich gehört, daß Kerkeling vor kurzem sein zweites Buch vorgelegt hat. Kaufen werde ich es mir nicht, aber vielleicht kommt es mir ja in ein paar Jahren per Zufall unter die Finger...:)

Gemüse, Umkehrbilder und andere Geschichten...

Ein herbstliche Sonntagsgruß wird es diesmal, denn der Herbst ist nun auch in Griechenland angekommen, und ich liebe diese Jahreszeit ähnlich wie den Frühling...
Als ich mir überlegte, welches Bild ich der Initiatorin des Sonntagsgrußes bei  alles-nicht-so-wichtig  widmen könnte, kamen mir die so seltsamen Jahreszeitenbilder des Giuseppe Arcimboldo in den Sinn, die ihr natürlich alle kennt....

G. Arcimboldo, Der Herbst (1572), 90x70 cm

Arcimboldo war ein Maler der italienischen Spätrenaissance im Übergang zum Manierismus. Das obige Bild gehört zu seiner berühmten Serie der Vier Jahreszeiten. Arcimboldo stellt sie als Porträts dar, durchaus noch in der für die Renaissance üblichen Profilansicht. Aber er setzt die Gesichter zusammen aus für die jeweiligen Jahreszeiten typischen Pflanzen, Früchten und Gemüse. Ganz herrlich finde ich, wie der Kopf hier aus einem zerborstenen Weinfaß ragt und mit seiner Traubenhaarpracht an die Weinlese erinnert; das Apfel-und Birnengesicht, der Kastanienmund, das Kürbishütlein und das Fliegenpilzohr - all das läßt den Betrachter sofort an den Herbst denken. Und wie immer beachte man die Größe des Bildes, denn mit ungefähr 90x70 cm muß das Bild in natura noch um Einiges skurriler wirken...

Einige Jahre später geht Arcimboldo sogar noch einen Schritt weiter und schafft seine witzigen Umkehrbilder, bei denen ein Stillleben, wenn man es auf den Kopf stellt, ein menschliches Porträt ergibt, wie z.B. hier beim "Gemüsegärtner".
Tja, da muß man erstmal darauf kommen!


Und weil wir uns hier ja auch so oft über Bücher austauschen, darf ich euch natürlich nicht seinen berühmten "Bibliothekar" vorenthalten, bei dem er ein menschliches Porträt aus Büchern geschaffen hat:

Ist das nicht wunderbar!?  Dieses Bild ist mir schon öfter begegnet, sogar mal als Buchstütze und auf einem Kaffeebecher in einer Frankfurter Buchhandlung. Angesichts seiner Originalität mag es nicht verwundern, daß Arcimboldo im 20. Jahrhundert natürlich von den Surrealisten und Dadaisten wiederentdeckt und viele Jahre später dann auch in der Werbung reichlich "ausgeschlachtet" wurde...
So, das war mal wieder mein kleiner Sonntagsausflug in die Kunst. Genießt diesen schönen Oktobertag!



Donnerstag, 9. Oktober 2014

Nobelpreis

Nun ist er für dieses Jahr wieder vergeben, der Literatur-Nobelpreis.
An wen? An den Franzosen Patrick Modiano....
Tja, muß ich mich nun - als Romanistin auch noch - schämen, daß ich diesen Schriftsteller nicht kenne, nie etwas von ihm gelesen habe?

Gut, ich bin in den letzten Jahren nicht sehr viel "unterwegs" gewesen in der französischen Literatur; Izzo, Houellebecq, Celine waren da, und natürlich immer mal wieder meine geliebten "Alten" wie Hugo, Zola, Flaubert, Camus, Sartre, aber sonst....
Ich kann also zu diesem Modiano, diesem "Artist der Sprache", wie ich las,  mir nichts denken, mir nichts unter seiner Literatur vorstellen.

Da las ich noch gestern u.a. einen kritischen Artikel über die Vergabe dieses Preises und die Unwägbarkeiten der schwedischen Jury. Der Autor (habe leider die Zeitung und den Namen des Autors vergessen) fragte sich aber u.a. auch, was eigentlich z.B. mit Siegfried Lenz sei, der gerade erst vor wenigen Tagen verstarb. Und auf Facebook fragte ein Leser, was denn in Gottes Namen mit Autoren wäre wie Paul Auster oder Philip Roth (der schon so lange auf diesen Preis wartet, daß schon Witze darüber kursieren)? Und natürlich füge ich persönlich auch den Sprachgiganten Peter Handke hinzu (der allerdings von der schwedischen Jury wohl nie den Nobelpreis bekommen wird aufgrund seiner Haltung zu Serbien)...
Und so muß einem dieser ganze Literatur-Nobelpreis-Hype auch etwas fragwürdig erscheinen. Die Auswahl an herausragenden Autoren weltweit ist in der Tat so unendlich, daß eine Entscheidung mir fast unmöglich erscheint. Was ist dann aber in Wahrheit das Zünglein an der Waage? Welche Argumente sind ausschlaggebend? Welche Interessen müssen beachtet werden? Welchem Druck ist so eine Jury ausgesetzt? Oder wird gar der Reigen der großen Autoren einfach einmal gut durchgeschüttelt und dann einfach ein Namenskärtchen gezogen? Who knows....

Wie auch immer, ich würde mich freuen, wenn ihr mir die eine oder andere Leseempfehlung zu Modiano geben könntet, denn lesen möchte ich schon mal ein Buch von ihm.....wenn schon, denn schon!
 

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Das ewige Leben...

Heute wird's mal wieder literarisch. Ein paar Wochen schon lag das Buch neben meinem Bett und wartete darauf, endlich fertiggelesen zu werden. Nun ist die Tatsache, daß es so lange dort lag, ein erster Hinweis darauf, daß es mich nicht unbedingt so gefesselt hat, daß ich es in einem Zug ausgelesen habe. Aber es bedeutet auch nicht, daß das Buch  nicht lesenswert war - ansonsten wäre es gleich in die Kiste der Bücherspenden gewandert...
Aber jetzt zum Buch selbst: Stellt euch vor, in einem unbenannten Land hören die Menschen auf einmal auf zu sterben. So beginnt das Buch mit einem Paukenschlag, und der portugiesische Nobelpreisträger Saramago beschreibt nun minutiös die politischen, sozialen und psychischen Auswirkungen dieses "schlimmsten Albtraums, den ein menschliches Wesen je zu träumen vermochte". Das so heiß ersehnte ewige Leben erweist sich bei ganz profaner und auch philosophischer Betrachtung schlichtweg als Katastrophe. Plötzlich leben die Menschen in einer Gesellschaft "zwischen der Hoffnung, ewig zu leben, und dem Horror, niemals zu sterben". Bis eines Tages der Leiter der nationalen Fernsehanstalten einen mysteriösen Brief erhält.....
Mehr will ich euch nicht verraten.
Das Ganze hört sich nun sehr ernst und schwer an, ist aber mit viel Augenzwinkern in einer wunderbar leichtfüßigen Sprache geschrieben, und nicht selten muß man schmunzeln ob der realen Schwierigkeiten, die durch so eine Zeit ohne Tod entstehen und an die man so nie gedacht hätte. Am Ende habe ich mich trotzdem schwer getan, wie ich das Buch einordnen soll. Ist es ein Märchen, ist es eine Parabel, ist es eine Vision, ist es einfach eine schön fabulierte Geschichte? Keine Ahnung. Ist Saramagos Kosmos gar "das Terrain der großen Geheimnisse, der wahren Mirakel, die resistent sind gegen Deutung, Aufschluß, Klärung", wie ein Kritiker in der Frankfurter Rundschau schrieb?
Auf jeden Fall schlägt man dieses etwas skurrile Buch am Ende mit einem versöhnlichen Gefühl zu. Und empfehlen kann ich es allemal!

Sonntag, 5. Oktober 2014

Verquerer Sonntagsgruß...

Beim sonntäglichen Morgenkaffee mal wieder ein Sonntagsgruß ins unendliche und unergründliche www....


"Es ist nicht verboten, mal aus dem Rahmen zu fallen."

Dieses Photo mit Zitat fand ich gerade auf Facebook und dachte mir, daß es ein Lebensmotto ist, das ich euch an diesem Sonntag mit auf den Weg geben will. (Oh je, das hört sich jetzt gerade an wie der Auftakt zum "Das Wort zum Sonntag", nicht wahr? Aber keine Angst, ich bin ja kein Prediger, nur ab und zu ein "Gedankenreisender"...)
"Aus dem Rahmen fallen", ja, diesen Luxus sollten wir uns alle von Zeit zu Zeit gönnen dürfen. Zu geregelt ist unser aller Leben, zu geradlinig, zu vorbestimmt. Und ich meine damit nicht, daß wir den äußeren Zwängen unterworfen sind, im uns vorgegebenen Rahmen leben müssen, da kommen wir ja alle mehr oder weniger nicht drumherum. Ich beziehe das obige Zitat vor allem auf unsere Gedanken, darauf, daß wir uns in unseren Köpfen meist unsere eigenen Käfige bauen und das "Querdenken" sträflich vernachlässigen...Dabei tut es so gut, wenn wir mal aus den eingeübten Gedankenmustern ausbrechen und dann unter Umständen dem allgemeinen Konsens den Rücken zuwenden.
Jede Medaille hat zwei Seiten, den Spruch kennen wir. Aber, auch diese zwei Seiten sind oft nicht der Weisheit letzter Schluß. Ist nicht jede Medaille dreidimensional, um beim Bild zu bleiben? Ist da nicht ein schmaler Rand? Ja, und auf diesem Rand läßt es sich oft gut tummeln; ein schmaler Grat zwar, aber oft ein viel interessanterer und gedanklich fruchtbarerer als die vorrangig bemühte und uns vorgeschriebene Ober- und Unterseite.
Mein guter Freund und Querdenker Oscar Wilde prägte dazu den schönen Satz:

Auf seine eigene Art zu denken, ist nicht selbstsüchtig. 
Wer nicht auf seine Art denkt, denkt überhaupt nicht.

Mit diesen "verqueren" Gedanken wünsche ich euch einen schönen, geruhsamen Sonntag! Und damit es wieder etwas profaner wird hier: Ich muß jetzt kochen, denn liebe Freunde haben sich zum Sonntagsschmaus angesagt....









Samstag, 4. Oktober 2014

Soll das ein Witz sein?

Samstagmorgen. Großputzzeit....uaaaaaaaaah!
Da ich gerade warten muß, bis mein Boden hier aufgetrocknet ist, hier noch schnell eine Lektüreempfehlung:
Das Buch hat mir meine Freundin zum Geburtstag geschenkt, und sie war, wie sie zugab, ziemlich gestresst, welches Buch sie mir kaufen sollte...angeblich hätte ich ja schon so viele, haha....
Aber sie weiß natürlich auch, mit einem Buch kann man bei mir nie falsch liegen als Geschenk!

Nun, das Buch liegt seitdem auf meinem Nachtkästchen und immer wieder lese ich rein. Karasek geht dem Witz und dem Humor auf die Spur, kulturhistorisch vor allem. Durchaus Interessantes entdeckt man und natürlich viele viele Witze. Nicht Alles fand ich zum Ablachen, aber Vieles zum Schmunzeln. Das Problem an Witzen ist ja, daß es immer auf den Erzähler ankommt: so Mancher kann das perfekt und man lacht Tränen, so Mancher kann es gar nicht und "tötet" jede Pointe. Der gelesene Witz ist deshalb per se schon eine trockene Angelegenheit. Aber, nichtsdestotrotz, das Büchlein ist zu empfehlen, wenn man sich für die Geschichte des Witzes interessiert. Wunderbar das Kapitel über den jüdischen Witz!
Eine Einschränkung habe ich persönlich allerdings: Das seitenlange Vorwort des unsäglichen Dr. von und zu Hirschhausen hätte man sich sparen können. Es ist so langweilig und dröge wie der ganze Mann selbst. Der hätte mal lieber Arzt bleiben sollen....(aber sein Gelaber mußte wohl mit rein, weil Karasek und Hirschhausen irgendwann ja auch eine gemeinsame Sendung zum Thema Witz im TV hatten, die ich allerdings nur einmal gesehen habe, denn, wie gesagt, ich kann diesen guten Herrn "Hirsch...." nicht ausstehen!).
So, mein Boden ist trocken, ich muß weiterwirbeln....Jetzt ist Bügeln angesagt....Noch ein schönes Wochenende!


Freitag, 3. Oktober 2014

Die letzte Welt....

Vielleicht fragt sich so mancher Leser hier, was eigentlich aus der Buchbesprechung von Ransmayrs Die letzte Welt geworden ist....
Also, irgendwie klappt das momentan mit dem Lesen nicht. Erst war Töchterlein da und wollte volle Aufmerksamkeit , dann kam der Verkaufsmarkt und jetzt bin ich schon wieder am Werkeln für den nächsten Markt, der in 3 Wochen stattfindet. Zudem stehen im Dezember zwei Weihnachtsmärkte an, die auch mit Ware "versorgt" sein wollen...(äh, ich versuche gerade, die nötige Weihnachtsstimmung aufzubringen!).
Wie ihr seht, volles Programm. Eine für mich persönlich immer ganz schreckliche Folge von all diesen Aktivitäten:  Ich habe kaum mehr Zeit und Muße zum Lesen!!!!
Dies gilt insbesondere für das oben genannte Buch, das - zumindest auf den ersten 50 Seiten - einfach zu gut und außergewöhnlich ist, als daß ich es nun so nebenbei "weglesen" möchte. Auch Ransmayrs Sprache ist eine Kategorie für sich....einfach zu schön!
Dieses Buch also braucht seine Zeit und einen hochaufmerksamen, nicht so sehr mit anderen Sachen beschäftigten Leser. Deshalb werde ich es erstmal wieder auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Nun erwarte ich ungeduldigst eine sogenannte "Gebrauchtwarenlieferung" aus Deutschland, und da wird wohl das eine oder andere Büchlein dabei sein, das meiner momentanen geistigen Verfassung eher entgegenkommt...
In diesem Sinne: Die letzte Welt wird später aufgesucht werden...