Montag, 24. Dezember 2012

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus.... Joseph von Eichendorff

Vor nur 2 Tagen habe ich gepostet. Seitdem erscheint es mir als sei eine Ewigkeit vergangen: vielleicht gehört es nicht in diesen Blog, aber vor fast genau 21 Stunden ist meine liebe Mami ganz plötzlich verstorben. Ich hatte das unsagbare Glück, noch rechtzeitig bei ihr sein zu können und sie auf ihrem letzten Weg begleiten zu können.
Nun ist eine neue Nacht hereingebrochen, ich sitze in unserem Haus in Deutschland, versuche endlich, ein wenig Ruhe zu finden und mir bewußt zu werden, dass ich von nun an ohne meine Eltern weiterleben muß....alles ist noch so irreal.
Berlin - die Geburtsstadt meiner Mutter
Ich bin nun seit mehr als 40 Stunden auf den Beinen und sollte endlich schlafen gehen. Und trotz meiner zutiefsten Erschöpfung lassen meine Gedanken keine Ruhe zu. Zuviel ist auf mich eingestürmt in diesen letzen Stunden....
Ich habe noch nie einen geliebten Menschen in seinen letzten Stunden begleiten können, immer kam ich notgedrungenermaßen zu spät, wie bei meinem Vater (das Los all derer, die im Ausland leben....). Ich bilde mir jetzt ein, daß Mami auf mich gewartet hat, auch wenn sie schon auf ihrem letzen Weg war. Und so schwer diese Erfahrung der letzten Stunden für mich zu verarbeiten ist, so erfüllt sie mich andererseits mit unendlicher Dankbarkeit: Mami mußte nicht allein gehen, sie hat hoffentlich gespürt, daß sie nicht allein war. Sie glitt am Ende ganz ruhig ins Nichts, ich habe ihren allerletzen Atemzug miterleben dürfen -  diesen unendlich erleichterten Aushauch der Seele.
Was haben wir nicht alle schon über den Tod gelesen! Wie tröstlich und ergreifend schaffen es viele Autoren, uns den Tod nahezubringen! Aber letztendlich ist es nur diese eigene Erfahrung - wenn sie einem denn zugestanden wird - , die es uns möglich macht, den Tod als ein natürliches Ende eines Weges zu begreifen.
Und ich habe in den letzten Stunden begriffen, daß der Tod (sofern er nicht unendlich qualvoll ist) nichts Furchteinflößendes hat. Und ich begreife nun diese Erkenntnis endlich als das größte Geschenk, das mir meine Mutter am Ende ihres Lebens noch gemacht hat!!!!
Sie wollte nicht mehr leben, sie hat es mir oft gesagt in den letzten Monaten. Sie wußte genau, ich wollte sie nicht gehen lassen, und doch hat sie ihren Willen am Ende durchgesetzt. Ich weiß auch, ich hätte es ihr leichter machen sollen, ich hätte ihr mein Zugeständnis geben sollen, ich hätte ihr die Entscheidung einfacher machen sollen. In unserem letzten Gespräch versuchte ich noch mit allen Mitteln, ihr Lebensmut und Zuversicht einzuflößen, ihr sogar mit verzweifelten, harten Worten einen letzten Lebenswillen einzuhauchen.  Ich weiß jetzt, dies war falsch, furchtsam und egoistisch. Ich weiß, daß sie bereits da schon ihren letzen Weg unwiderruflich begonnen hatte. Ich weiß, daß sie mich nicht verletzen wollte und doch nicht bereit war nachzugeben. Sie hat auf ihr Recht auf Selbstbestimmung bestanden. Sie hat den Ärzten klargemacht, daß sie ein Mensch ist mit dem Recht, sein Ende selbst mitzubestimmen. Und dies nötigt mir eine solch unendliche Demut ab!!! Ich glaube nicht, daß ich auf meinem letzen Weg je zu solch einer Entschlossenheit und Furchtlosigkeit fähig sein werde. Aber so mutig war meine geliebte Mutter! Und ich muß mich vor ihr verneigen, einer 84jährigen Frau, die für sich selbst entschlossen hatte, innerhalb nur weniger Tage zu gehen, weil sie den Kreis nun für sich geschlossen hatte.
Ich schreibe hier das Gedicht, das ich ihr u.a. vorgelesen habe, in dieser unserer letzten Nacht, in der Hoffung, sie könne es noch hören, weil sie Lyrik über alles liebte:

Mondnacht

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis' die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
 

Joseph von Eichendorff
 

                                        

Freitag, 21. Dezember 2012

Your library is your paradise. - Erasmus

In meinem letzten Post habe ich darüber nachgedacht, mal all die Bücher aufzulisten, die in meinen Regalen stehen und es wert waren gelesen zu werden.
Eine ähnliche Überlegung haben nun einige andere Leseratten in ihren Blogs umgesetzt und persönliche Listen der 100 Bücher erstellt, von denen sie beeindruckt waren. Finde ich eine nette Idee und werde mich anschließen....
Hier also meine 100 Bücher, die ich niemals weggeben könnte...(weil ich sie doch eines Tages wieder lesen will oder schon längst einmal wieder gelesen habe!)

1  Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie
2             "             , Das Neue Leben
3  Homer, Die Odyssee
4  Goethe, Faust
5          "    , Italienische Reise
6  Umberto Eco, Das Foucaultsche Pendel
7         "             , Der Name der Rose
8  Bocaccio, Der Dekameron
9  Victor Hugo, Notre Dame von Paris
10 Giorgio Bassani,  Die Gärten der Finzi-Contini
11            "              ,  Die Brille mit dem Goldrand
12 Italo Calvino, Wenn ein Reisender in einer Wintersnacht
13 Jonathan Frantzen, Die Korrekturen
14 Isaac B. Singer, Feinde, die Geschichte einer Liebe
15             "           , Verloren in Amerika
16 Andre Kaminski, Nächstes Jahr in Jerusalem
17 Peter Handke, Mein Jahr in der Niemandsbucht
18 Hanns-Josef Ortheil, Die Nacht des Don Juan
19    "                           , Die Erfindung des Lebens
20 Javier Marias, Mein Herz so weiß
21 Carlos Ruiz Zafon, Der Schatten des Windes
22 Abraham B. Jehoschua, Die fünf Jahreszeiten des Molcho
23 Alessandro Baricco, Novecento
24 Jane Austen, Stolz und Vorurteil
25 Emily Bronte, Sturmhöhe
26 Charlotte Bronte, Jane Eyre
27 Patricia Highsmith, Venedig kann sehr kalt sein
28            "                  , Der talentierte Mr. Ripley
29 Fruttero&Lucentini, Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz
30             "                  , Die Sonntagsfrau
31 Dacia Maraini, Die stumme Herzogin
32 Virginia Woolf,  Mrs. Dalloway
33 Michael Cunningham, Die Stunden
34      "                            , Ein Zuhause am Ende der Welt
35 Patrick Süßkind, Das Parfüm
36 Simone de Beauvoir, Das zweite Geschlecht
37 Harry Mulisch, Die Entdeckung des Himmels
38 Elsa Morante, La Storia
39 Philipp Roth, Der menschliche Makel
40 Gabriel Garcia Marquez, Die Liebe in den Zeiten der Cholera
41 Jean Paul Sartre, Geschlossene Gesellschaft
42              "            , Die Wörter
43 Marlen Haushofer, Die Wand
44 Christoph Ransmayr, Die letzte Welt
45 Susanna Tamaro, Geh wohin dein Herz dich trägt
46 Charles Dickens, Große Erwartungen
47 Richard Yates, Zeiten des Aufruhrs
48 Truman Capote, Kaltblütig
49 Oscar Wilde, De Profundis
50      "              , Bunbury
51 Bernhard Schlink, Der Vorleser
52 Jorge Amado, Gabriela wie Zimt und Nelken
53 Sandro Veronesi, Stilles Chaos
54 Ken Follet, Die Säulen der Erde
55 Richard David Precht, Wer bin ich - und wenn ja, wieviele?
56 Dan Brown, Der DaVinci-Code
57 Gustave Flaubert, Madame Bovary
58 Saint-Exupery, Der kleine Prinz
59 Primo Levi, Das periodische System
60 Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
61 Hans Sahl, Die Wenigen und die Vielen
62 Henry Miller, Wendekreis des Krebses
63 Paul Mercier, Nachtzug nach Lissabon
64 Oriana Fallaci, Ein Mann
65 E.M. Forster, Zimmer mit Aussicht
66 Shakespeare, Romeo und Julia
67        "            , Sonette
68 Emile Zola, Nana
69 Ch. de Laclos, Gefährliche Liebschaften
70 Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit
71 Agatha Christie, Tod auf dem Nil
72 Honore de Balzac, Glanz und Elend der Kurtisanen
73 Jean-Claude Izzo, Die Marseille Trilogie
74       "
75       "
76       "                     , Aldebaran
77 Paul Auster, Die New York-Trilogie
78  "
79 "
80 Frank Schätzing, Der Schwarm
81 Francoise Sagan, Bonjour Tristesse
82 Jean Genet, Notre-Dame-des-Fleurs
83 Emily Dickinson, Gedichte
84 Robert Schneider, Schlafes Bruder
85 Alan Bennett, Die souveräne Leserin
86 Arthur Schnitzler, Reigen
87 Albert Camus, Die Pest
88 Andrea Camilleri, Der Hund aus Terrakotta
89 Isabel Allende, Das Geisterhaus
90 Gerhard Polt, Circus Maximus
91 John Irving, Das Hotel New Hampshire
92 "         "      , Garp und wie er die Welt sah
93 Zsuzsa Bank, Die hellen Tage
94 Anna Seghers, Das Siebte Kreuz
95 Thomas Mann, Der Tod in Venedig
96 Pablo Neruda, Sonette
97 William Thackeray, Jahrmarkt der Eitelkeit
98 Amos Oz, Eine Geschichte von Liebe und Finsternis
99 Alberto Moravia, Die Römerin
100 Alberto Manguel, Eine Geschichte des Lesens

Nun ist die Liste endlich geschafft (war gar nicht so einfach). Natürlich muß ich mich nun aber fragen, was es mir gebracht hat.... Folgendes fiel mir auf:
1. Beim Durchsehen der Bücher stellte ich fest, daß noch immer eine Menge dabei ist, die ich wohl doch kein zweites Mal mehr lesen werde (und die ich endlich mal weggeben sollte).
2. Es ist unheimlich schwer, sich ehrlich die Frage zu beantworten, ob man dieses oder jenes Buch letztendlich für so wichtig hält, um es in diese Liste aufzunehmen (100 sind nicht allzu viele....).
3. Mancher Autor hat mehrere gute Bücher geschrieben, welches davon soll ich auflisten?
4. Bei vielen Büchern, die ich vor Jahren oder in einer ganz speziellen Lebenssituation gelesen habe, muß ich mich fragen, ob ich bei erneutem Lesen wieder so beeindruckt wäre wie damals.
5. Und das Allerschlimmste: Sicher kann ich mich an viele Bücher, die ich vor zig Jahren gelesen habe, nicht mehr richtig erinnern!!
I love my books......
Um das Ganze für mich nun abzuschließen, müßte ich aber eigentlich noch eine Liste derjenigen Bücher erstellen, die in meinem Regal stehen und ungeduldig darauf warten, daß ihre Zeit endlich gekommen ist: Schuld und Sühne, Ulysses, Krieg und Frieden, Die Dämonen, Die Strudlhofstiege, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Mephisto, Die Buddenbrooks, Reise ans Ende der Nacht, und und und....tja, da sind  die "harten Brocken" dabei, die man nicht mal so "nebenbei" lesen kann. Für diese Bücher müßte ich richtig Zeit haben ....(aber Zeit fehlt mir irgendwie immer, deshalb habe ich sie wahrscheinlich auch noch nie so richtig in Angriff genommen und oftmals nach einigen Seiten wieder "vertagt"! Shame on me!).

Sollte ich vor Weihnachten nicht mehr dazu kommen, wünsche ich Euch schon jetzt 

                          

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Literature enriches the necessary competencies that daily life requires and provides; and in this respect, it irrigates the deserts that our lives have already become. - C. S. Lewis


Literature was always my way to take a break from reality.  Literature certainly influenced my way of living, my ideas about the world. With a book in my hands, I always felt on the safe side....sometimes I cannot wait the weekend to come to pass some hours reading, I never ever fall asleep without having read at least some pages and I always start my day with a cup of hot coffee and some more pages...(my husband knows that there is no way to have a conversation with me early in the morning!).
Probably this is so, because I grew up with books:
One of my first memories is my grandfather's huge book collection, stored in a room with wonderful handmade glass cabinets, and I remember well the earthy and dusty smell when he opened one of them. Then there were all the books in my father's small office, where he used to study. When my brother and I left our home for good I convinced my father to fill my empty room with bookshelves,  so he could finally store his book collection in a bigger place. When he died some years ago my brother and I started to discover our father's "literary" world and inheritance. I remember to have sent then quite a lot of packages filled with books to Athens: There were astonishing books of my grandfather, editions of the end of the 19th and the beginning of the 20th century! There were a lot of great books about art - as my father was a quite successful hobby-painter! And there was of course literature at its best!

Looking at my own "library", I sometimes wish to make a list of all the books I read since the last 40 years, at least all the books that are still in my bookshelves.  And I ask myself if I should stop to purchase new books and "read myself through" the ones I read so many many years ago...Oscar Wilde once said:" If one cannot enjoy reading a book over and over again, there is no use in reading it at all." But this is hard, Amazon has become a real addiction...too many new books to discover!!!!
Due to my moving from Germany to Greece, I had to give some books away, but the remaining ones in my bookshelves are like children, I could never get rid of them. (I guess my heirs will have to deal with that....).
Why all these thoughts today about my books? 
I passed some rough days being concerned about my mother's and my own health. So I remembered my father, my grandfather and their passion for reading which they passed on to me and my beloved brother...
And I just expressed a Christmas wish to my husband: an additional bookshelf which we could build during Christmas Holidays...I definitively need more space for my books!  (And I hope my wish will come true.....)
****

Ich und meine Bücher....ein Wunschtraum!
Literatur war für mich schon immer eine Möglichkeit, mich ein wenig von der Realität „auszuklinken“. Literatur hat auf jeden Fall mein Leben beeinflußt, meine Vorstellung von der Welt. Wenn ich ein Buch in den Händen halte, dann habe ich mich immer sicher gefühlt....manchmal kann ich das Wochenende kaum erwarten, um einige Stunden mit Lesen zu verbringen. Ich schlafe nie ein, ohne vorher wenigstens ein paar Seiten gelesen zu haben und ich beginne jeden neuen Tag mit einer Tasse Kaffee und weiteren Seiten....(mein Mann weiss nach so vielen Jahren, daß ich am frühen Morgen bei Kaffee und Buch absolut nicht ansprechbar bin!).
Wahrscheinlich kommt das daher, weil ich mit Büchern aufgewachsen bin:
Eine meine ersten Kindheitserinnerungen ist die grosse Buchsammlung meines Großvaters, die in einem Raum mit wunderschönen, handgezimmerten Vitrinen mit ziselierten Glastüren untergebracht war. Ich erinnere mich noch genau an den erdigen und staubigen Geruch, wenn er sie öffnete, um ein Buch herauszunehmen. Und dann waren da noch all die Bücher im  Arbeitszimmer meines Vaters, die die Wände vom Boden bis zur Decke ausfüllten. Als mein Bruder und ich unser Haus nach Beendigung der Schule endgültig verließen, überzeugte ich meinen Vater, mein Jugendzimmer doch zur Bibliothek umzubauen, um endlich mehr Platz für seine Buchsammlung zu haben. Als er dann vor einigen Jahren starb, begannen mein Bruder und ich, seine kleine literarische Welt zu durchstöbern. Ich habe damals wirklich eine Menge Bücherkisten nach Athen schicken lassen: Da gab es erstaunliche Bücher meines Großvaters, Editionen vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, wundervolle Kunstbände meines Vaters (er war ein begnadeter Hobbymaler) und natürlich Literatur vom Feinsten!
Wenn ich meine eigene Buchsammlung anschaue, so wünsche ich mir manchmal, eine Liste all der Bücher zu erstellen, die ich im Laufe der letzten 40 Jahre gelesen haben, zumindest all der gelesenen Bücher, die noch in meinen Bücherregalen stehen. Und unwillkürlich frage ich mich, ob ich nicht damit aufhören sollte, immer wieder neue Bücher zu kaufen und mich statt dessen durch diejenigen durchzulesen, die ich vor vielen vielen Jahren gelesen habe....Oscar Wilde sagte mal: "Wenn man keine Freude daran hat, ein Buch immer wieder zu lesen, dann sollte man es gar nicht lesen."  Aber das ist echt schwer, denn leider ist Amazon nicht nur für mich schon fast eine Sucht geworden, allzuviele neue Bücher gibt es dort zu entdecken!!!!
Als ich von Deutschland nach Griechenland umgezogen bin, habe ich viele Bücher weggegeben, aber die restlichen sind eigentlich wie Kinder, ich könnte sie nie weggeben (ich vermute, daß sich meine Erben dann mal damit auseinandersetzen müssen!).
 

Warum habe ich heute all diese seltsamen Gedanken über Bücher?
Die letzten paar Tage war ich sehr besorgt um die Gesundheit meiner Mutter und meine eigene. Wahrscheinlich habe ich mich deshalb plötzlich an meinen Großvater und Vater erinnert und an ihre Leidenschaft für Bücher und das Lesen, die sie an meinen lieben Bruder und mich weitergegeben haben…..

Und gerade eben habe ich meinem Mann gegenüber einen Weihnachtswunsch geäußert: ein weiteres Bücherregal, das wir uns während der Weihnachtsferien selbst zimmern könnten! Ich brauche definitiv mehr Platz für meine Bücher und ich hasse, wenn meine Bücher zweireihig stehen und ich ewig nach einem bestimmten Titel suchen muß!!! (Und ich hoffe, mein Wunsch wird in Erfüllung gehen....)

 



Montag, 3. Dezember 2012

When you cease to make a contribution, you begin to die. - Eleanor Roosevelt

I spent the last two days at the annual German Christmas Bazaar of Athens.
  
www.weihnachtsbasar-athen.gr
I participate since many years, in the beginning as a volunteer, then, some years later, I got the great chance to join the group of women doing handicraft. I participated at various bazaars throughout the last years, but this one is special: organized by countless women, all of them volunteers, this bazaar is charitable. Benefits are thoroughly used to support needy people. The incredible effort of all these volunteers makes this bazaar so unique, and it is really a great joy for all of us to participate. The atmosphere is special, and we always get a feeling of home, with all the familiar smells of German food around us...
Despite the crisis in Greece, there were no less visitors than last year. Maybe, that they could not spend the same amount of money as some years ago, but there was still the wish to forget for some hours all the problems around us….
As every year, this was also an opportunity to present my last creations at my booth, and I got a lot of positive reactions. Finally, this bazaar is always a great motivation for me to go on with my crafts…
Let’s hope that we all may be in good health and see you again…next year!
***
Ich habe die letzten zwei Tage auf dem deutschen Weihnachtsmarkt hier in Athen verbracht. Ich nehme seit vielen Jahren daran teil, erst als freiwillige Helferin am Glühweinstand, dann, nach ein paar Jahren, bekam ich die Chance, mich den Frauen des Kunsthandwerkerstands anzuschließen. 
Ich habe im Laufe der Jahre schon an einigen Weihnachtsbasaren teilgenommen, aber dieser hier ist etwas ganz Besonderes: er wird von einer Menge freiwilliger Helfer organisiert und ist - unter der Schirmherrschaft der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Athens -  nur karitativen Zwecken gewidmet. Die Gewinne kommen ausschließlich hilfsbedürftigen Menschen zu Gute. 
Die unbeschreibliche Anstrengung all dieser Helfer - in der Mehrzahl Frauen jeglichen Alters -  machen diesen Basar so einzigartig, und es ist jedes Jahr eine Freude, daran teilnehmen zu dürfen. Es herrscht - besonders für uns Deutschsprachige - eine ganz besondere Atmosphäre, und wir bekommen ein Gefühl von Heimat...besonders inmitten all der heimatlichen Köstlichkeiten um uns herum!

Angesichts der großen Krise hier in Griechenland war es besonders erfreulich, daß nicht weniger Besucher als die letzten Jahre mit uns den ersten Advent gefeiert haben. Sicherlich konnte so Mancher nicht soviel Geld ausgeben wie noch in den letzten Jahren. Das Wichtigste war jedoch, daß alle zusammen - Griechen und Deutsche - den Wunsch hatten, einige unbeschwerte Stunden miteinander zu verbringen und die täglichen Probleme mal zu vergessen....
Wie jedes Jahr war es für mich persönlich auch die Gelegenheit, meine neuesten Kreationen zu präsentieren, und es hat mich ganz besonders gefreut, daß ich so viele positive Reaktionen bekommen habe. Das allein ist schon ein Grund für mich, mit meiner Arbeit fortzufahren...

Ich hoffe, daß wir alle auch im nächsten Jahr bei guter Gesundheit sein und uns in alter Frische beim nächsten Basar wiedersehen werden!

Freitag, 23. November 2012

Originality is nothing but judicious imitation – Voltaire

This is to all artisans, who especially during Christmas season indefatigably do handicrafts.
Voltaire put it right: let's be honest and not pretend to create something out of nothing!
I believe that all creative people's work is based upon memory and many influences. Then  sometimes, they manage to put all these things together, and in the best case, an already existing idea  comes up in a new outfit.

In the case of my Guardian Angels, I once found a paper angel in the web and was intrigued. I saved the picture on my pc and there it stayed for months. Last year, thinking about Christmas, I remembered the picture again and slowly, step by step, my angels got their own "outfit": by changing the material and working out all the small details, the result was quite different.
But still, can we talk about originality? Probably not in a narrow sense, but if we do so, then it can be only in the wider sense of Voltaire's "judicious imitation"...
When we try to be creative and inventive, our originality lies in the changes, in the details we keep or dismiss, in our personal "touch". I don't remember who said, that he was not offended by imitations of his work and that he was flattered when somebody picked up his ideas and made something new out of it. A very humble and smart thought....

Inspiration is everywhere....and we should aspire to alter these endless ideas to create something which represents our own personality. And if we are lucky, we can perhaps inspire someone else to put our ideas further....



Meinen heutigen Post widme ich allen Kunsthandwerkern, die gerade jetzt zur Weihnachtszeit unermüdlich am Werkeln sind.
Voltaire hatte wohl ganz Recht: laßt uns aufrichtig sein und nicht vorgeben, daß wir etwas aus dem Nichts heraus kreieren! Ich glaube, daß alle kreativen Menschen mit ihrem Gedächtnis und diversen Einflüssen arbeiten. Manchmal gelingt es einem, all diese "Zutaten" zu mischen und daraus etwas Neues und Eigenes entstehen zu lassen, eine alte Idee sozusagen in einem neuen Outfit wieder hervorzuzaubern...

So ähnlich sind auch meine Schutzengel entstanden, an denen ich die letzten paar Wochen arbeite. Ich hatte eines Tages einen Papierengel im Web gefunden, der mich begeisterte. Ich speicherte das Photo auf meinem PC und dabei blieb es erstmal. Als ich nach Monaten über Weihnachtsideen nachdachte, fiel mir der Engel wieder ein. Schritt für Schritt bekam er jedoch ein neues
"Outfit":  durch andere Materialien und Veränderungen in den Details war das Endergebnis doch sehr verschieden von der ursprünglichen Vorlage, wie ich finde. Aber kann man dann von Originalität sprechen? Sicher nicht im engeren Sinne, aber doch im Sinne von Voltaire, wenn man sie als " wohlüberlegte Imitation" begreift.


 This is a really big one ( 90 cm)...

Wenn wir kreativ und erfinderisch sein wollen, liegt die Originalität nicht selten genau in den Änderungen, in den Dingen, die wir hinzufügen oder weglassen, in dem Versuch, dem Ganzen seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Ich weiß nicht mehr, wer mal gesagt hat, daß er kein Problem damit hätte, wenn man ihn imitieren würde. Ganz im Gegenteil, er wäre stolz, wenn eine seiner Ideen weiterverwendet würde, denn das bedeute ja im Grunde nur, daß sie Anklang gefunden hat! Ein sehr bescheidener und kluger Gedanke. Inspirationen gibt es überall. Aber unser Ansporn sollte sein, diese Ideen soweit wie möglich unserer Persönlichkeit anzupassen. Und wer weiß, vielleicht wird eines Tages auch eine unserer Ideen Inspirationsquelle für den nächsten umtriebigen, kreativen Geist.....
 


Mittwoch, 7. November 2012

Sprache ist eine Form, andere zu lieben. - Alfred Döblin

Ich lese gerade Alberto Manguels hochinteressante Eine Stadt aus Worten.


" Geschichten sind unser Gedächtnis, Bibliotheken die Lagerstätten für dieses Gedächtnis und Lesen das Handwerk, mit dem wir dieses Gedächtnis neu erschaffen können, indem wir es rezitieren und glossieren, es wieder in unsere eigene Erfahrung zurückübersetzen und so auf dem aufbauen, was frühere Generationen für bewahrenswert hielten.(...) Geschichten zu erträumen, Geschichten zu erzählen, Geschichten niederzuschreiben und Geschichten zu lesen, sind komplementäre Künste, die unseren Wirklichkeitssinn in Worte fassen...".


Mir gefällt Manguels Gedanke, daß auch das Lesen eine Kunst ist! Man muß sich tatsächlich fragen, was wären all die begnadeten Geschichtenerzähler denn ohne uns Leseratten???

Mein kleiner handgemachter Beitrag zum Thema Lesen....
P.S. Ich bin mit dem Buch noch nicht ganz durch, aber ich habe ja in einem früheren Post schon mal auf ein anderes Buch von Alberto Manguel hingewiesen. Wer sich also für die Geschichten hinter den Geschichten und dem Lesen interessiert, dem lege ich diesen Autor ans Herz!

Nachtragen muß ich noch Bernhard Schlinks ("Der Vorleser") Worte:  "Ich schreibe aus demselben Grunde wie andere lesen, man möchte nicht nur ein Leben leben".

Samstag, 3. November 2012

I saw the angel in the marble and carved until I set him free. - Michelangelo

A customer asked me to make some angels for Christmas season. Although I am not very religious, I always loved the idea that everyone of us has an guardian angel. Perhaps behind this belief there is the wish to understand all the bad and good things happening to us during our life. Sometimes, when things become rough, I try to convince myself that my guardian angel will take care of me, that life will go on anyway. When I was a kid, my mother put a small ceramic angel beside my bed. I remember that since then I believed that this friendly face would guard me against all odds. When my daughter was born I put a similar angel above her bed...unfortunately I lost it during our move to Greece...(Now that I am writing this, I think I will have to find one and give it to her as a Christmas gift!).
When Michelangelo carved his angel out of marble, how did he imagine him  or had he just to "set him free", as the above mentioned quote will make us believe?
How do we imagine our guardian angels anyway?
The painters of the Renaissance left us with countless images of angels - and I will not depict Raphael's famous ones here, you can see them everywhere during Christmas season!
Most of the Renaissance paintings depict friendly angels who support our belief of  kindness and protective capability.... Let us have a look at these paintings once in a while, let us insist on the idea that our angels are always by our side!



Ein Kunde hat mich vor ein paar Tagen gebeten, einige Engel für die Weihnachtszeit zu machen. Obwohl ich nicht religiös bin, hat mich schon immer der Gedanke fasziniert, daß jeder von uns seinen Schutzengel hat. Mag sein, daß hinter diesem Glauben einfach der Wunsch steht, die guten und schlechten Dinge zu verstehen, die das Leben für uns bereit hält. Wenn sich in meinem Leben mal wieder ein Sturm ankündigt, denke ich nur allzu gern, daß mein Schutzengel seine schützende Hand über mich halten wird, daß das Leben schon irgendwie weitergehen wird.
Als ich ein kleines Kind war, hatte meine Mutter einen kleinen Keramikengel über mein Bett gehängt. Ich kann mich gut erinneren, daß ich schon damals davon überzeugt war, daß dieses kleine, freundliche Gesicht mich beschützen würde. Als dann meine Tochter geboren wurde, habe ich genau so einen Engel über ihr Bettchen gehängt, leider ist er beim Umzug nach Griechenland abhanden gekommen. (Während ich dies schreibe kommt mir gerade der Gedanke, daß ich ihr zu Weihnachten so einen kleinen Engel schenken könnte!).
My very first guardian angel for this year
Als Michelangelo seinen Engel aus dem Marmor meißelte, welche Vorstellung hatte er von ihm? Oder mußte er ihn einfach nur aus dem steinernen Korsett "befreien", wie das obige Zitat uns glauben machen will?
Welche Vorstellung haben wir eigentlich von unseren Schutzengeln?
Die Maler der Renaissance haben uns unzählige Bilder von Engeln hinterlassen, und ich will hier nicht die berühmten Raphael-Engel abbilden, die uns gerade zur Weihnachtszeit überall begegnen!
Die meisten Maler haben Engel als freundliche Wesen gemalt, die es uns leicht machen, an ihre gütige, beschützende Macht zu glauben...Laßt uns also - nicht nur zur Weihnachtszeit - solche Bilder betrachten und fest davon überzeugt sein, daß unsere Schutzengel immer über uns wachen!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Christmas is the time when kids tell Santa what they want and adults pay for it. - R. Lamm




Christmas is all around....not yet, but soon all shops will be covered in Christmas items.I started a couple of days ago to think about this upcoming season, here are my first ideas: garlands, paper ornaments and a tiny tree made of used bookpages...

                                                                              ***
Es weihnachtet sehr....noch nicht, aber bald werden die Geschäfte mit Weihnachtssachen überschwemmt sein. Ich habe vor ein paar Tagen angefangen, mir Gedanken zu machen über dies kommende Fest, und hier sind meine ersten "Taten": Kaminketten, Girlanden, Papierbälle und ein kleiner Weihnachtsbaum aus alten Buchseiten...

Freitag, 19. Oktober 2012

There's no life without humour. It can make the wonderful moments of life truly glorious, and it can make tragic moments bearable. - R. Wainwright

Es ist schon wieder spät am Abend....endlich wieder "Blogtime"!
Ein Kommentar auf meinen letzten Post hat mich nachdenklich gemacht: Was ist eigentlich Humor und wie wichtig ist Humor für unser Leben? Wenn man nach Zitaten über dieses Thema sucht, findet man viele interessante Einsichten, aber einig sind sich natürlich fast alle Autoren, daß Humor auf jeden Fall etwas Positives und für unser Leben Notwendiges ist.
Wenn es uns gut geht, dann ist es natürlich einfach, unserer humoristischen Seite Ausdruck zu geben. Und wenn es uns schlecht geht, kann eine Prise Galgenhumor eine Situation erträglicher machen.

Sigmund Freud schrieb, daß „der Humor nicht nur etwas Befreiendes hat wie der Witz und die Komik, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes (...) Das Großartige liegt offenbar (...) in der siegreich behaupteten Unverletzlichkeit des Ichs. Das Ich verweigert es, sich durch die Veranlassungen aus der Realität kränken, zum Leiden nötigen zu lassen, es beharrt dabei, daß ihm die Traumen der Außenwelt nicht nahegehen können...“

Humor ist aber auch kulturabhängig. Eine der positiven Seiten der Griechen zum Beispiel ist ihr unbedingter Sinn für Humor. Ich lebe nun bald 18 Jahre hier, und gerade der Humor hat mich immer für dieses Volk eingenommen. Vor allem in diesen schwierigen Zeiten verblüfft mich noch immer der  Humor der Griechen. Hier läuft ja nun nicht jeder 24 Stunden am Tag mit Trauermiene rum, und ich verstehe, daß dies ein Weg ist, die täglichen Wirren hier einigermaßen zu überstehen und auch ein Ausdruck dafür, sich nicht unterkriegen zu lassen.
Wir Deutsche sind da vielleicht etwas ernsthafter, obwohl es auch bei uns sicher regionale Unterschiede gibt. Im Vergleich zu den Griechen glaube ich aber, daß es uns nicht so leicht fällt, die Widrigkeiten des Lebens eher von der leichten Seite zu nehmen. Ich sehe das auch an mir selbst im Unterschied zu meinem griechischen Mann: sehr oft ist es gerade sein Humor, der mir hilft, Negatives nicht mehr zu sehr an mich heranzulassen.
Humor hat also viele Ausdrucksmöglichkeiten, Humor läßt uns manche Klippe heil umschiffen, Humor kann uns Kraft geben. Wir sollten uns also geradezu bemühen, unsere humoristische Seite etwas mehr zu kultivieren!
Und da es in meinem Blog ja auch oft um meine Lieblingsbeschäftigung, das Lesen, geht, möchte ich Euch noch schnell ein paar schöne humorvolle Bücher empfehlen, an die ich mich gerade ganz spontan erinnert habe (weil ich beim Lesen so lachen mußte!):



                                         In diesem Sinne: Humor ist, wenn man trotzdem lacht!






P.S. Ich danke Fee vom schönen Blog literatur-begeisterte-fee.blogspot.com für ihre unfreiwillige Anregung!


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Donnerstag, 18. Oktober 2012

“Christmas is not a time nor a season, but a state of mind. ― Calvin Coolidge

Now that I am finally back in Greece, I spent my first day at work trying to find the right access to my upcoming duties....although summer has not ended yet at the Mediterranean, I suddenly realized that we are just 2 months away from Christmas.
This means, that I really have to concentrate now on Christmas creations....I will probably need some days to get into the right mood, but then I will post some photos to show you my first ideas.
By the way, today I got the news that my e-shop is finally going to become real, isn't that great?!!!

                                                                    ***

Nun bin ich doch tatsächlich wieder in Griechenland! Ich habe meinen ersten Tag in der Werkstatt damit verbracht, den richtigen Zugang zu meinen kommenden Aufgaben wieder zu finden. Obwohl der Sommer hier am Mittelmeer noch nicht zu Ende ist, wurde mir plötzlich klar, daß es nur noch 2 Monate bis Weihnachten sind.
Das bedeutet, daß ich mich jetzt wirklich auf weihnachtliche Kreationen stürzen muss. Wahrscheinlich werde ich ein paar Tage brauchen, um in die richtige Stimmung zu kommen, aber dann werde ich ab und zu Photos von meinen Ideen posten.
Ganz nebenbei, heute bekam ich die schöne Nachricht, daß mein E-Shop endlich auf den Weg gebracht wird, ist das nicht toll?!

I definitely need such a tree this year! And please, with Santa's hat on the top....

Freitag, 12. Oktober 2012

Die hellen Tage behalte ich, die dunklen gebe ich zurück. - Zsuzsa Bank

So, nun ist aber Schluß mit dem Politisieren!

Meine Tage in Deutschland neigen sich dem Ende zu und ich muß zurück nach Athen....zum ersten Mal seit fast 20 Jahren fahre ich mit schwerem Herzen zurück. Hätte ich dort nicht meinen geliebten Mann und meine geliebte Werkstatt, würde ich wohl gar nicht mehr dorthin wollen. Es ist so schwer sich vorzustellen, daß in wenigen Tagen die rauhe griechische Wirklichkeit wieder über mich hereinbrechen wird....der ganze Kampf, die Unsicherheit, die Verzweiflung und Angst vor der Zukunft....
Hier in Deutschland habe ich - neben vielen Dingen, die zu erledigen waren - trotzdem ab und an die Zeit gefunden, in die Welt der Bücher abzutauchen. Heute mußte ich noch ein Geschenk besorgen und fand durch Zufall ein Buch, das ich erst im Sommer selbst geschenkt bekommen hatte: Die hellen Tage von Zsuzsa Bank.
Es ist die Geschichte der Freundschaft zwischen Seri, Aja und Karl, die in einer süddeutschen Kleinstadt aufwachsen. Der Leser begleitet diese Kinder und ihre Familien (vor allem ihre Mütter) von den frühen 60er Jahren mehr als 20 Jahre lang, bis ihre unerschütterliche Freundschaft im Rom der 80er Jahre fast auseinanderbrechen wird. Man erkennt schon nach den ersten Seiten, daß Zsuzsa Bank eine begnadete Erzählerin ist, die ihre Leser mit ihrer einfühlsamen Sprache und dieser wunderschönen, liebevollen Familiengeschichte zu fesseln versteht.
Vielleicht hat mich das Buch auch so berührt, weil es von meiner eigenen Generation spricht und ich auf manchen Seiten sogar Parallelen zu meinem eigenen Lebenslauf gefunden habe....Aber spätestens, wenn der Leser auf den letzten Seiten des Buches mit Ajas Mutter in die dunkle Welt der Alzheimerkrankheit abtaucht,  ist dies mit soviel Verständnis und Liebe beschrieben, daß man sich wünscht, das Buch hätte nochmal soviel Seiten...
Manchmal, wenn ich Lust habe, rezensiere ich auch Bücher auf Amazon, und dieses Buch gehört definitiv zu jenen, die ich weiterempfehlen musste...und weil es heute im Buchladen plötzlich wieder vor mir lag, mußte ich unwillkürlich die Idee von "hellen und dunklen Tagen" weiterspinnen:
Meine Tage in Deutschland waren helle Tage und meine kommenden in Athen werden wohl wieder zu den dunkleren gehören. Nur, daß ich diese dunklen Tage dem Schicksal nicht werde zurückgeben können, so wie es Ajas Mutter im Roman für sich beschlossen hat.





Donnerstag, 11. Oktober 2012

Haß ist großzügig. Man bleibt nicht an der Macht, wenn man Liebe predigt, sondern wenn man Haß schürt. - U. Eco

Ein kleiner Nachtrag zu meinem gestrigen Post:
Leider haben gestern wieder ein paar griechische Chaoten die Hakenkreuzfahnen hervorgeholt und damit den deutschen Medien willkommenes "Futter" gegeben. Schade, daß so etwas im 21.Jahrhundert noch immer passiert. Schade, daß mit solchen Aktionen die wirklichen Nöte der Griechen mit Füßen getreten werden.
Frau Merkel den schwarzen Peter zuzuschieben und sie als Buhmann zu stilisieren, ist mehr als nur dumm.....
Schade, daß immer noch der Haß das Denken mancher Menschen bestimmt....

Dienstag, 9. Oktober 2012

Hope is the thing with feathers/ That perches in the soul/ And sings the tune without the words/ And never stops at all.” Emily Dickinson

Hier mal ein Zitat zum aktuellen politischen Geschehen: heute besucht Frau Merkel Griechenland.....
Ich bin zur Zeit noch in Deutschland und beobachte die Situation in Griechenland seit ein paar Wochen von der "Gegenseite"...soviel Nachrichten, Berichte, Kommentare in den Medien....und doch habe ich immer noch das Gefühl, daß die Deutschen sich nicht vorstellen können, wie die Situation für die Griechen und für uns Deutsche, die wir in Griechenland leben, aussieht....
Freunde hier fragen mich in den letzten Tagen so oft nach meiner Meinung, und das Einzige, was ich ihnen immer sage, ist: "Ihr Deutsche wißt ja gar nicht, wie gut es euch noch geht!!!!".
Und so sehe ich den Besuch von Angela Merkel in Athen letztendlich nur als überflüssiges Geplänkel an, als gut geplanten "publicity gag", um dem aufgebrachten Volk Honig um den Mund zu schmieren. Dem griechischen Volk wirklich helfen will sowieso keiner in der Europäischen Union. Und wer nicht in Griechenland lebt und den alltäglichen Wahnsinn mitmachen muss, kann sich meiner Meinung nach sowieso kein Urteil erlauben....
Tja, und so sitze ich nun an diesem Tag im wunderschönen Bayern und denke daran, was zur gleichen Zeit wohl in Athen los ist: Wird demonstriert? Kommt es wieder zu unschönen Ausschreitungen von ein paar Chaoten? Gehen die verzweifelten Rentner mit ihren Hunger-Renten wieder auf die Straße?
Es freut mich immer in diesen letzten Tagen, wenn ich deutsche Kommentare lese oder höre, die wieder und wieder die Meinung vertreten, Griechenland solle zur Drachme zurückkehren und sich wieder auf seine eigenen Beine stellen....Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Prof. Sinn sagte vor ein paar Tagen, daß der Europäischen Union im Grunde nur 2 Möglichkeiten bleiben: entweder Griechenland endlich aus dem Euro zu entlassen, damit das Land wieder festen Boden unter die Füße bekommt, oder Griechenland auf unbestimmte Zeit ohne Murren mitzufinanzieren.
Die erstere Variante ist auch die Meinung vieler meiner griechischen Freunde, denn, um es einmal ganz klar zu sagen, soviel schlimmer kann es ja nicht mehr werden!!! Und vielleicht haben wir in Griechenland dann mit der Drachme endlich eine Chance, uns wieder ein menschenwürdiges Dasein zu erschaffen?! Denn was wir momentan leben, ist nur ein langsames, qualvolles Sterben...
Aber seit wann haben Politiker schon auf ihr Volk gehört? Seit wann spielen die Nöte des Volkes wiklich eine Rolle? Wie gerne würde ich jeder Frau Merkel mal ganz konkret die aktuellen Nöte meines eigenen kleinen Unternehmens in Griechenland schildern! Wie gerne würde ich jeder Frau Merkel sagen, daß meine Tochter keine Chance haben wird, nach ihrem Studium jemals nach Griechenland zurückzukehren, in das Land, in dem sie aufgewachsen ist und das sie liebt, denn sie wird in den nächsten 10-15 Jahren keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben! Wie gerne würde ich jeder Frau Merkel sagen, daß so viele Jugendliche nun Griechenland verlassen, um im Ausland zu studieren und zu arbeiten, und daß dies am Ende bedeutet, daß Griechenland wirklich seiner Zukunft beraubt wird! Wie gerne würde ich jeder Frau Merkel sagen, daß ich nicht weiß, von welcher Rente ich mal leben soll! (Aber was lamentiere ich hier herum, all das weiß ja jede Frau Merkel längst...).
Und deshalb werden wir alle letztendlich nur ein Spielball der Finanzmärkte bleiben...so wie auch jede Frau Merkel inzwischen nur noch eine Marionette dieser Märkte ist. "Geld regiert die Welt"- noch nie war ein Spruch so wahr wie in diesen unseren Zeiten!

Und so bleibt uns -wahrscheinlich auf lange Zeit hin -  nur die Hoffnung, wie sie von einer meiner liebsten Lyrikerinnen, Emily Dickinson, so wortgewaltig beschrieben wurde!

Samstag, 22. September 2012

“Old books exert a strange fascination for me -- their smell, their feel, their history; wondering who might have owned them, how they lived, what they felt.” ― Lauren Willig

Used books altered into a wallhanging

Old - or used - books should not be thrown away. And I am glad that there are still people collecting or selling precious old books, that people with enormous patience and skills restore and preserve old books. A new printed book can never have the same charisma as an old one: there is this earthy, wooden and dusty smell of the paper, there are sometimes fingerprints, stains, underlines or written comments of former readers....there is always a history, a whole past world behind these old bookpages. When I leaf through such a book, I can't help wondering who printed this book, who bought it and why, who read it, how many people hold this book in their hands.... Of course, there are a lot of used books, which have no sentimental or commercial value anymore and mostly these books - I hope so - are recycled. But we still try to use some of them for our creations....thus preventing their disappearence!
Wallhanging "Homer" with marble
                                            
Old bookcovers altered to keepsake boxes....
Alte oder besser gesagt gebrauchte Bücher sollten nicht einfach weggeworfen werden. Und ich bin froh, daß es noch genügend Menschen gibt, die Bücher sammeln oder auch wertvollte alte Bücher verkaufen, und auch Menschen, die mit unglaublicher Liebe, Geduld und Können alte Bücher restaurieren. Ein frisch gedrucktes Buch kann niemals die gleiche Ausstrahlung wie ein altes haben: da ist dieser erdige, hölzerne und staubige Geruch, da findet man manchmal Widmungen, Fingerabdrücke, Flecken, Unterstreichungen oder sogar Kommentare vergangener Leser...hinter jeder dieser alten Buchseiten steckt eine Geschichte, eine vergangene Welt. Und so muss ich beim Durchblättern eines alten Buches unwillkürlich darüber nachdenken, wer dieses Buch gedruckt hat, wer es wohl gekauft oder geschenkt bekommen hat und warum, wer es gelesen hat, was er beim Lesen gefühlt hat, wieviele Menschen dieses Buch schon in der Hand gehalten haben...
Natürlich haben nicht alle alten Bücher heute noch einen sentimentalen oder kommerziellen Wert, und ich hoffe zumindest, daß nur diese Bücher der Recyclingmaschinerie anheim fallen. Aber auch diese Bücher können immer noch einen kreativen Zweck erfüllen und müssen somit nicht einfach verschwinden... 

Freitag, 24. August 2012

Monsters exist, but they are too few in numbers to be truly dangerous. More dangerous are…the functionaries ready to believe and act without asking questions. - Primo Levi

Wie in meinem letzten Post angekündigt, wollte ich nochmal auf das Thema des Buches von Styron zurückkommen. Meine Tochter fragte mich neulich, warum ich so an dem Thema Judentum und Vernichtung der Juden interessiert bin. Ich erzählte ihr, daß ich als Abiturientin das Thema Holocaust für meine mündliche Prüfung im Fach Geschichte ausgewählt und deshalb sehr viel darüber gelesen hatte. Inspiriert von der allgemeinen schulischen Pflichtlektüre des Tagebuchs der Anne Frank, wollte ich mehr über diese Zeit wissen. Man darf auch nicht vergessen, daß in Deutschland erst ab den späten 60er Jahren die Auseinandersetzung mit dieser unrühmlichen, deutschen Vergangenheit begann. Und im Gegensatz zu unseren Kindern heute, konnten wir damals noch unsere Eltern und oft auch Großeltern als Zeitzeugen befragen! Die langen und wohltuend ehrlichen Gespräche mit meinem Vater über den 2. Weltkrieg und die Haltung meiner Großeltern sind mir noch heute in dankbarer Erinnerung.
Seitdem hat mich das Thema nicht mehr losgelassen, überflüssig aufzuzählen, wieviel Bücher ich früher darüber gelesen habe. Und nach wie vor berühren und entsetzen mich Geschichten, Filme und Dokumentationen über diese Zeit, wie eben auch Styrons fiktive Geschichte über "Sophies Entscheidung"....

Durch einen Zufall bin ich kürzlich auf einen deutsch-jüdischen Filmkritiker, Übersetzer und Lyriker gestoßen: Hans Sahl. Ich konnte von seinem Roman "Die Wenigen und die Vielen" nicht lassen, in dem er verschlüsselt die Geschichte seiner eigenen abenteuerlichen Flucht aus dem nazistischen Deutschland nach Amerika beschreibt.
Beim Lesen solcher Bücher frage ich mich dann, wie konnten diese Menschen all das ertragen? Welch unendliche Anmaßung unsererseits, meinerseits, wenn wir uns über die momentane Wirtschaftskrise beklagen! Wie lächerlich ist das im Hinblick auf all diese Menschen, die, wenn sie nicht gleich spurlos in der grauenhaften Tötungsmaschinerie des Dritten Reiches verschwanden, sich im unfreiwilligen Exil ein neues Leben aufbauen mußten.Wieviele sind den Nazis zunächst entkommen und konnten dann doch sich kein neues Leben erfinden?
Wie surreal muß sich so ein Leben angefühlt haben nach dem Erleben des Unvorstellbaren? Wie surreal empfinden auch wir heute all die Genozide weltweit, jegliches sinnlose Abschlachten im Namen irgendeiner verqueren Ideologie, Religion oder Expansionspolitik?
Hochbetagt kehrte Hans Sahl 1989 dann doch noch nach Deutschland zurück.
Wolf Biermann vertonte eines seiner späten Gedichte, das ich Euch nicht vorenthalten kann:

STROPHEN
Ich gehe langsam aus der Welt heraus
in eine Landschaft jenseits aller Ferne, 
und was ich war und bin und was ich bleibe,
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein bisher noch nicht betretenes Land.

Ich gehe langsam aus der Zeit heraus
in eine Zukunft jenseits aller Sterne,
und was ich war und bin und immer bleiben werde,
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile,
als wär ich nie gewesen oder kaum.
                                                                                     Hans Sahl (1902-1993)




Montag, 13. August 2012

Thou shalt not be a victim, thou shalt not be a perpetrator, but, above all, thou shalt not be a bystander. - Yehuda Bauer

Vor einiger Zeit habe ich schon mal über einen Film mit Meryl Streep geschrieben....Heute erzählte mir meine Tochter, daß einige ihrer Freunde zur Zeit in Israel Urlaub machen. Das erinnerte mich an ein kürzlich gelesenes Buch, das ich während meines letzten Aufenthalts in Deutschland auf einem Bücherbazar gefunden habe: "Sophies Entscheidung" von William Styron. Als eingefleischter Streep-Fan kannte ich den Film aus den 80ger Jahren natürlich, und so fiel mir dieses alte Taschenbuch natürlich ins Auge....
Tja, wie das oft so ist, wenn ein Buch verfilmt wird: wenn man das dem Film zu Grunde liegende Buch bereits gelesen hat, ist man oftmals von der filmischen Adaption enttäuscht. Hat man den Film gesehen und liest erst danach die literarische Vorlage, ist man oft überrascht, wie verkürzt - und oftmals leider am Wesentlichen vorbei - die Handlungsstränge im Film wiedergegeben sind....
Im Fall von "Sophies Entscheidung" war das filmische Ergebnis jedoch ziemlich gut. Styrons Buch entwirft auf (winzigst gedruckten) 570 Seiten eine Geschichte, die in ihrer Komplexität und Fülle von Informationen so weit über den Film hinaus geht, daß ich mich fragen mußte, wie es die Drehbuchschreiber am Ende doch noch geschafft haben, daraus eine so hervorragende Vorlage für den Film zu verfassen....(Generell glaube ich aber, daß sich viele Bücher einfach nicht zur Verfilmung eignen, man sollte es dann lieber beim geschriebenen Wort belassen. Beispiele für unglückliche Verfilmungen von Büchern gibt es zuhauf...)
Styron schreibt über die Polin Sophie und ihren Leidensweg als behütete Tochter eines Universätsprofessors, die die Judenverfolgung in Krakau und die Greuel der Konzentrationslager am eigenen Leib erleben muss, bis sie schließlich nach Amerika flüchten kann. Endlich in Sicherheit, kann sie sich der Erinnerung an die unmenschlichen Greuel jedoch nicht entziehen. Styron beschreibt intensiv, wie Sophie - stellvertretend für viele dieser Flüchtlinge und Überlebenden - nicht mehr in der Lage ist, den Weg zurück in ein "normales" Leben zu finden...Im Buch sowieso, aber auch im Film ist diese Geschichte fast grauenhaft authentisch dargestellt und sicher keine leichte Kost, weder für den Leser noch für den Zuschauer...aber absolut empfehlenswert!!!!
Dies bringt mich auf ein ähnliches Thema und auf einen weiteren, erst kürzlich von mir entdeckten Autor, aber dazu im nächsten Post....





Dienstag, 31. Juli 2012

Creativity is a drug I cannot live without. - Cecil B. DeMille

 
July is always the hottest month of the year in Greece….and so it’s sometimes difficult to go on with working. But I can’t help it, orders must be produced, customers must be satisfied asap, although orders become constantly smaller...
Yesterday I took a long walk through the city center of Athens and I felt totally devastated. So many stores have closed and, as a consequence, countless people have lost their companies and their jobs…The once vibrant city center with all its interesting stores, many of them offering Greek artisanship and craftsmanship, has now almost turned into a ghost town with closed stores or – even worse – with stores selling only cheap Chinese products of bad quality … where will this crisis end? What about us with our ideas, our creativity? Do we have any future in this country where everything is falling apart?

Because of the extreme heat I spend most evenings at home (with my air condition)  One of these evenings I remembered an activity I loved many years ago and started to crochet some bracelets, earrings and necklaces….
 Once again I am thinking about creativity and I realize that I continue to "create" things, just in order to avoid too much thinking about our "condition"....It brings joy and it helps to keep on going....

By the way, just this morning I created my own "heaven" in our workshop:

I love my pending paper ornaments floating from the ceiling....
                                                                           ***

Juli ist meist der heißeste Monat in Athen...und so ist es oft schwierig weiterzuarbeiten. Aber es nützt ja nichts, Bestellungen müssen hergestellt werden, die Kunden müssen so schnell wie möglich beliefert werden, auch wenn die Bestellungen immer mehr abnehmen...
Gestern habe ich einen langen Spaziergang durch das Athener Zentrum unternommen und fühlte mich total verstört:  So viele Läden haben geschlossen und so viele Menschen haben dadurch ihren Job verloren. Das einstmals so quirlige Stadtzentrum mit all seinen wunderbaren kleinen Läden - oftmals bestückt mit verschiedenem griechischen Kunsthandwerk - hat sich in manchen Straßenzügen fast in eine Geisterstadt verwandelt. Was ich jedoch als weitaus schlimmer empfinde, sind die zahlreichen, neu eröffneten Läden mit billiger, qualitativ minderwertiger chinesischer Ware....und so frage ich mich, wo soll diese Krise uns noch hinführen? Was wird aus unseren Ideen und unserer Kreativität? Haben wir überhaupt noch eine Zukunft in diesem Land, wo Tag für Tag alles mehr auseinanderfällt?

Da es oft auch abends noch unerträglich heiß ist, verbringe ich die Zeit meistens zu Hause unter der Klimaanlage. Dabei habe ich mich an ein altes Hobby erinnert und ein paar Schmuckstücke gehäkelt....
Und wieder komme ich zurück auf meine Gedanken über Kreativität und stelle fest, daß ich weiterhin Dinge kreiere, wohl vor allem, um beschäftigt zu sein und nicht weiter über unsere Situation hier nachdenken zu müssen. Zumindest bringt es mir Freude und hilft mir weiterzumachen....

Gerade heute morgen habe ich mir übrigens einen langgehegten Wunsch erfüllt und mir in meiner Werkstatt einen kleinen "Himmel" geschaffen: Ich liebe meine schwebenden Papierornamente....


 


Freitag, 13. Juli 2012

If you work just for money, you’ll never make it. But if you love what you are doing, and always put the customer first, success will be yours. -Ray Kroc

Here are some impressions of our booth at the 360 New Concept Bazaar.....


Maps and sewing patterns can be altered into  interesting notebooks!

Some paper jewellery....

I owe the idea for these gorgeous shoes and pendants
to the paper artist Carlos N. Molina at
http://carlosnmolina.com/. Have a look at his great site and his tutorials!

Paper ornaments turned into a sculpture....







Used books can become practical envelope-racks....



Montag, 11. Juni 2012

For everyone who lives in Athens:

For the first time we will participate at the

 
360 ΝΕW CONCEPT BAZAAR
which will take place
on 26, 27 and 28 June
in Kolokotroni Street 3-5 in Athens.






You will find a lot of Greek designers there with their incredible
ideas.....and, of course, you will find our last designs for stationary,
decorative items and paper jewelry!



Montag, 28. Mai 2012

When you photograph people in colour you photograph their clothes. But when you photograph people in black&white, you photograph their souls! - Ted Grant

Kertesz
A couple of years ago I had to write an essay about photography of the 20th century. Compared with the long history of painting and sculpture, photography is a very recent visual arts medium. First of all, the 20th century with its rapid technological developments embraced this new medium and nowadays photography has established itself on the art market. Susan Sontag was right saying that "photographs are as much an interpretation of the world as paintings and drawings are". Dealing with photography of the early twentieth century I was impressed by photographers like Rodchenko, Bresson, Kertesz or Moholy-Nagy etc. I was astonished to discover all their different artistic means, like extreme bird's or worm's eye views, shadows or unexpected vantage points, which altogether result in interesting effects of alienation and reversal of reality. These photographers adopted some ideas of the avantgarde painters of the early 20th century and then influenced artists like Warhol or Richter, who used black& white photographs for their photographic paintings.

Rodchenko
When I make a photoalbum today I prefer the pages to be black and I tirelessly try to convince my costumers that photographs become more intense on a black background. Also, these black photoalbums remind me of my grandparents’ albums I looked at when I was a child. They were bounded in linen and the captions were written with a white pencil…
To treasure these old photoalbums I thought about photoboxes, which have this "vintage" look: sometimes we have too much photographs and we cannot put them all in photoalbums. A good solution are these photoboxes which can store more than 500 photographs....

                                                  ***
Vor 2 Jahren mußte ich einen Aufsatz über die Photographie des 20. Jahrhunderts schreiben. Verglichen mit der langen Geschichte der Malerei und Bildhauerei, ist die Photographie eine sehr junge künstlerische Ausdrucksform. Vor allem das 20. Jahrhundert mit seinen rapiden technologischen Entwicklungen hat dieses künstlerische Medium mit offenen Armen empfangen, und heutzutage ist die Photographie fest auf dem Kunstmarkt verankert. Susan Sontag bemerkte mit Recht, daß "Photographien die Realität genauso interpretieren wie Bilder oder Zeichnungen". Als ich mich in der Hauptsache mit der Photographie des frühen 20. Jahrhunderts beschäftigte, war ich begeistert von Künstlern wie Rodchenko, Bresson, Kertesz, Naholy-Nagy und so vielen mehr. Vor allem die Fülle an Ausdrucksmöglichkeiten, die dieses Medium einem Künstler eröffnet, hatte es mir angetan: extreme Perspektiven, Schatten oder unerwartete Blickwinkel resultieren in interessanten Verfremdungseffekten und Aufhebung der Realität. All diese Photographen übernahmen auch Ideen der Avantgarde-Malerei des frühen 20. Jahrhunderts und beeinflußten nachhaltig spätere Künstler wie Warhol oder Richter, die die schwarz-weiß Photographie als Ausgangspunkt für ihre photographischen Bilder verwendeten. 
Wenn ich heute ein Album herstelle, dann bevorzuge ich persönlich noch immer schwarze Innenseiten, und ich werde nicht müde, meine Kunden davon zu überzeugen, daß alle Photos auf schwarzem Hintergrund intensiver erscheinen. Außerdem erinnern mich diese schwarzen Innenseiten an die alten Photoalben meiner Großeltern, die ich als Kind durchblätterte. Sie waren meistens in dickes Leinen gebunden, und die Bildunterschriften waren noch mit weißem Stift  geschrieben....
In Erinnerung an diese alten Alben dachte ich mir Photoboxen aus, die diesen Vintagelook haben: manchmal haben wir einfach zu viele Photos, um sie alle in Alben einkleben zu können. Eine gute Lösung sind dann solche Photoboxen, die mehr als 500 Photos aufbewahren können... 

Dienstag, 22. Mai 2012

Children begin by loving their parents; as they grow older they judge them; sometimes, they forgive them - Oscar Wilde

During these last days I tried to design some new guestbooks for children's baptisms. In Greece the baptism of a child is a very important event and months before parents are searching for invitations, bonbonnieres, photoalbums and guestbooks.... So, it is important for me to present new ideas for photoalbums or guestbooks every year, but I am always astonished how much time Greek parents spend to find all these "ingredients" for the baptism of their beloved child....
Often this makes me think about my own daughter. She is a grown up now, having left our home last year to start her studies in Germany. Our life has changed since her departure and I often hear the words of my grandfather, saying that children are only temporary guests in our lives....Indeed, as parents it is our duty to let our children go to start their own life. This circle of life, which, after many years of having taken care of our children, brings us back "to the roots", urges us to be satisfied with our own life in pairs, almost as if all these years in between hadn't existed at all. Some parents might be incapable to deal with this new situation, but since the birth of my daughter, I always believed in my grandfather's words. I always knew that she will not be with us forever. This made me appreciate every moment with her, and, on the other hand, this makes the actual situation so much easier for me. It is our fate to give birth to our children, they are a piece or ourselves, but we are not allowed to tie them up....In this sense I agree with Peter Ustinov, who believed that children are the only immortality we can be sure of. In a more poetic way, Dante Alighieri wrote:
 Only three things remain from Paradise: 
The stars of the night, the flowers of the day 
and the eyes of our children.


Seit einigen Tagen versuche ich nun, einige neue Gästebücher für Taufen zu kreieren. In Griechenland ist die Taufe eines Kindes ein wichtiges Ereignis, und schon viele Monate vorher sind die Eltern auf der Suche nach Einladungen, Bonbonnieres, Photoalben und Gästebüchern.... Und so ist es auch für mich ein absolutes Muß, jede Saison neue Ideen für diesen wichtigen Tag zu präsentieren. Trotzdem bin ich nach all den Jahren hier noch immer erstaunt, wie wichtig griechische Eltern diesen Tag nehmen und wieviel Zeit und Mühe sie investieren, all diese "Zutaten" für die Taufe ihres geliebten Kindes zu finden....
Und oft denke ich dann an meine eigene Tochter. Sie ist schon erwachsen und hat letztes Jahr ihr Studium in Deutschland begonnen. In unserem Haus ist seitdem still geworden, aber ich höre oft die Worte meines Großvaters, der immer sagte, daß Kinder nur vorübergehende Gäste in unserem Leben seien.... Als Eltern haben wir in der Tat die Aufgabe, unseren Kindern einen guten Start in ihr eigenes Leben mitzugeben. Dieser Lebenskreis wirft uns Eltern dann eines Tages jedoch zurück auf unsere eigenen Wurzeln, nachdem wir viele Jahre damit verbracht haben, uns um unsere Kinder zu kümmern. Von heute auf morgen werden wir wieder gezwungen, uns auf unser eigenes "zweisames" Leben zu konzentrieren, fast so, als hätte es all die Jahre dazwischen nie gegeben.... Manche Eltern können diese Umstellung nicht ertragen, aber schon seit der Geburt meiner Tochter hatte ich immer die Worte meines Großvaters im Ohr. Ich habe mir tatsächlich vom ersten Augenblick ihres Lebens an klargemacht, daß sie nicht für immer bei uns leben wird, und das hilft mir, die heutige Situation besser in den Griff zu bekommen. Es ist nun mal unser Schicksal, unsere Kinder zu gebären und sie großzuziehen. Sie sind ein Teil unseres Ichs, aber wir haben kein Recht, sie für immer und ewig an uns zu binden. In diesem Sinne gefällt mir der Ausspruch von Peter Ustinov, der der Meinung war, daß unsere Kinder die einzige Art von Unsterblichkeit seien, derer wir sicher sein könnten.Etwas poetischer drückte es Dante Alighieri aus, wenn er schrieb:
 Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
 die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages 
und die Augen unserer Kinder.