Mittwoch, 18. April 2012

“Don't walk in front of me; I may not follow. Don't walk behind me; I may not lead. Just walk beside me and be my friend.” (Albert Camus)


In my last post I wrote about guests, hospitality and….friends.
Just today I read a long email of a very good friend of mine and it made me wonder: What can we say about friendship and our friends? Or, what does the choice of friends tell about us?
I know many people who proudly tell me how many friends they have, but I know that in reality they do not differentiate between friends and good acquaintances. I know that these definitions can differ in various cultures. But, speaking for myself, I do make this differentiation. I am not the kind of person gathering a lot of so called “friends” around me. I know they are nice acquaintances, but they are not real friends. Real friends are rare, and the older I get the less I engage myself in these superficial acquaintances. With advancing age, I become more and more picky….Maybe, it’s just the feeling of running out of time…
Friendships, however, might not stay always the same….some wither and become nodding acquaintaces, some disappear, some return surprisingly. As years went by, I lost touch with a few old friends, but also found new ones. I lost most of my friends when I left Germany. I am still in touch with a few of them (thank God for the internet!), but because of the distance they cannot always “walk beside me”, as Camus suggested.
In the best case, we will feel at our ease as always when we finally meet after a long time apart. In the worst case you will see a friendship slowly dying right next to you. This is what hurts most: You don’t have the “excuse” of distance or something like that, but you have to realize that something in this friendship changed, maybe you or your friend changed, maybe you have to ask yourself if this was a true friendship or just an overrated and misunderstood acquaintance. Anyway, it always hurts our feelings when we have to make this experience.
Real Friendship demands above all love and compassion, but also the guts to tell the truth. The helvetian philosopher Peter Bieri (alias Paul Mercier) wrote that "the truth about yourself  is reasonable for the people".
I love my friends to be honest, to tell me what they really think, I love them to push me forward by criticizing…these should be the criteria for real friendship or in the words of Oscar Wilde:

Anybody can say charming things and try to please and to flatter, 
but a true friend always says unpleasant things, and does not mind 
giving pain. Indeed, if he is a really true friend he prefers it, for he 
knows that then he is doing good.”
(I dedicate this post to my best critical friend)


In meinem letzen Beitrag  schrieb ich über Gastfreundschaft, Gäste  und...Freunde.
Gerade heute las ich eine lange email von einer Freundin, und das hat mich nachdenklich gemacht: Was können wir über unsere Freunde und Freundschaft sagen? Was sagen unsere Freunde über uns selbst aus?
Ich kenne so viele Leute, die mit unverhohlenem Stolz erzählen, wieviel Freunde sie haben. Ich weiß aber, daß sie in Wirklichkeit nicht zwischen den Begriffen „Freundschaft“ und „Bekanntschaft“ unterscheiden können. Ich weiß auch, daß diese Definitionen von Kultur zu Kultur verschieden sind, vielleicht ist in den letzten Jahren aber auch nur unser Sprachgebrauch ungenauer geworden. 
Ich selbst jedoch mache diese Unterscheidung schon immer. Ich habe nie viele sogenannte Freunde um mich herum angesammelt. Es war mir immer klar, daß es sich meistens nur um sehr nette, aber unverbindliche Bekanntschaften gehandelt hat, nicht um wahre Freunde. Wahre Freunde sind so selten, und je älter ich werde, desto weniger will ich mich auf oberflächliche Bekanntschaften einlassen. Mit zunehmendem Alter werde ich immer wählerischer und lasse mich nicht mehr auf viele Menschen ein. Oft ist es auch das Gefühl der zu schnell verrinnenden Zeit (die berühmte Sanduhr !!!), das Gefühl, nicht mehr viel Zeit für Oberflächliches zu haben....
Freundschaften bleiben auch nicht immer gleich....manche verblühen und werden zu unverbindlichen Bekanntschaften, manche lösen sich gar in Nichts auf, und einige wenige schleichen sich irgendwann auf leisen Sohlen wieder in unser Leben..... Im Laufe der Jahre habe ich manche Freunde verloren, aber auch manch neue gewonnen. Die meisten Freunde verlor ich aus den Augen, als ich vor vielen Jahren von Deutschland nach Griechenland „ausgewandert“ bin. Mit einigen bin ich noch in Kontakt (dank Internet), aber auch diese wenigen können aufgrund der Entfernung nicht wirklich „an meiner Seite gehen“, wie Camus das so schön formuliert hat.
Im besten Falle werden wir uns - wie immer- einander nahe fühlen, wenn wir uns nach langer Zeit endlich mal wiedersehen. Im schlimmsten Falle jedoch müssen wir zusehen, wie sich eine Freundschaft langsam in Nichts auflöst – und das im Hier und Jetzt!  Das trifft uns dann am härtesten, denn wir haben keine „Entschuldigung“ parat, wie zum Beispiel 3000 km Entfernung oder Ähnliches. Ganz im Gegenteil, wir müssen uns dann ganz unmittelbar damit auseinandersetzen, daß sich diese Freundschaft verändert hat, daß wir oder der Freund sich verändert haben. Vielleicht müssen wir uns auch fragen, ob diese Freundschaft nicht von Anfang an von uns mißverstanden wurde und nur eine nette Bekanntschaft war....in jedem Falle tut so etwas weh und beschäftigt uns lange.
Freundschaft bedeutet für mich vor allem Liebe und Mitgefühl, aber auch Mut, die Wahrheit zu sagen. Der Schweizer Philosoph Peter Bieri alias Paul Mercier schrieb, dass "die Wahrheit über sich selbst dem Menschen zumutbar ist". 
Nur ein wahrer Freund wird mir sagen, was er wirklich denkt oder wird mich gerade durch seine Kritik vorantreiben....Daran sollten wir den wirklichen Freund erkennen können oder wie Oscar Wilde schrieb:

„Jeder kann nette Dinge sagen und dem anderen versuchen zu 
schmeicheln, aber ein echter Freund wird immer unbequeme Dinge 
sagen, auch wenn es weh tun sollte. Wenn er ein wirklicher Freund ist, 
wird er gerade dies tun, wissend, daß er damit das einzig Richtige tut“.

(Dieser Beitrag und die Mohnblumenwiese sind meiner kritischsten Freundin gewidmet! Για σου, παπαρουνίτσα!)


Hospitality is making your guests feel at home, even if you wish they were. (Anonymous)


Hospitality and guests….
Both are very important ingredients of our lives. I love to have guests, mostly my very good friends coming over for a nice dinner or just a glass of wine, passing the evening together talking, having fun or even watching a good movie….
People say that in times of crisis the most important thing is to be with your  friends and share a good time together…but can we always be in this mood, especially when such a huge crisis like the one here in Greece hits us?
Actually so many people in Greece see their lives falling apart that it becomes sometimes so difficult to forget all the problems and just “have a good time” together…
Nevertheless should we try not to forget our friends, and often it can be helpful to share our problems with them, even if that means that we may not have exactly a funny time together….
More than ever we need the mental exchange with other people. Closing off our innermost being might increase our problems. And therefore we should open our homes to our guests and friends as often as possible!
Recently a friend of mine asked me to make a special guestbook for her home. She thought it might be a nice idea to collect messages of all the guests coming to her house…. What a brilliant idea!
And here a last funny quote about guests by Eleanor Roosevelt: " The only advantage of not being too good a housekeeper is that your guests are so pleased to feel how very much better they are."

                                                                           ***

One of my guestbooks.....
Gastfreundschaft und Gäste….
Beides sind wichtige Zutaten in unserem Leben. Ich liebe es, Gäste zu haben, vor allem natürlich unsere besten Freunde, und sie auf ein schönes Abendessen bei einem guten Glas Wein einzuladen. Es tut gut, den Abend gemeinsam zu verbringen und zu quatschen, Spaß zu haben oder auch nur gemeinsam einen Film anzusehen.
Man sagt, dass es vor allem in schweren Zeiten notwendig ist, sich mit seinen Freunden zu umgeben und eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Aber sind wir immer in der richtigen Stimmung dafür, vor allem wenn man sich in einer Krise wie der momentanen hier in Griechenland befindet?
So viele Menschen hier sehen gerade ihr Leben und alles, was sie sich mühsam aufgebaut haben, „den Bach runtergehen“. Es ist dann oft schwierig, all diese Probleme zu vergessen und eine unbeschwerte Zeit miteinander zu verbringen, einfach, weil man nicht in der gelösten Stimmung ist.
Trotzdem sollten wir versuchen, unsere Freundschaften zu pflegen, und oft kann es ja auch hilfreich sein, die Probleme mit anderen zu teilen, auch wenn das bedeutet, dass man vielleicht nicht gerade einen lustigen Abend miteinander verbringt. 
Auf jeden Fall brauchen wir den Austausch mit anderen Menschen, je mehr wir uns verschließen, desto gravierender empfinden wir oftmals unsere Probleme. Deshalb sollten wir unsere Tür so oft wie möglich Gästen öffnen!
Neulich bat mich eine ganz liebe Bekannte, ihr ein Gästebuch herzustellen. Sie fand es eine schöne Idee, wenn sich all die Gäste, die sie von Zeit zu Zeit besuchen, dort eintragen könnten…. Ja, wirklich eine schöne Idee!
Und hier noch ein Zitat zum Schmunzeln von Eleanor Roosevelt: "Eine nicht allzu gute Hausfrau zu sein, hat den einzigen Vorteil, daß Ihre Gäste immer der erfreulichen Meinung sein können, sie würden das alles viel besser machen als Sie."

Montag, 16. April 2012

I want to stay where I never was before (Thomas Brasch)



What I have I do not want to lose, but
where I am I do not want to stay, but
those I love I do not want to leave, but
those I know I do not want to see anymore, but
where I live I do not want to die, but
where I die I do not want to go to,
I want to stay where I never was before.
(Thomas Brasch)

         
Poetry has been with me through all my studies. As a young student
I had to choose between the three literary genres poetry, drama and prose. Although I am inclined more and more to prose (the serenity of old age?) I was fascinated at that time mainly by lyrical and dramatic texts (poetry, because I was too impatient to read a 500-page novel and drama, because I loved theatre  ...). Anyway, those years I immersed myself into Italian, French and German dramatic and lyrical texts. Some authors - like Thomas Brasch - were discovered by accident many years later. Poetry impresses me still.  Sometimes I see it like a quintessence of what a prose writer tries to express in too many words...
"I want to stay where I never was before" ...Thomas Brasch's poem describes exactly the feeling that grabs me so often: it is the general restlessness in me - which I try to alter into creativity.
I am not a person of peace with myself. I'm always looking for the next challenge, the new, all the things I still have not achieved. I think that this feeling makes up a major part of my creativity - and I know that this has not always had a positive impact on my life. This constant state of "searching", although it may be sometimes quite creative, often results to be tedious and not very conducive to my health.
And so I wonder: can we be creative while resting in us? Or rather, do we need this constant state of anxiety? Is it just the restless spirit that allows us to try new things? Or is it only Brasch's despair that we feel within us? Is then any kind of creativity basically just an escape from dealing with our own demons? And is it finally a creativity born from unrest or uncertainty, an attempt to give some meaning to our lives?
Well, you can of course also see it the other way around, and certainly the real artists deal with their demons in their creations. This is probably the really important creativity, which we find in writers, visual artists or musicians and composers ...
Peter Handke described this condition this way: "Without irritation I would see nothing beautiful, I would not be cut impressed by some words. Irritability is the basic condition of course, rest is much nicer, but rest does not exist a priori, rest has to grow.
 Irritability as a prerequisite for creation and happy is who can find rest during or after the creative process.
But I write not about great art such as by Handke, but only about my own little "homemade" creativity. Marie von Ebner-Eschenbach described this difference so aptly: The "small" are working, the "great" are creating.
Well, those are my thoughts today, after I write this blog now for over a month.
Conclusion: 18 Posts, 236 page views, 1 comment (can we call this "interest"?...), but I will go on with it  anyway. Perhaps even this blog is finally just another kind of escape into the infinity of the anonymous web .... who knows ...?

Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
wo ich bin will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne will ich nicht mehr sehen, aber
wo ich lebe will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin
bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.
                                    (Thomas Brasch)
                    
Lyrik hat mich durch mein ganzes Studium begleitet. Als junge Studentin mußte ich mich irgendwann zwischen den drei literarischen Gattungen Lyrik, Drama und Prosa entscheiden. Obwohl ich heute eher der Prosa zugeneigt bin (die Gelassenheit des Alters?), faszinierten mich damals vor allem lyrische und dramatische Texte (Lyrik, weil ich vielleicht zu ungeduldig war, mich auf einen 500 Seiten langen Roman einzulasssen, und Drama, weil ich das Theater liebte...). Jedenfalls vertiefte ich mich damals in die italienische, französische  und deutsche dramatische und lyrische Dichtung. Manche Autoren - wie Thomas Brasch - entdeckte ich durch Zufall erst viele Jahre später. Lyrik beeindruckt mich auch heute noch, sehe ich darin manchmal auch eine Quintessenz dessen, was ein Prosaautor in vielen Worten in einem Roman wiederzugeben versucht.
"Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin"...
Thomas Brasch beschreibt in seinem Gedicht genau das Gefühl, das mich so oft packt: es ist die allgemeine Unruhe in mir - die ich dann für meinen Teil versuche, in Kreativität umzusetzen.
Ich bin kein Mensch, der in sich ruht. Ich bin immer auf der Suche nach dem Nächsten, nach dem noch nicht Erreichten. Ich glaube, daß dieses Gefühl einen Großteil meiner Kreativität ausmacht - und ich weiß, daß dies sich nicht immer positiv auf mein Leben ausgewirkt hat; eher hat es mich in diesen stetigen Zustand des "Nachfragens" versetzt, der zwar manchmal durchaus kreativ sein mag, aber oft auch ermüdend und der Gesundheit definitv nicht immer zuträglich ist.
Und so frage ich mich: können wir kreativ sein und gleichzeitig in uns ruhen? Oder brauchen wir vielmehr diese ständige Unruhe? Ist es nur der unruhige Geist, der es uns erlaubt, Neues auszuprobieren? Oder ist es am Ende doch nur Braschs Verlorenheit, die wir in uns spüren? Ist dann jede Art von Kreativität nicht auch eine Flucht vor der Auseinandersetzung mit unseren eigenen Dämonen? Und ist es am Ende nur eine aus Unrast oder Unsicherheit geborene Kreativiät, nur der Versuch, uns selbst irgendeinen Sinn zu geben, auch so eine Art Beschäftigungstherapie, um abzutauchen?
Nun, man kann es natürlich auch genau andersherum sehen, und sicherlich setzen sich die wirklich großen Künstler in ihrer Arbeit mit ihren Dämonen auseinander und erschaffen daraus ihre Werke. Dies ist dann wohl die wirklich bedeutende Kreativität, die wir bei Schriftstellern, bildenden Künstlern oder Musikern und Komponisten finden...
Peter Handke beschrieb diesen Zustand einmal so: "Ohne Gereiztheit würde ich nichts Schönes sehen, würde ich nicht wirklich tief eingeschnitten werden von manchen Anblicken, von manchen Wörtern und Worten. Gereiztheit ist die Grundbedingung. Natürlich ist die Ruhe viel schöner. Aber die Ruhe ist nicht von vornherein da. Die Ruhe muss werden." Gereiztheit als Grundvoraussetzung für das Schaffen, und glücklich ist derjenige, der im oder nach dem Schaffungsprozeß Ruhe finden kann.
Aber ich schreibe hier ja nicht über die große Kunst wie bei Handke, sondern nur über meine eigene kleine "hausgemachte" Kreativität oder wie Marie von Ebner-Eschenbach diesen Unterschied mal so treffend beschrieb: "Die Kleinen schaffen, der Große erschafft."

Tja, das sind so meine Gedanken von heute, nachdem ich diesen Blog nun schon seit über einem Monat schreibe.
Fazit: 18 Posts, 236 Seitenaufrufe, 1 Kommentar (Interesse sieht anders aus...), aber ich will trotzdem weitermachen. Vielleicht ist aber auch dieser Blog letztendlich nur wieder eine Art von Flucht hinein in die anonyme Unendlichkeit des Webs....who knows...


...

Samstag, 14. April 2012

It's always the badly dressed people who are the most interesting. (Jean Paul Gaultier)


Remarkable words of a man who earns his living in the fashion industries....It is interesting that Gaultier seems to question his own metier and I can’t help but wonder: do we give too much attention to all these issues of fashion and cloths?
I don’t think so, because, in the end, it is a part of our subjective well-being. It is fun to find your own style. We just feel better, even if I always prefer women who found their personal style far away from the actual fashion dictate!
Some years ago, a friend of mine convinced me to attend a colour consultation. At the beginning I thought this a quite weird idea, but then I was curious to see how it works. The consultant gave us a lot of information about colours,  and it was very interesting to see how the wrong colour makes you look pale and ill. However,  for me the most interesting part then was to see that most of the attending women had always intuitively chosen the right colours for their type!!!
So, I concluded that most of us are indeed able to decide what is becoming to us or not. And who doesn’t know all these pushy sales assistants, who are urged to comment on a cloth you are just trying on. I mostly feel then offended, because I think they put my personal opinion and taste in question (especially when I look just ridiculous in these clothes …). Shop owners should be informed that they could sell much more if they wouldn’t take people to be fools!

Ok, why did I remember all this? Oh yes, during the last couple of days I altered again some old book pages and made some brooches...
                                  ***
Ein bemerkenswerter Ausspruch von einem Mann, der mit Mode sein Geld verdient! Interessant, daß Gaultier hier sein eigenes Metier ziemlich in Frage stellt, und ich frage mich, ob wir dem ganzen Modewahn nicht zuviel Bedeutung beimessen?

Und doch können wir uns all dem nicht wirklich entziehen, weil es doch einen guten Teil unseres Wohlbefindens ausmacht. Es macht einfach Spaß, den eigenen Stil zu finden. Wir fühlen uns einfach besser, obwohl ich immer Frauen interessanter finde, die ihren ganz persönlichen Stil weitab des jeweils aktuellen Modediktats gefunden haben.  
Vor einigen Jahren überredete mich eine Freundin eine Farb- und Stilberatung zu machen. Ich fand die Idee zuerst total bescheuert, aber dann war ich doch neugierig, wie so etwas funktioniert.  Die Beraterin hat uns viel erklärt über die richtige Auswahl der Farben, und es war dann total interessant zu sehen, wie die falsche Farbe uns doch gleich ganz blass und krank aussehen läßt. Am interessantesten war allerdings, daß die meisten von uns Teilnehmerinnen ganz instinktiv schon immer die für ihren Typ richtigen Farben getragen hatten!!!! 
Es stellte sich also heraus, daß wir "Mädels" in der Regel sehr wohl vor dem Spiegel entscheiden können, was uns steht oder nicht. Ja, und wer kennt nicht diese aufdringlichen Verkäuferinnen, die immer dazu angehalten werden, ihre Meinung zu einem Kleidungsstück abgeben zu müssen, das man gerade anprobiert. Ich fühle mich dann immer fast persönlich beleidigt, weil ich mein eigenes Urteilsvermögen derart in Frage gestellt sehe! Wie oft habe ich gehört, wie gut mir etwas stehe, wenn ich in Wahrheit geradezu verboten aussah....und wie oft habe ich einen Laden genervt verlassen, weil ich mir solche blöden „verkaufsfördernde“ Kommentare anhören mußte. (Man sollte den Ladenbesitzern mal erklären, daß sie mehr Umsatz machen könnten, wenn sie ihre Kundinnen nicht immer für blöd verkaufen würden! Aber das ist ein anderes Thema....).

Also, wie bin ich jetzt eigentlich nun auf all das gekommen? Ach ja, ich hab die letzten Tage ein paar Kleiderbroschen aus alten Büchern gebastelt und die wollte ich Euch zeigen:


Donnerstag, 12. April 2012

Music is a moral law. It gives soul to the universe, wings to the mind, flight to the imagination, and charm and gaiety to life and to everything. (Platon)

Musik - ich schrieb schon vor ein paar Wochen über dieses unerschöpfliche Thema.
Musik begleitet mich durch mein Leben, eigentlich alle Genres von Musik, darunter auch die klassische Musik. Wen soll ich zuerst nennen? Es sind so viele Komponisten: Bach, Chopin, Puccini, Tschaikowsky, Rachmaninov, Debussy, Ravel, Orff, Vivaldi, Mussorgski, Brahms, Händel, Schuhmann etc. Wie ich zugeben muß, ein ziemlich gemischtes Geschmacksrepertoire. Und meistens sind es von all diesen Komponisten auch nur ganz bestimmte Kompositionen....Aber nur so kann Musik für mich ganz banal und instinktiv "funktionieren".
Wenn überhaupt ein Komponist bei mir über allen anderen steht, dann nur Mozart!
Zudem bin ich kein fanatischer Opernfreund, aber wenn ich wählen müßte, gäbe es nur die eine für mich: Don Giovanni.... Als junge Studentin durfte ich eine Aufführung in der Münchner Staatsoper sehen und seitdem habe ich mich immer wieder in diese Oper vertieft und weitere Aufführungen gesehen im Laufe der Jahre (unter anderem sogar eine bemerkenswerte Aufführung hier in Athen).  Meine Lieblingsversion jedoch ist noch heute die Aufnahme mit Ruggero Raimondi, nach der wunderbaren Opernverfilmung von Joseph Losey, gedreht in opulenten Bildern in Venedig und in den Palladio-Villen am Brenta-Kanal. Obwohl ich einige andere bemerkenswerte Versionen auf CD oder DVD besitze, ist diese - inzwischen recht betagte - noch immer mein absoluter Favorit.

Und auch hier bringt mich die Musik wieder zurück zur Literatur, denn wie Worte ist auch Musik ein Ausdruck von Gefühlen und Gedanken, insbesondere wenn Wort und Musik zusammenklingen:  Hanns-Joseph Ortheil schildert in seinem Roman Die Nacht des Don Juan das fiktive Zusammentreffen von Mozart und Giacomo Casanova kurz vor der Uraufführung des Don Giovanni in Prag im Jahre 1787. Unzufrieden mit dem Text des Librettisten Lorenzo da Ponte, beschließt Casanova kurzerhand, dem Opernlibretto und dessen Protagonisten Don Giovanni elegantere Züge zu verleihen und dem gestressten Mozart zur nötigen Ruhe zu verhelfen, damit dieser seine Oper endlich beenden kann....
Eine wunderschöne Geschichte über die Macht der Musik und der Liebe, ein lesenswertes Buch nicht nur für Mozartfans!

Jedenfalls ist es ein Muß, daß ich auch in meinem handwerklichen Bereich auf meine Art immer mal wieder auf das Thema Musik zurückgreife:

Donnerstag, 5. April 2012

The pleasures of the table are infinite. Toujours bon appetit! (Julia Child)


Now, this is a kind of a “tour de force”: from high literature to cookbooks!!!!

Do you remember the recent movie Julie and Julia (2009)? 
It’s the story of a young woman working as a secretary, who decides one day to give some meaning to her boring life and to start a blog about a cooking project: she decides to cook all the recipes of Julia Child’s Mastering the Art of French Cooking in 365 days…
Ok, I love Meryl Streep and so it was unavoidable to watch this movie. I was thrilled, finally again a refreshing script and excellent actors!
 I bought the DVD, Julia Child’s cookbook, her book about her happy years in France and Julie Powell’s book about her blog and cooking project (you see, I can get quite obsessive if something “hits” me…).
Although the book of Julie Powell was quite amusing (in this I preferred Woody Allen's way of reading Tolstoi!), I can highly recommend Julia Child''s cookbook and her book about her sojourn in France.
What is so exciting about cooking? 
To be honest, I am not a exceptionally gifted cook. I hate to do the everyday cooking for my family after an exhausting working day (I am blessed with a husband often doing this boring job for me). But I love to cook a good meal for my familiy or friends coming over on a quiet weekend....
And there it was: Julia Child's cookbook, a revelation. There are most of the basic cooking techniques, and her famous Boeuf Bourgignon was delicious (http://juliachildsrecipes.com/dinner/julia-childs-beef-bourguignon/)....Bon appetit!

                                                              ***

Tja, das wird heute eine kleine “tour de force”: von hoher Literatur zu Koch- und Rezeptbüchern!!!!

Erinnert Ihr Euch an den Film Julie und Julia aus dem Jahr 2009? 
Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die als Sekretärin arbeitet und eines Tages beschließt, ihrem langweiligen Leben etwas Sinn zu geben und einen Blog über ein Kochprojekt zu starten: sie nimmt sich vor, in 365 Tagen alle Rezepte von Julia Childs Kochbuch „Mastering the Art of French Cooking“ durchzukochen....immerhin 524 an der Zahl!
Ich gebe zu, ich liebe Meryl Streep, und so war es unvermeidlich, diesen Film zu sehen. Ich war begeistert, endlich mal wieder ein erfrischendes Drehbuch und ein kurzweiliger Film mit tollen Schauspielern!
Ich kaufte mir die DVD, Julia Childs Kochbuch, ihr Buch über ihre glücklichen Jahre in Frankreich und Julie Powells Buch über ihren Blog und ihr Kochprojekt (Ihr seht schon, wenn es über mich kommt, fröne ich meinen Obsessionen...).
Auch wenn die Lektüre von Julie Powells Buch ganz amüsant war (ich hielt es in diesem Fall aber eher mit Woody Allens Art, Tolstoi zu lesen...), so kann ich Julia Childs Kochbuch und ihren Bericht über ihren Frankreichaufenthalt vorbehaltlos empfehlen! Beide Bücher sind leider noch nicht auf deutsch erschienen, aber auch mit meinen - eher beschränkten- Englischkenntnissen waren sie relativ leicht zu lesen.
Um ehrlich zu sein, ich bin keine begnadete Köchin. Ich hasse das hastige Kochen für die Familie nach einem anstrengenden Arbeitstag (zu meinem großen Glück bin ich mit einem Ehemann gesegnet, der ein passionierter Koch ist und mir diese Aufgabe meistens abnimmt). Aber ich liebe es, an einem ruhigen Wochenende für meine Familie oder Freunde zu kochen....
Gerade deshalb war Julia Childs Kochbuch eine Offenbarung für mich (es ist nicht in meinem Schrank mit all den Rezeptbüchern verschwunden, sondern steht in Reichweite in meinem Bücherregal neben der Küche):  Es werden grundlegende Techniken erklärt - und als Einstieg kann ich ihr berühmtes Boeuf Bourgignon nur empfehlen...es schmeckt einfach traumhaft (http://juliachildsrecipes.com/dinner/julia-childs-beef-bourguignon/)...In diesem Sinne: Bon appetit!


Für die Unermüdlichen, die noch immer Rezepte sammeln und aufschreiben....


Mittwoch, 4. April 2012

I took a speed reading course and read 'War and Peace' in twenty minutes. It involves Russia . (Woody Allen)

This is my favorite quote about reading books…..of course I do not recommend this way of reading! 
I have to admit that I am a passionate reader, and from time to time it may occur that I do it almost like Woody Allen (but only if a book isn’t worth to get really involved with). During my studies I always preferred the university libraries to do my reading, I loved the dusty and earthy smell of all these books around me and the tranquillity these places offered. Unfortunately after several years I had to reduce my hours in the libraries, because I was diagnosed a house-dust allergy …My doctor highly recommended to avoid libraries and for some weeks I almost believed to see millions of mites crawling around me and my books ...yuck!  But in the end I could not cut off my old habits: armed with piles of handkerchiefs, I happily continued my sniffy sojourns at my preferred libraries….
Reading was always a way to rest my mind or to withdraw myself from our rough reality. It must not be necessarily “high literature”:  often some "lighter" read has made my day, all snuggled in down in a blanket on my couch – with a nice glass of wine within reach! 
Resisting chaos....
Francis Bacon describes the reading process as this: “Some books are to be tasted, others to be swallowed, and some few to be chewed and digested.” Yes, indeed, books as nutrition for our minds….
Alberto Manguel depicts in his A History of Reading the wonderful photograph of a man standing in a destroyed library during World War II. This man obviously tries to resist the chaos around him by insisting on his right to read - thus, as Manguel suggests, trying to understand again the mad world outside. 
When it comes to dramatic events in our life, do books really provide an answer? I think so....
And even if the definite answer cannot be found - books provide me the above mentioned "parallel existence" and food for thoughts I need when things are becoming rough around me....
Reading and books....the endless story!!!! I would appreciate your comments about this....


                                                                                 ***
Dies ist mein Lieblingszitat über das Lesen von Büchern….aber natürlich empfehle ich diese Leseart nicht weiter! Ich muss zugeben, dass ich ein absoluter Bücherwurm bin, und ab und zu kann es auch mal passieren, dass ich es Woody Allen gleichtue (aber nur, wenn es ein Buch absolut nicht wert ist, sich näher darauf einzulassen).  
Während meiner Studienzeit zog ich es immer vor, in den Universitätsbibliotheken zu lesen statt zu Hause. Ich liebte diesen staubigen und erdigen Geruch all der Bücher um mich herum und die Ruhe, die diese Orte ausstrahlten. Leider musste ich nach einigen Jahren die Stunden in den Bibliotheken reduzieren, da bei mir eine Hausstauballergie festgestellt wurde….Mein Arzt empfahl mir dringend, die ausgedehnten Aufenthalte in den Bibliotheken zu vergessen! Und eine Zeit lang bildete ich mir wirklich ein, Millionen von Milben über meine Bücher hinweg krabbeln zu sehen...igitt! Aber nach der ersten Hysterie nahm ich meine alten Gewohnheiten wieder auf und saß fortan schniefend, aber glücklich, mit einer Großpackung Tempotüchern bewaffnet, wieder in meinen Bibliotheken….
Lesen ist schon seit meiner Kindheit ein Mittel um abzuschalten oder mich einfach auszuklinken aus der oft so rauen Wirklichkeit.  Es muß auch nicht immer die hohe Literatur sein, die mich gefangen hält: auch "leichtere" Lektüre hat mir schon oft vergnügliche Stunden beschert, eingekuschelt auf meiner Couch  - mit einem guten Glas Wein in Reichweite!  
My bookmarks......Meine Lesezeichen.....
Francis Bacon beschreibt den Leseprozess folgendermaßen: „An manchen Büchern muss man naschen, andere wollen verschlungen sein, wieder andere gründlich gekaut und verdaut“. Tja, Lesen als Nahrung für unsere Seele….wie wahr ! Alberto Manguel zeigt in seinem Buch Eine Geschichte des Lesens das wundervolle Photo eines Mannes inmitten einer zerbombten Bibliothek während des 2.Weltkriegs. Dieser Mann versucht offensichtlich, sich dem Chaos zu entziehen und auf seinem Recht zu lesen zu beharren. Manguel interpretiert dies als den Versuch, die verrückte Welt um ihn herum wieder zu verstehen.

Ob Bücher auf einschneidende Geschehnisse im Leben eine Antwort haben? Ich glaube schon.... Und auch wenn ich die "definitive" Antwort am Ende nicht finden kann, so bietet mir das Lesen zumindest die schon oben erwähnte "Parallelwelt" und neue Denkanstöße, die ich einfach brauche, wenn die Dinge um mich herum stürmisch werden....
Lesen und Bücher....welch "unendliche Geschichte"....ich werde darauf zurückkommen müssen! 
Und ich würde mich so sehr über Eure Kommentare zu diesem Thema freuen....