Dienstag, 29. Oktober 2013

Ohne eigene Bücher zu sein, ist der Abgrund der Armut, verweile nicht darin. - John Ruskin

Etwas "computermüde" bin ich diese Woche...
Gerade jedoch sah ich im TV mal wieder eine Werbung, die seit der Frankfurter Buchmesse anscheinend ständig geschaltet wird: bei Amazon gibt es einen neuen Kindle, den "Paperwhite"! Und schon kribbelt es mich wieder in meinen Fingern....
Ich gebe zu, daß ich vor einigen Monaten durchaus mal mit dem Gedanken gespielt habe, mir so ein Ding zuzulegen. Das war aber nur eine kurze Phase, als mir meine Bücher mal wieder etwas zuviel wurden. Dann habe ich erstmal aufgeräumt, aussortiert und neu eingeräumt. Und damit war wieder Platz geschafft und das Thema Kindle erledigt.
Heute dachte ich wieder daran, als ich die Werbung sah.
Sicherlich, es ist ein Vorteil, wenn man sich jedes Buch schnell mal raufladen kann und nicht erst bestellen und - wie wir hier in Athen - lange darauf warten muß. Es mag ebenfalls ein Vorteil sein, daß man nicht mehr soviel Platz für Bücherregale braucht. Und man kann eine ganze Latte von Büchern mit auf Reisen nehmen. Und man kann wohl auch bei schlechter Beleuchtung und bei starkem Sonnenschein lesen. Und der Akku "reicht wochenlang" - ätsch, meine Bücher "reichen" aber ein Leben lang! Und der TV-Werbeslogan lautet:"Der neue Kindle-Paperwhite...Lesen Sie selbst!" Wow, wußte noch gar nicht, daß ich das althergebrachte Buch nicht selbst lesen kann!
Und, ach ja, wie schreibt die Amazon-Werbung noch: man kann sogar "EINHÄNDIG" lesen. Welch eine Errungenschaft! Ist mir noch gar nicht aufgefallen, daß ich Bücher eigentlich schon immer einhändig lese (um z.B. mit der anderen Hand ein Gläschen köstlichen Rotweines zu halten)! Aber wahrscheinlich haben die Werbefritzen bei Amazon selbst noch kein Buch in ihren Händen gehalten.  Oder mußte man vielleicht den alten Kindle immer mit beiden Händen halten, war er doch mit ganzen 170 Gramm "leichter als ein Taschenbuch"! Mußte der arme altmodische Leser demnach erst ein straffes Trainingsprogramm absolvieren zur Stärkung der Finger- und Handgelenke, damit er sein Taschenbuch "einhändig" lesen kann? Weltbewegende Fragen, die so eine Werbeaussage aufwirft...

Aber Spaß beiseite: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, ein Buch an einem Bildschirm zu lesen, auch Zeitungen halte ich nach wie vor lieber in der Hand, als z.B. den "Spiegel" online zu lesen. Vielleicht bin ich auch "verseucht" von meinem Umgang mit alten Handschriften. Vielleicht war ich zu viele Jahre in Bibliotheken "unterwegs", vielleicht ist Lesen für mich nicht nur ein visuelles und intellektuelles, sondern eben auch ein haptisches und olfaktorisches Vergnügen. Jedes Buch hat sein eigenes Gewicht, seinen eigenen Umfang, seinen eigenen Umschlag aus unzählig verschiedenen Materialien etc.. Ein Buch ist eben nicht nur eine Ansammlung von Wörtern, es ist ein dreidimensionales Gesamtkunstwerk und ein Gesamterlebnis. Für mich, wie gesagt....
Und wie geht es Euch?



Sonntag, 27. Oktober 2013

Leben mit Büchern: wie könnte es auch anders sein!

Hallo, Ihr lieben Bücherfreunde, schon wieder ist eine Woche rum....es geht alles so schnell....
Heute nur eine wunderbare Textstelle aus einem meiner Lieblingsbücher und ein Bildchen meiner jüngsten "Schandtat" dazu. Und so schenke ich Euch von ganzem Herzen zwar keinen echten Blumenstrauß, aber dennoch ein virtuelles Blümchen an diesem letzten Sonntag im wunderschönen Oktober!



"Und dann, als sie ihre Augen öffnete, wie frisch, gleich gerüschtem Stoff, sauber aus der Wäscherei, auf Weidentabletts ausgebreitet, die Rosen aussahen; und dunkel und steif die roten Nelken, erhobenen Hauptes; und all die spanischen Wicken, weit gestreut in ihren Schalen, violett, schneeweiß, bleich getönt - als wäre es Abend und Mädchen in Musselinkleidern kämen heraus, um spanische Wicken und Rosen zu pflücken, nachdem der wunderbare Sommertag mit seinem nahezu blauschwarzen Himmel, seinem Rittersporn, seinen Nelken, seinen Callas zu Ende war; und es wäre der Augenblick zwischen sechs und sieben, wenn jede Blume - Rosen, Nelken, Schwertlilien, Flieder - aufglüht; weiß, violett, rot, tieforange; jede Blume scheint von allein zu brennen, sacht, rein, in den dunstigen Beeten...."

 ( aus  Mrs. Dalloway von der großen Virginia Woolf)

Dienstag, 22. Oktober 2013

A good book is an event in my life. ― Stendhal

Literature was once my hobby, then my profession, now it is my inspiration, my comfort.....
I cannot live without it and I definitely prefer the company of a good book to the waste of time doing things/meeting people I am not really interested in!
Some years ago I was forced to realize that our time on earth is very restricted and that we have therefore always the right to say: NO!
A basic revelation....

Literatur war einst mein Hobby, dann mein Beruf und nun ist es meine Quelle der Inspiration, mein Trost.... Ich kann ohne Literatur nicht leben und ich ziehe allemal ein gutes Buch der vergeudeten Zeit mit Dingen/Menschen vor, die mich nicht wirklich interessieren!
Vor wenigen Jahren habe ich am eigenen Leib erfahren müssen, daß unsere Zeit begrenzt ist, und daß wir deshalb jedes Recht haben, auch einfach mal NEIN zu sagen!
Eine grundlegende Entdeckung....

 
And this is my quote of the day:

That is part of the beauty of all literature:
You discover that your longings are universal longings, 
that you're not lonely and isolated from anyone. 
You belong.

F. Scott Fitzgerald


Sonntag, 20. Oktober 2013

Leben mit Büchern...auf ein Neues....

Heute nur ganz kurz, meine Zeit ist knapp an diesem Wochenende....
Ich erinnerte mich heute daran, daß ich ja vor einigen Jahren eine kleine Schachtel gebastelt habe, die meine eigene kleine Zitatensammlung aus Büchern darstellt. Ihr kennt das ja:  man liest eine Textstelle, streicht sie sich vielleicht auch noch an, aber das ist es auch schon. Wenn man nach längerer Zeit diese Textstelle wieder sucht, ist das oft entweder sehr zeitaufwendig oder frustrierend, weil man die Stelle - oder gar das Buch - nicht mehr findet....
Deshalb schreibe ich mir besonders schöne oder interessante Textstellen manchmal einfach auf, drucke sie aus und dann "ab in die Kiste" damit. So hat sich schon Einiges angesammelt, aber ich muß gestehen, daß ich die letzte Zeit diese Praxis sträflich vernachlässigt habe, vor allem, seit soviele andere Dinge zu bewältigen sind...und ich auch noch meinen kleinen Blog hege und pflege!!!!
Um das Photo zu machen (leider schlecht, es war schon spät am Abend), habe ich mich dann gleich mal wieder an manchen Textstellen "festgelesen" und mir fest vorgenommen, diese Sammlung bald wieder auf den neuesten Stand für mich zu bringen !



Freitag, 18. Oktober 2013

Vielleicht ist Liebe wesentlich, weil sie unnötig ist. - Julian Barnes

Kurz ein Hinweis auf ein Buch, das seit August in meinem SUB auf mich gewartet hatte: Julian Barnes, "Eine Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln".
Ich habe ja schon neulich auf diesen interessanten englischen Autor aufmerksam gemacht.. Dies ist nun mittlerweile das vierte Buch, das ich von ihm lese.
"In seiner Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln jongliert Julian Barnes auf höchst gekonnte Weise mit dem Arche-Noah-Myhtos. In zehn Kapiteln schreibt Barnes über Gott und die Welt, kühn kalkuliert und sprachlich brilliant. Das schönste Kapitel ist jedoch jenes halbe über die Liebe."
Soweit der Klappentext.
Und weil ich meine Neugier nicht bändigen konnte und weil die in sich inhaltlich abgeschlossenen Kapitel des Buches diesen "Leseverstoß" durchaus zulassen, las ich als erstes dieses tatsächlich wunderbare "halbe" Kapitel über die Liebe. Ich müßte eigentlich die gesamten 20 Seiten hier abschreiben, kaum etwas erscheint mir überflüssig an dieser Liebeserklärung an die Liebe, aber lest es selbst nach!
Inzwischen habe ich ganz brav von vorne begonnen, habe mich beim ersten Kapitel köstlichst amüsiert über die humorvolle Entmythifizierung der Arche-Noah-Geschichte. Auch wenn ich nicht alle der folgenden Kapitel so gut fand, bedeutet dies nicht, daß das Buch nicht lesenswert ist. Absolut erstaunlich ist immer wieder der Ideenreichtum dieses Autors, meisterhaft variiert er in den einzelnen Geschichten den Arche-Noah-Mythos! Und so habe ich es dann doch ganz gelesen und mir auf den Seiten 299-329  Barnes Ansichten über die Liebe nochmals auf der Zunge zergehen lassen:

Die Liebe....sie ist unsere einzige Hoffnung, 
auch wenn sie uns enttäuscht,
 obwohl sie uns enttäuscht, 
weil sie uns enttäuscht.
Habt ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Wie lautet der kürzeste Anfangssatz in einem deutschen Roman und wer hat ihn geschrieben?

Meine Tochter erzählte mir gestern von einer Vorlesung, die sie dieses Semester in Germanistik besucht: "Literaturbetrieb in den Medien".
Die Einführungsvorlesung war ihrer Meinung nach sehr interessant, geht es doch um das Lesen an und für sich, um die Verlagspraktiken, um die "Buchindustrie" allgemein... Und sie hatte sich einige Ansichten des Dozenten gemerkt, z. B.:

- Ein Mensch kann in seinem Leben im Schnitt 5000 Bücher lesen, sofern er ein eifriger Leser ist. Dies bedeutet, daß man sich seine Lektüre sehr genau aussuchen sollte, denn die Zeit ist knapp....
- Der erst kürzlich leider verstorbene Reich-Ranicki behauptete einmal, daß 87% aller Neuerscheinungen überflüssig wären, der Dozent meinte aber, das sei noch viel zu niedrig angesetzt!

Irgendwann erwähnte meine Tochter auch, daß dieser Mann ein Buch veröffentlicht hat. Ich erinnerte mich dann gleich, daß dieses Buch in meinen Regalen steht! Ein Buch, das ich mal gekauft hatte und darin ab und zu rumschmökere....Welch ein witziger Zufall!
Das Buch ist angefüllt mit skurilen, zum Teil aberwitzigen, aber immer interessanten Tatsachen aus der Literaturwelt in enzyklopädischer Form, die wir echt nicht gewußt haben:
"Affären und Prozesse, Mystifikationen und Fälschungen, Legenden und Spekulationen, Schmäh- und Nachreden, Plagiate und Pseudonymen, Poesie und Polizei, Genie und Wahnsinn....eine unerschöpfliche Fundgrube von Homer bis zum Dan-Brown-Plagiatsprozess" (Klappentext).
Wirklich lesenwert, allein schon wegen der absolut beeindruckenden 25-jährigen Forschungsarbeit, die dahintersteckt. Es ist ein echter "Schmöker", über 1800 Seiten "schwer"...die ideale Lektüre für Leseratten, wenn man ab und an mal kurzzeitig "abhängen" will und sich für alles interessiert, was im weitesten Sinne mit Literatur zu tun hat!
Würde ich noch in München leben, würde ich diese Vorlesung - als "betagter" Gasthörer - sicherlich besuchen! Zumindest aber wird das in den kommenden Monaten viel Gesprächsstoff geben für mich und meine Tochter. Diese Vorlesung ist sicher ein Highlight, ich bin schon gespannt auf die Berichte und werde Euch ab und zu mitnehmen auf diese kurzweilige Reise in die Welt der Germanisten! Und wer darüberhinaus interessiert ist, sollte sich das Buch kaufen....

Montag, 14. Oktober 2013

Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muß auf Wechsel gefaßt sein. - Goethe

Veränderungen und Abschiede....

Meine liebe Blogger-Kollegin "Frau Sonnenhut" hat mir als Kommentar auf meinen letzten Beitrag ein wunderbares Gedicht von Hermann Hesse geschickt...die wichtigsten Gedanken darin für mich sind momentan die Zeilen:
 "Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
....
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!"

So viele Veränderungen und Abschiede haben mein bisheriges Leben begleitet. Oft willentliche, öfter jedoch notwendige Veränderungen. Abschiede waren fast immer nur erzwungene, nie ersehnte. Und das geht wohl den meisten von uns so.
Man kann sich immer wieder auf die Schulter klopfen und sich sagen, man "entraffe sich lähmender Gewöhnung". Tatsache ist aber, daß zuviele Veränderungen einen auch mürbe machen können. Vor allem die letzten Jahre der Wirtschaftskrise verlangen von so vielen von uns ein ständiges Umdenken, ein ständiges in Bewegung bleiben und ein sich neu Erfindenmüssen, was unendlich viel Kraft und oft auch eine dumpf-gedankenlose Ausdauer erfordert.
Dies sind Momente, in denen ich dann doch so manche unserer Freunde beneide, die ihr Leben trotz der allgemeinen Probleme mehr oder weniger weiter wie bisher leben können. Und dann sehne ich mich nach dieser "lähmenden Gewöhnung", erscheint sie mir in solchen Momenten sogar wünschenswert, obwohl dies so gar nicht meinem unruhigen Naturell entspricht. Aber es bleibt eben ein himmelweiter Unterschied zwischen gewollter und erzwungener Veränderung!

Tröstend am Ende ist nur die letzte Zeile von Hesses Gedicht, und weil ich Lyrik sehr liebe, werde ich ab und an mir diese Worte ins Gedächtnis rufen...
Noch bleibt natürlich dahingestellt, ob es am Ende ein Gesunden geben wird, ob die kommende Veränderung einfach ein weiterer "Next Exit" oder die "Final Destination" sein wird....

Ich schreibe dies heute nur ganz kurz, um Euch allen für Eure lieben Gedanken und aufmunternden Worte zu danken! Habt eine schöne Woche!




Sonntag, 13. Oktober 2013

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird.... G.Ch.Lichtenberg

Da ja letzte Woche auf Kerki's Blog so ein schönes Photo einer alten Druckmaschine eingestellt war, will ich "maschinenmäßig" kurz nachlegen - aus für mich aktuellem Anlaß:

Wenn Buchseiten erstmal gedruckt sind, müssen sie unweigerlich zum Buchbinder. Inzwischen funktionieren richtig große Buchbindereien nur noch maschinell. Vor einigen Jahren durfte ich in Dubai eine riesige Buchbinderei besuchen, in der hauptsächlich Koran-Ausgaben hergestellt wurden. Es war eine faszinierende, aber auch ernüchternde Erfahrung: noch nie hatte ich all die hochmodernen Maschinen gesehen, die heute in einer Großbuchbinderei eingesetzt werden! Unfaßbar, daß es auch für die klitzekleinsten Arbeitsschritte noch eine entsprechende Maschine gibt! Da kam dann auch die ernüchternde Frage: was treibe ich da eigentlich in meiner kleinen Werkstatt mit meinen zwei Händen und einigen wenigen Maschinen!?
Naja, man kann die maschinelle Buchherstellung natürlich nicht mit dem Handwerk vergleichen...

Der aktuelle Anlaß, von dem ich oben sprach, ist die Tatsache, daß wir bis spätestens Weihnachten  unsere bisherige Werkstatt aufgeben und uns empfindlich verkleinern werden. Wir müssen uns der bitteren Realität anpassen und die vergangenen Jahre ad acta legen: Wachstum oder zufriedene Stagnation waren einmal, jetzt ist Rezession (ad infinitum?) angesagt. Die ersten Weichen sind bereits gestellt, viel Bürokratie ist zu bewältigen, Genehmigungen sind einzuholen - ja, selbst hier im chaotischen Griechenland muß das sein!.
Neben so manchen Träumen und Hoffnungen werden diesem Umzug auch einige Maschinen zum Opfer fallen, für die einfach kein Platz mehr sein wird. Eine davon ist unsere große, uralte Schneidemaschine (Baujahr anno dunnemals...). Wir benutzen sie sowieso nur noch sehr selten, schneidet sie schon länger nicht mehr millimetergenau. Trotzdem tut es mir in der Seele weh, sie hat uns immerhin 16 lange Jahre gute Dienste erwiesen und ist jetzt nur mehr das Symbol für die anstehenden Veränderungen:  So geht für sie - und unweigerlich auch für uns - eine kleine Ära zu Ende! Irgendwie schade.
Mein Zitat aus aktuellem Anlaß:
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, 
wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: 
es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Ch. Lichtenberg



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Mittwoch, 9. Oktober 2013

Better late than never....Καλιό αργά παρά ποτέ....Besser spät als nie.....

Unbelievable, but true....we finally did it! After endless hours of  work at the laptop and the great help of our technician, we managed to go online!

Unglaublich, aber wahr...wir haben's endlich geschafft! Nach unendlich vielen Stunden am Laptop und der großen Hilfe unseres Computerfachmanns, sind wir nun endlich online!

HURRA!

Samstag, 5. Oktober 2013

Liebt das Buch. Es wird Euch freundschaftlich helfen.... (Leben mit Büchern 8)

Vor ein paar Wochen schickte mir meine Schwägerin eine 34-bändige Ausgabe von Werken Wielands, Klopstocks und von Platens, gedruckt in Leipzig in den Jahren 1853-56. Die Buchreihe befand sich viele Jahre in einer Schulbücherei, bevor sie mein Bruder irgendwann geschenkt bekam. Da aber bei ihm Bücher, CDs und Schallplatten die eigentlichen Hauptbewohner des Hauses sind, war wohl mal Aussortieren angesagt, und so dachte meine Schwägerin wohlwollend an den familieneigenen Buch-Recyclingcontainer (respektive mich!) und meine Buchbasteleien...

Nun, diese kleinen Büchlein sind richtig kleine Schmuckstücke: die Buchumschläge sind liebevoll gestaltet mit wunderbaren Goldprägungen auf Deckel und Rücken, ein jeder der Autoren hat ein eigenes Motiv. Wo findet man denn heute noch solch aufwendigste Buchgestaltungen!?
Und beim Durchblättern fand ich lustigerweise in einem dieser Büchlein einen handschriftlichen Eintrag meines Bruders: "Gelesen (bis S.179) in Colle Branco. August 2002", was diesem Büchlein einen für mich besonders sentimentalen Wert verleiht.
Wie wunderbar doch der Gedanke, daß ein Buch nach 146 Jahren anscheinend  noch immer eine anregende Urlaubslektüre war und nach sage und schreibe 157 Jahren schließlich bei mir landete!


 Ob ich nun diese 34 Büchlein jemals "weiterverarbeiten" werde, sei dahingestellt. Momentan haben sie ein Plätzchen in meinem neuen Regal gefunden. Ich werde mich zuerst mal an ihnen erfreuen, die kunstvollen Buchdeckel bewundern, ab und an die vergilbten und fleckigen Seiten durchblättern und dabei an meinen Bruder denken...(lesen werde ich sie wohl nicht, es sei denn, mich überkämen unerwarteterweise Reminiszenzen an meine Studienjahre!).

Nie war ein Zitat so treffend für meine momentane Situation :  Liebt das Buch. Es wird euch freundschaftlich helfen, sich im stürmischen Wirrwarr der Gedanken, Gefühle und Ereignisse zurechtzufinden. - Maxim Gorki
Allen Freunden von Kerki's Aktion "Leben mit Büchern" einen wunderschönen Sonntag...und allen anderen Lesern meines Blogs natürlich auch!

Dienstag, 1. Oktober 2013

Envy comes from people's ignorance of, or lack of belief in their own gifts. - Jean Vanier


Envy - perhaps one of the strongest feelings of mankind. Thinking about this feeling, I have to admit that I envy as well as anyone else. But I never envied someone else’s wealth, success or beauty. Wealth is often just inherited or in the worst case chiseled. If not, it's just the fair fruit of one’s work. Wealth comes often with success which is the product of hard work, cleverness and, often enough, contingencies. If achieved by hard work and cleverness, it's again fair enough, if achieved by contingency, it is just the way life goes….  Beauty finally, is genetically passed on. Thus, there is no reason to waste further thoughts about it. Beauty might be also the questionable product of some surgery, something I totally disapprove for myself... Hence, there is no reason to eny any of these things!
You will ask me now, why I am writing all this. Having read two wonderful books these lasts days (Rachel Joyce, The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry and Julian Barnes, The Sense of an Ending), 
I became aware that I am definitely able to feel pure envy: I envy all good novelists!!!! Probably I admire every brilliant writer more than any other artist. And I regret that I am not blessed with the gift to write wonderful books. On the contrary, my passive role is that of a reader who enjoys a good book from time to time... and this is not the worst role,  I think!!!



Neid - vielleicht eines der stärksten Gefühle des Menschen. Wenn ich darüber nachdenke, muss ich zugeben, daß ich wohl genauso Neid empfinden kann wie jeder von uns. Aber ich habe noch nie jemanden um seinen Reichtum, Erfolg oder seine Schönheit beneidet.
Reichtum ist oft nur ererbt, manchmal auch ergaunert. Wenn beides nicht zutrifft, dann ist es der gerechte Lohn harter Arbeit. Gepaart ist Reichtum oftmals mit Erfolg. Und Erfolg ist ebenfalls meist das Ergebnis harter Arbeit, Cleverness und nicht zuletzt diverser Zufälle. Wenn jemand Erfolg hat aufgrund harter Arbeit und Klugheit, dann sei er ihm ausnahmslos gegönnt. Und wenn der Zufall nachgeholfen hat, dann kann man das nur abbuchen unter die verschlungenen Pfade des Lebens... Schönheit schließlich ist genetisch bedingt, also ebenfalls unsinnig, einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden. Und wenn die eine oder andere Schönheitsoperation nachgeholfen haben sollte, so muß jeder für sich selbst entscheiden, ob es das Risiko wert ist...
Ihr werdet Euch nun mal wieder fragen, was ich da so schreibe.
Nun, nachdem ich die letzten Wochen einige sehr schöne Bücher gelesen habe, wurde mir wieder bewußt, daß ich sehr wohl neidisch sein kann: Ich beneide jeden guten Schriftsteller! Ich kann sagen, daß ich Schriftsteller schon immer ein klein wenig mehr bewundere als jeden anderen Künstler. Und so muß ich zugeben, daß ich nur eines in meinem Leben bedauere: nicht mit der Gabe geboren worden zu sein, Bücher schreiben zu können!
Aber so ist definitiv der Lauf des Lebens: Mir wurde der passive Platz des Lesers zugewiesen, der sich an dem einen oder anderen guten Buch erfreuen kann....was letztendlich ja auch nicht das Schlechteste ist, oder?